Ein Drucker kontrolliert ein Wahlplakat der CDU mit einem Bild des Kanzlerkandidaten Armin Laschet darauf.
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Schlechte Umfragewerte für die Union setzen den CDU-Kanzlerkandidaten Armin Laschet unter Druck.

Söder warnt vor Machtverlust

Vor TV-Triell der Kanzlerkandidaten: Umfrage-Klatsche für Laschet - so tief lag die Union noch nie

  • Naima Wolfsperger
    VonNaima Wolfsperger
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Neueste Umfragen sehen die Union weiter im Sinkflug. Nur wenige Stunden vor dem ersten TV-Triell eine maximal schlechte Situation für Armin Laschet (CDU).

Berlin - Der Tiefflug der Union könnte vier Wochen vor der Bundestagswahl und nur wenige Stunden vor dem TV-Triell am Sonntag, 29. August, kaum schmerzhafter sein. Denn: Die Union kommt unter Kanzlerkandidat Armin Laschet (CDU) in der Insa-Umfrage auf den niedrigsten Wert, den das Meinungsforschungsinstitut jemals für die Union gemessen hat.

In der Befragung, die das Meinungsforschungsinstitut Insa jede Woche für die Bild am Sonntag erhebt, gewinnen die Sozialdemokraten zwei Prozentpunkte im Vergleich zur Vorwoche hinzu und kommen nun auf 24 Prozent - und somit auf das höchste Ergebnis im „Sonntagstrend“ seit September 2017. Die Union hingegen verliert einen Punkt und kommt auf 21 Prozent. Der im Sonntagstrend ausgewiesene Wert ist der niedrigste, den Insa jemals für die CDU/CSU gemessen hat. Die Grünen verharren demnach bei 17, die FDP bei 13 Prozent. AfD (11 Prozent) und Linke (6 Prozent) verlieren jeweils einen Punkt.

Umfrage-Debakel für CDU/CSU: Nur zehn Prozent würden Laschet wählen - Scholz profitiert

Einfluss auf die aktuellen Umfragen könnte am Sonntag sicherlich noch einmal das TV-Triell haben, das um 20.15 Uhr bei RTL und ntv ausgestrahlt wird. Da die Zahl der Briefwähler weiter steigt, spielt auch der aktuelle Meinungsstand der Deutschen eine größere Rolle - und dieser könnte stark von den aktuellen Umfrage-Ergebnissen sowie von dem Fernsehauftritt der Kanzlerkandidaten abhängen.

Das setzt Laschet massiv unter Druck, denn der Abwärtstrend für die Union setzt sich auch bei den persönlichen Umfragewerten der Kanzlerkandidaten fort. Bei einer Direktwahl würden in dieser Woche nur noch zehn Prozent der Befragten für Laschet stimmen, das sind zwei Prozentpunkte weniger als vor einer Woche. Grünen-Kandidatin Annalena Baerbock gewinnt einen Punkt hinzu und kommt in dieser Woche auf 14 Prozent. SPD-Kandidat Olaf Scholz verliert zwar drei Punkte, liegt aber mit 31 Prozent weiter deutlich vor seinen beiden Kontrahenten. 36 Prozent würden keinen der drei Kandidaten wählen.

Bundestagswahl 2021: Wählerinnen und Wähler für die Union im Vergleich zu 2017 halbiert

Ein genauerer Blick in die Wahldaten zeigt, dass Armin Laschet die Wählerinnen und Wähler, die 2017 noch für die CDU unter Merkel gestimmt haben, nicht halten kann. Nur 49 Prozent der Unions-Wähler aus der vergangenen Bundestagswahl haben vor, auch im September wieder die Union zu wählen. 18 Prozent wandern an die SPD, 13 Prozent an die FDP und zwölf Prozent an die Grünen.

Aktuell wären damit fünf Dreierbündnisse möglich: Vier mit einem Kanzler Olaf Scholz (SPD) und eines mit einem Kanzler Armin Laschet (CDU). Die SPD hätte im Bundestag Mehrheiten mit einem Ampel-Bündnis (SPD, Grüne, FDP), einer Deutschland-Koalition (SPD, CDU/CSU und FDP), einer Kenia-Koalition (SPD, CDU/CSU und Grüne) und einem rot-rot-grünen Bündnis (SPD, Grüne und Linke). Die Union könnte demnach nur mit einem Jamaika-Bündnis (CDU/CSU, Grüne und FDP) die eigene Kanzlerschaft retten.

Umfrage vor Bundestagswahl 2021: Söder warnt die Union vor Machtverlust


CSU-Chef Markus Söder warnte die Union eindringlich vor einem Machtverlust nach der Wahl am 26. September. „Wir müssen alles tun, um einen historischen Linksrutsch in Deutschland zu verhindern“, sagte er der „Bild am Sonntag“. „Noch nie war die Gefahr so groß, dass ein Linksbündnis die Macht übernimmt.“ Es komme inzwischen darauf an, dass die Union überhaupt noch vor SPD und Grünen liege. (nai/dpa)

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