Bald schwieriger Termin für Scholz

Umfragen: Forsa-Forscher gibt Union noch nicht auf – trotz Ungewissheit um Laschet

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    VonFranziska Schwarz
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Die SPD um Scholz liegt in den aktuellen Befragungen vorne. Das muss laut Meinungsforscher Peter Matuschek aber nichts heißen.

Berlin - „Die Partei, die auf der Zielgeraden noch die meisten Reserven hat, wäre die Union“: Das sagte Peter Matuschek über die aktuellen Umfragewerte von CDU/CSU im Gespräch mit n-tv. Der Meinungsforscher vom Forsa-Institut sieht die Bundestagswahl also noch lange nicht entschieden.

Indes: „Die Frage ist allerdings, ob sie mit Armin Laschet dieses Potenzial abrufen kann“, fügte er hinzu. In den jüngsten Meinungsumfragen liegt Unions-Kanzlerkandidat Laschet weiterhin teils deutlich hinter SPD-Kontrahent Olaf Scholz zurück.

Umfragen: Scholz hat laut Meinungsforscher keinen Grund für Übermut

Letzterem steht laut Matuschek gerade ein schwieriger Termin bevor: Seine Anhörung am 20. September im Finanzausschuss des Bundestags. Es geht um die jüngsten Durchsuchungen in seinem Ministerium.

Die aktuelle Zustimmung für die SPD werde das nicht beeinträchtigen, glaubt Matuschek („Auch der Wirecard-Skandal hat Scholz nicht wirklich geschadet“) – ausruhen dürften sich die Sozialdemokraten auf ihren Umfragewerten aber nicht.

Forsa-Forscher: „Scholz hat seinen Wahlkampf stur weitergeführt“

Warum überhaupt schneiden sie plötzlich so gut in Umfragen ab? „Während Armin Laschet und Annalena Baerbock ins Straucheln geraten sind, hat Scholz seinen Wahlkampf stur weitergeführt“, lautet Matuscheks Analyse.

Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet „strauchelte“ laut einem Forsa-Forscher im Wahlkampf.

Gefragt nach der Möglichkeit vom Wechsel einer GroKo zu Rot-Grün-Rot vermutet Matuschek beim SPD-Kanzlerkandidaten taktische Gründe mit Blick auf die FDP: „Scholz schließt das Linksbündnis nicht aus, um Verhandlungsmasse für spätere Koalitionsverhandlungen zu haben. Wenn er jetzt Rot-Grün-Rot ausschließen würde, könnte Christian Lindner als Königsmacher ihm die Bedingungen diktieren.“

Bundestagswahl: FDP-Spitze für „Jamaika“ auch bei Wahlsieg der SPD

Führende FDP-Politiker sprechen sich indes für eine „Jamaika-Koalition“ ihrer Partei mit den Grünen unter Führung der Union aus – auch wenn die SPD stärkste Kraft werden sollte. Deren Abstand zur Union wäre dabei egal, sagte Parteivize Wolfgang Kubicki den Funke-Zeitungen: „Es reicht, dass ein solches Bündnis die Mehrheit hätte.“

FDP-Chef Lindner sagte der Rheinischen Post, es gebe keinen Automatismus, „dass der Kandidat der stärksten Partei ins Kanzleramt einzieht“. Mehr denn je komme es dieses Mal auf die Koalitionsgespräche nach der Wahl an. Darüber schreibt auch Mike Schier vom Münchner Merkur in einem Kommentar.

Kubicki rechnete im Gespräch mit den Funke-Zeitungen damit, dass in den kommenden Tagen viele Unionswähler aus strategischen Gründen zur FDP wechseln könnten. Grund dafür sei die Annahme, dass nur die FDP Rot-Grün-Rot im Bund verhindern könnte. (frs mit Material der AFP)

Rubriklistenbild: © Stefan Puchner/dpa

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