Drei Wochen vor der Wahl

Umfrage-Chef legt sich fest: „Laschet kann es nicht mehr drehen“ - bittere Prognose auch für Grüne

  • Maximilian Kettenbach
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Die Umfrage-Trends sind institutsübergreifend einstimmig: Die Scholz-SPD liegt in den Umfragen klar vor Union und Grünen. Der Insa-Chef nimmt Stellung.

München - Es wird am Ende wohl der viel zitierte Krimi um das Kanzleramt am Wahlabend. Die Tendenz scheint den jüngsten Umfragen zufolge deutlich. Die SPD zieht Union und Grünen davon. Nach den Umfrage-Abstürzen von Armin Laschet (CDU) und Annalena Baerbock (Grüne) in den vergangenen Wochen scheint klar, dass sich auch bis zum Wahltag am 26. September noch einiges tun kann.

Daran glaubt jedoch Insa-Geschäftsführer Hermann Binkert bei aller gebotenen Vorsicht eher nicht. „Wenn die vergangenen Wochen und Monate etwas gelehrt haben, dann das, wie schnell Stimmungen wechseln können. Trotzdem halte ich eine solche Stimmungs-Wende derzeit für unwahrscheinlich.“

Umfragen vor der Bundestagswahl: Insa-Chef glaubt an Scholz

In der aktuellen Insa-Umfrage für Bild am Sonntag vom 5. September liegt die SPD mit Olaf Scholz bei 25 Prozent, Laschets Union bei 20 und die Grünen um Kanzlerkandidatin Baerbock bei 16 Prozent. Das Verfolgerfeld führt die FDP an, die bei 13 Prozent liegt, danach kommen AfD (12) und Linke (7).

Binkert geht davon aus, dass die SPD vorne bleibt. Scholz‘ Erfolg überrasche ihn nicht. „Die SPD zeigt ein hohes Maß an Geschlossenheit und es gelingt ihr dadurch, dass die große Zustimmung zu ihrem Kanzlerkandidaten auch ihr nutzt. Scholz hat hohe Sympathie- und Kompetenzwerte.“

Annalena Baerbock und Armin Laschet in der 236. Sitzung des Deutschen Bundestages im Reichstagsgebäude.

Umfragen: Bittere Aussichten für Laschet und Baerbock

Die Kompetenz- und Sympathiewerte Laschets hätten dabei stets unter denen von Scholz gelegen. Die Union „wird dies in den verbleibenden knapp drei Wochen nicht drehen können“. Einen bitteren Ausblick gibt er dann auch der Herausforderin Baerbock: „Die Grünen werden ihr Ergebnis im Vergleich zur letzten Bundestagswahl deutlich verbessern, aber sie werden ebenso deutlich hinter ihren Erwartungen bleiben.“

Wichtig: Die derzeitigen Umfragen spiegeln die Stimmung zum Erhebungszeitraum. Sie sind keine Prognosen für den Wahltag. Die aktuellen Umfragen nehmen allerdings historische Ausmaße an. Zuletzt wurde die Union bereits im „Deutschlandtrend“ von der SPD überholt, schließlich auch im „Politbarometer“ – erstmals seit zwei Jahrzehnten.

Rubriklistenbild: © Frederic Kern/imago

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