Nun zu Gast beim Söder-Fanclub

Laschet vor schwerem Gang: Union verliert in Umfragen erneut - Baerbock enteilt

  • Philipp Fischer
    vonPhilipp Fischer
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Nur wenige Monate vor Bundestagswahl gerät die Union weiter in Bedrängnis. In einer neuen Umfrage zementiert sie ihre Verluste. Armin Laschet steht unter Druck.

Update vom 30. April, 14.20 Uhr: Bei einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts „YouGov“ behaupten sich die Grünen mit 25 Prozent knapp vor der Union, die 24 Prozent auf sich vereint. Insgesamt wären drei Regierungs-Konstellationen mit der Ökopartei an der Spitze denkbar: Grün-Schwarz, Grün-Rot-Rot oder die Ampel. Für Armin Laschet setzt es einen weiteren Tiefschlag: Von den Befragten, die 2017 noch für die CDU oder CSU gestimmt hatten, gaben 37 Prozent an, ihre Stimme wegen des Kanzlerkandidaten wahrscheinlich einer anderen Partei geben zu wollen.

Baerbock enteilt Laschet in Umfragen zur Bundestagswahl

Update vom 28. April, 10.45 Uhr: Auch eine Woche nach der Baerbock-Nominierung sind die Grünen einer aktuellen Forsa-Umfrage zufolge im Umfrage-Hoch. Mit 28 Prozent bleiben sie die derzeit stärkste Kraft. Das ergab das am Mittwoch veröffentlichte „RTL/ntv-Trendbarometer“. Die Union legte im Vergleich zur Vorwoche einen Prozentpunkt auf 22 Prozent zu. Die SPD stagnierte bei 13 Prozent. Auch für die FDP mit zwölf, die AfD mit elf und die Linke mit sieben Prozent blieben die Werte gleich.

Auch die Kanzlerpräferenz änderte sich der Forsa-Umfrage zufolge nicht. Wenn die Deutschen ihre Kanzlerin oder ihren Kanzler direkt wählen könnten, würden sich wie in der Vorwoche 32 Prozent für Annalena Baerbock und 15 Prozent für den Unionskandidaten Armin Laschet entscheiden. Der SPD-Kandidat Olaf Scholz verliert demnach zwei Prozentpunkte, für ihn würden sich momentan 13 Prozent der Bürger entscheiden.

Schlechte Nachrichten für CDU lieferten in dieser Woche auch Umfragen zu den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt - und in Berlin, wo die Grünen mittlerweile weit vor den Christdemokraten liegen.

Laschet vor schwerem Gang: Union verliert in Umfragen erneut

Erstmeldung vom 27. April, 13.40 Uhr: Berlin - Nach mehreren Korruptionsskandalen und dem Streit um die Kanzlerkandidatur zwischen Armin Laschet und Markus Söder befinden sich die Umfragewerte der Union weiterhin im freien Fall. In einer aktuellen Umfrage des Markt- und Sozialforschungsinstituts INSA für die Bild kommt die Union nur noch auf 24 Prozent. Damit haben die beiden Schwesternparteien CDU und CSU einen historischen Tiefstwert in dieser Erhebung erzielt.

Neue Umfrage: Union und Grüne gleich auf - Gerät Laschet in Bedrängnis?

Während die Abwärtsspirale der Union nicht zu scheint, befinden sich die Grünen seit der Kür ihrer Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock auf einem Höhenflug. Laut INSA würden, wenn am nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre, 23 Prozent der Befragten die Grünen wählen. Die Partei kommt damit fast auf den gleichen Wert wie die Union. Die Umfragewerte der Unionsparteien waren in den letzten Wochen stark gesunken, die Werte für die Grünen stiegen deutlich an. In einigen Umfragen kam die Partei auf höhere Werte als CDU und CSU.

  • CDU/CSU 24%
  • Grüne 23%
  • SPD 16%
  • FDP 12%
  • Die Linke 8%
  • AfD 12%
  • Quelle: INSA/Bild (27. April 2021)

Die SPD mit ihrem Kanzlerkandidaten Olaf Scholz kommt nur auf 16 Prozent und bleibt damit auf ihrem niedrigen Kurs der letzten Monate. Jeweils 12 Prozent der Befragten würden für FDP und AfD ihre Stimme abgeben. Die Linke rutscht in der Umfrage mit ihren beiden neuen Führungsspitzen Janine Wissler und Susanne Hennig-Wellsow im Vergleich zur Bundestagswahl 2017 von 9,2 Prozent auf 8 Prozent ab.

Nach aktueller Umfrage haben die Grünen eine realistische Chance auf die Kanzlerschaft

Der Umfrage zufolge könnte es also zu einem regelrechten Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen CDU/CSU und den Grünen kommen. Laschet gerät zunehmend in Bedrängnis und geht mittlerweile in die Offensive über. In einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung hat der Kanzlerkandidat der Union an den Grünen bemängelt, dass sie „inhaltlich wenig zu bieten“ hätten. Mit Blick auf Baerbock sagte Laschet „Sie redet, ich handle“.

Auch hielt Laschet fest, dass er sich mit der FDP für eine zukünftige Koalition eher eine Zusammenarbeit vorstellen könne. „Die FDP ist ein guter Partner, mit dem man das Land voranbringen kann“. Laschet begründete seine Aussage damit, dass in Deutschland die ausufernde Bürokratie abgebaut werden müsse „wir brauchen mehr Freiheit und weniger Bürokratie - das können die Grünen nicht“.

Laschet vor schwerem Gang: Nach Umfrage-Flop zu Gast beim Söder-Fanclub Südwest-CDU

Am Dienstagabend stand Laschet ein schwerer Gang bevor: Eine Woche nach Ende des Machtkampfs in der Union trifft er sich mit der Südwest-CDU, die in großen Teilen aufseiten des CSU-Vorsitzenden Markus Söder gestanden hatte. Zu der Videoschalte am Dienstagabend (18.00 Uhr) sind alle Funktions- und Mandatsträger aus Land, Bund und Europaparlament eingeladen, erfuhr die dpa. Fünf Monate vor der Bundestagswahl will Laschet auch die Landesverbände auf einen gemeinsamen Kurs einschwören, die mehrheitlich lieber Söder als Kanzlerkandidaten gesehen hätten. Die baden-württembergische CDU ist der zweitgrößte Landesverband und hatte sich schon im Rennen um den Bundesvorsitz auf die Seite des Laschet-Konkurrenten Friedrich Merz gestellt.

Im Machtkampf zwischen Laschet und Söder hatten sich insbesondere zahlreiche Bundestagsabgeordnete aus dem Südwesten für den CSU-Chef ausgesprochen. Die beiden Abgeordneten Gunther Krichbaum aus Pforzheim und Christian von Stetten aus Schwäbisch Hall hatten sogar in der Fraktion Unterschriften für Söder gesammelt und dafür geworben, dass die Unions-Fraktion die Entscheidung über die Kanzlerkandidatur trifft.

Dagegen hatte CDU-Landeschef und Bundesvize Thomas Strobl schon früh für den nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Laschet geworben. Auch Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble, der ebenfalls aus Baden-Württemberg kommt, hatte sich stark für den CDU-Chef eingesetzt. Allerdings musste Strobl in der entscheidenden CDU-Vorstandssitzung einräumen, dass in der K-Frage ein Riss durch die Südwest-CDU ging. (phf/dpa)

Rubriklistenbild: © Kay Nietfeld/dpa

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