Sachsen Anhalts Innenminister Holger Stahlknecht und Ministerpräsident Reiner Haseloff
+
Sachsen-Anhalts Innenminister Holger Stahlknecht und Ministerpräsident Reiner Haseloff (re.) bei einer Fraktionssitzung in Magdeburg.

Nächste Station im Superwahljahr

Neue Sachsen-Anhalt-Umfrage: CDU verliert weiter - Vorsprung auf AfD schmilzt

  • Robert Märländer
    vonRobert Märländer
    schließen

Die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt wird zu einem bundespolitisch brisanten Termin: Der Vorsprung der CDU vor der AfD schmilzt weiter.

Update vom 29. April, 9.35 Uhr: Fünfeinhalb Wochen vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. Juni sieht eine neue Umfrage die CDU von Ministerpräsident und Spitzenkandidat Reiner Haseloff weiter in Führung - allerdings bleibt das Rennen ein enges.

In der Erhebung des Instituts Insa für die Bild-Zeitung vom Donnerstag erreichen die Christdemokraten 26 Prozent, knapp vier Punkte weniger als bei der Wahl 2016. Auf Platz zwei folgt die AfD mit stabilen 24 Prozent. Das Ringen der CDU mit den Rechtspopulisten war zuletzt bereits bundespolitisches Thema - bei Wahlkampfplänen der Christdemokraten, aber womöglich indirekt auch bei Debatten über das Thema „allesdichtmachen“.

Die Linke wird mit einem Minus von gut drei Punkten bei 13 Prozent gesehen. Die Grünen können sich auf zwölf Prozent mehr als verdoppeln, die SPD liegt nahezu unverändert bei zehn Prozent. Der FDP könnte mit sechs Prozent nach zehn Jahren der Wiedereinzug in den Magdeburger Landtag gelingen. Die regierende Kenia-Koalition von CDU, SPD und Grünen hätte weiter eine Mehrheit. Forsa befragte vom 20. bis zum 27. April 1042 Wahlberechtigte in Sachsen-Anhalt.

QuelleDatumCDUAfDLinkeSPDGrüneFDPSonstige
INSA/Bild29.04.202126 %24 %13 %10 %12 %6%9 %
Infratest dimap/MDR23.04.202127 %20 %12 %12 %11 %8 %10 %
INSA/Bild27.01.202130 %23 %16 %10 %9 %5 %7 %
INSA/Bild02.12.202029 %23 %17 %10 %10 %4 %7 %
Landtagswahl 201613.03.201629,8 %24,3 %16,3 %10,6 %5,2 %4,9 %9 %

Umfrage zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt: CDU verliert - Grüne-Gewinne würden für Kenia reichen

Update vom 23. April, 9.38 Uhr: Die CDU in Sachsen-Anhalt verliert an Zustimmung, bleibt aber stärkste Partei. In einer am Freitag veröffentlichten Umfrage von Infratest dimap für den Mitteldeutschen Rundfunk (MDR) kommen die Christdemokraten auf 27 Prozent. Das sind 2,8 Prozentpunkte weniger als bei der Wahl 2016. Dank deutlicher Zugewinne der Grünen, die sich im Vergleich zur Wahl vor fünf Jahren um 5,8 Punkte auf elf Prozent verbessern, und einem leichten Plus der SPD auf zwölf Prozent wäre das schwarz-rot-grüne Kenia-Bündnis auch weiterhin möglich.

Die AfD kommt in der Umfrage auf 20 Prozent und bleibt damit zweitstärkste Kraft. Im Vergleich zu 2016 verliert sie aber 4,3 Prozentpunkte. Eine Zusammenarbeit mit der AfD hatte Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) wiederholt ausgeschlossen, ebenso ein Bündnis mit den Linken. Die Linkspartei verliert der Umfrage zufolge im Vergleich zur Wahl vor fünf Jahren 4,3 Punkte und liegt bei zwölf Prozent. Die FDP könnte nach zehn Jahren erstmals wieder in den Landtag einziehen. Sie kommt derzeit auf acht Prozent Zustimmung. Für die Studie befragte das Meinungsforschungsinstitut Infratest Dimap zwischen dem 16. und 21. April insgesamt 1202 Menschen.

Umfragen für die Landtagswahl Sachsen-Anhalt 2021

Landtagswahl Sachsen-Anhalt: Umfragen lassen Raum für große Überraschungen

Erstmeldung vom 16. April: Magdeburg - Es scheint, als hätte sich kaum etwas verändert in den vergangenen fünf Jahren. Vor der Landtagswahl 2021 sehen die Umfragen in Sachsen-Anhalt so aus, als würde sich das letzte Wahlergebnis weitgehend wiederholen. Für die Landespolitik ist das eine komplizierte Ausgangslage, denn die Koalition aus CDU, SPD und Bündnis 90/Die Grünen darf man sicher nicht als das Wunschkind der drei Partner betrachten. Den Parteien gingen vielmehr die weiteren Optionen aus. Ähnliches deutet sich für die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. Juni 2021 an.

Überraschungen sind bis zum Wahltag keineswegs ausgeschlossen. Die letzte repräsentative Umfrage stammt von Ende Januar und verrät deshalb noch nicht, ob der CDU eine weitere Abstrafung wie in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz droht. Auf 30 Prozent kämen laut dieser Prognose die Christdemokraten, gefolgt von AfD (23 Prozent) und Die Linke (16 Prozent). An der Grenze zu zweistelligen Ergebnissen liegen SPD (10 Prozent) und Grüne (9 Prozent), während die FDP bei 5 Prozent steht. Bis neue Prognosen vorliegen, bleibt unklar, ob sich diese Lage bestätigt.

Laut Umfragen bleibt verfahrene Situation in Sachsen-Anhalt bestehen

Zwei Parteien dürften für eine Koalition mit der CDU von Ministerpräsident Reiner Haseloff weiterhin ausgeschlossen bleiben: AfD und Die Linke. Damit fallen die beiden Parteien aus, die auch dieses Mal laut Umfragen in Sachsen-Anhalt die stärksten Fraktionen nach der CDU stellen werden. Um eine Regierung auf die Beine zu stellen bleiben nur zwei sichere Partner. Die SPD bleibt in Sachsen-Anhalt extrem geschwächt. Die Grünen legen zu, können aber nicht mit den starken Werten wie bei vielen anderen Wahlen rechnen. Nur zu dritt ergibt sich eine Mehrheit im Landtag. Einzig ein Einzug der FDP ins Parlament könnte etwas Bewegung in die Regierungsbildung bringen. Die Wahlprognosen lassen für die Liberalen erneut eine Zitterpartie erwarten.

Landtagswahl 2021 kann durch CDU-Trend entschieden werden

Die politische Zukunft in Sachsen-Anhalt dürfte unter anderem davon abhängen, ob sich der negative Trend der CDU auch hier fortsetzt. Die klaren Niederlagen bei zwei Landtagswahlen am 14. März waren eine Warnung. Gerade erst war die Masken-Affäre über die Union hereingebrochen, da folgte schon die Konsequenz an der Wahlurne. Eigentlich wollte man in Baden-Württemberg die Grünen angreifen und in Rheinland-Pfalz an der SPD-Mehrheit rütteln, doch am Ende standen klare Verluste. Statt einen starken Start ins Jahr der Bundestagswahl 2021 zu feiern, musste man sich in Schadensbegrenzung üben.

Eine ganz andere Entscheidung könnte bis Anfang Juni hingegen alles noch einmal drehen: Die Union muss sich für einen Kanzlerkandidaten Armin Laschet oder Markus Söder entscheiden. Das hat zwar rein personell betrachtet nichts mit dem Bundesland zu tun, doch eine Auswirkung in die eine oder andere Richtung muss die CDU einkalkulieren. Die nächsten Umfragen werden vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt zeigen, wohin sich die Wähler angesichts der bundespolitischen Entwicklung orientieren. Während der anhaltenden Corona-Pandemie ist außerdem damit zu rechnen, dass viele Wähler ihre Stimme per Briefwahl abgeben und ihre endgültige Entscheidung nicht erst am 6. Juni fällen. Die Zeit für eine Trend-Umkehr wird bei der CDU dadurch noch knapper. (rm)

Auch interessant

Kommentare