Haseloff macht Klarstellung

Wahl-Knall in Sachsen-Anhalt? Letzte Umfrage deutet auf Showdown zwischen CDU und AfD

  • Cindy Boden
    VonCindy Boden
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Sachsen-Anhalt wählt einen neuen Landtag: Zwischen CDU und AfD könnte es eng werden, die FDP hofft auf den Einzug, die Grünen auf ein deutlich besseres Ergebnis - Ausgang offen.

Update vom 4. Juni, 16.15 Uhr: Kurz vor dem Wahltermin in Sachsen-Anhalt deutet eine weitere - mutmaßlich letzte - Umfrage auf ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen CDU und AfD hin. Die CDU von Ministerpräsident Reiner Haseloff käme nach der Erhebung des Insa-Instituts auf 27 Prozent, die AfD auf 26, wie die Bild-Zeitung als Auftraggeberin mitteilte. Die Linke würde demnach 12 Prozent erreichen, die SPD 10 und die Grünen 8 Prozent. Um was es für die Grünen von Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock in Sachsen-Anhalt* geht, berichtet kreiszeitung.de*. Die FDP könnte mit 7 Prozent wieder in den Landtag einziehen, in dem sie seit zehn Jahren nicht mehr vertreten ist. Die Partei hatte bei ihrem Wahlkampf-Abschluss plakativ auch um Hartz-IV-Empfänger geworben. (Unser Politik-Newsletter hält Sie rund um die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt auf dem Laufenden.)

Wahl-Knall in Sachsen-Anhalt? Letzte Umfragen fallen höchst unterschiedlich aus

Erstmeldung: Magdeburg - Wir knapp wird es am Ende? Am Sonntag wählen die Wahlberechtigten in Sachsen-Anhalt einen neuen Landtag. Letzte Umfragen fallen ziemlich unterschiedlich aus. Klar ist: Das Rennen um Platz eins liefern sich CDU und AfD.

In den letzten Wahlkampf-Tagen heißt es jetzt für die Parteien noch einmal: Wähler mobilisieren. CDU und AfD beenden am Freitag zeitgleich (18 Uhr) ihren Wahlkampf, die CDU mit einer Online-Veranstaltung, die AfD mit einer Kundgebung in Magdeburg. Linke, SPD und FDP hatten ihre Wahlkampfveranstaltungen schon am Donnerstag, die Grünen am Mittwoch beendet. Mit Robert Habeck (Grüne), Olaf Scholz (SPD), Dietmar Bartsch (Linke) und Christian Lindner (FDP) setzen die Landesparteien auch auf die Unterstützung prominenter Bundespolitiker.

Endspurt in Sachsen-Anhalt: CDU und AfD beenden Wahlkampf am Freitag

Auch die AfD hat für ihre Abschlusskundgebung ihren Parteichef und Spitzenkandidaten zur Bundestagswahl, Tino Chrupalla, eingeladen. Einzig die CDU Sachsen-Anhalts bleibt bei ihrem Wahlkampfabschluss wohl unter sich - neben Spitzenkandidat Reiner Haseloff ist nur Landesparteichef Sven Schulze angekündigt. CDU-Chef Armin Laschet war bereits Ende Mai in das Ost-Bundesland gefahren.

Armin Laschet (CDU), Unionskanzlerkandidat, besuchte Ende Mai Reiner Haseloff (CDU), Ministerpräsident des Landes Sachsen-Anhalt.

Umfragen vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt sehen mal ein knappes Rennen und mal einen deutlichen CDU-Sieg voraus

Am Donnerstag offenbarte ein ZDF-„Politbarometer“ Extra noch einmal ein Stimmungsbild. Darin kann die CDU einen Prozentpunkt im Vergleich zur Vorwoche zulegen und erreicht 30 Prozent der Stimmen. Damit würde die Partei ihr Niveau von der Landtagswahl 2016 halten. Die AfD erreicht in der ZDF-Projektion 23 Prozent. Die Linke kommt auf 11,5 Prozent, SPD 10 Prozent, Grüne 9 Prozent und FDP 6,5 Prozent.

Eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey für den Spiegel signalisierte hingegen ein knappes Rennen: Hier kam
die CDU auf 29 Prozent und die AfD auf 28 Prozent. Es folgen die Linke und die SPD mit jeweils 10 Prozent, die Grünen erhalten 8 Prozent, die FDP 6 Prozent. Bei beiden Umfragen handelt es sich um Stimmungsbilder zum Zeitpunkt der Befragung, nicht um Prognosen.

Die Liberalen würde beiden Umfrageergebnissen zufolge nach zehn Jahren Pause wieder in den Landtag einziehen. Die Grünen konnten 2016 gerade so die Fünf-Prozent-Hürde überwinden. Trotz deutlich besserer Werte schaffen sie es aber nicht an die derzeitigen Umfrageergebnisse für Bundestagswahl heran. Partei-Mitglieder und Experten sehen dabei die vielen Änderungswünsche der Grünen als einen Grund - diese könnten im Osten auf Menschen treffen, die mit größeren Umstürzen schlechte Erfahrungen gemacht haben.

Ministerpräsident Haseloff (CDU): Keine Kooperationen „in Richtung rechts und auch nicht nach links“

Seit fünf Jahren regieren in Sachsen-Anhalt CDU, SPD und Grüne in Deutschlands erster Kenia-Koalition zusammen. Rund 1,8 Millionen Menschen sind aufgerufen, am Sonntag zu wählen. Seit 2011 ist Reiner Haseloff Ministerpräsident, er strebt eine dritte Amtszeit an. Die Wahl in Sachsen-Anhalt ist auch ein letzter Stimmungstest für die Bundestagswahl am 26. September 2021.

Auch wegen der Umfragewerte war die Spitze der CDU zuletzt viel damit beschäftigt, klare Abgrenzungsaussagen von der AfD zu liefern. Haseloff schließt eine Zusammenarbeit mit der AfD klar aus. Das hohe Vertrauen in ihn resultiere auch daraus, dass er in der Mitte stehe und es keine Kooperationen „in Richtung rechts und auch nicht nach links geben“ wird, sagte Haseloff am Freitag im ZDF-„Morgenmagazin“. Zuletzt nahm er beim Thema AfD aber auch SPD und Grüne in den Blick. Laschet musste sich derweil mit dem neuen Vorsitzenden der Werte-Union auseinandersetzen und sich einige Forderungen und Kritik anhören. (cibo/dpa) *Merkur.de und kreiszeitung.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

Hinweise zu den Umfragen

Das Politbarometer Extra wurde von der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen für das ZDF am 2. und 3. Juni 2021 unter 1017 zufällig ausgewählten Wahlberechtigten in Sachsen-Anhalt telefonisch erhoben. Die Befragung ist repräsentativ für die dortige wahlberechtigte Bevölkerung. Der Fehlerbereich beträgt plus/minus zwei bis drei Prozentpunkte.

Civey zählt für seine repräsentativen Umfragen nur die Stimmen registrierter und verifizierter Internetnutzer, die Daten wie Alter, Wohnort und Geschlecht angegeben haben. Die Stimmen werden nach einem wissenschaftlichen Verfahren gemäß der Zusammensetzung der deutschen Bevölkerung gewichtet. Befragungszeitraum war der 27. Mai bis 3. Juni 2021. Der statistische Fehler der Gesamtergebnisse der Umfragen beträgt plus/minus 3,9 Prozentpunkte. 1812 Wahlberechtigte in Sachsen-Anhalt wurden befragt.

Rubriklistenbild: © Sebastian Willnow/dpa

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