Die Grünen weiterhin an der Spitze

Nächste Umfrage-Klatsche für Union: Laschet nur in einem Land vor Baerbock - vier Koalitionen möglich

  • vonJulia Schöneseiffen
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Das Umfrage-Tief der Union geht weiter. Die Grünen hingegen punkten bei der Bevölkerung. Nur eine Koalition wäre ohne die Grünen denkbar.

Berlin - Auch zwei Wochen nach der Bekanntgabe der Kanzlerkandidaten Annalena Baerbock und Armin Laschet, sprechen die Umfragewerte für die Grünen. Denn mit unveränderten 28 Prozent bleibt die Partei stärkste politische Kraft für die kommenden Bundestagswahlen. Der RTL/ntv-Trendbarometer zeigt, dass die Union von CDU und CSU weiterhin auf Platz zwei liegt. Auch, wenn es zu einer Verbesserung von knapp einem Prozentpunkt kam, ist der Rückstand mit fünf Prozentpunkten noch immer deutlich. Bei der Suche nach den Schuldigen für die schlechten Umfragewerte steht Markus Söder plötzlich weit vorne.

Unverändert: Grünen mit deutlichem Vorsprung vor der Union

Etwa 23 Prozent der Stimmen würde die Union derzeit bei der Bundestagswahl erzielen. Im Vergleich zur vergangenen Bundestagswahl im Jahr 2017 würden CDU und CSU demnach also knapp zehn Prozentpunkte verlieren. Ganz im Gegensatz zu den Grünen. Diese erreichten 2017 rund neun Prozent der Stimmen. Nach den aktuellen Umfragewerten liegen die Grünen bei satten 28 Prozent - ein enormer Sprung.

Neben der Union, könnte dem Trendbarometer zufolge auch die SPD mit derzeit 14 Prozent ein Verlierer der diesjährigen Bundestagswahl werden. Auch die Linke und die AfD verlieren im Vergleich zu 2017 an Boden - mit sechs und zehn Prozentpunkten. Die FDP konnte sich laut des Trendbarometers auf 12 Prozent verbessern.

Den Umfragewerten folgend, wären derzeit vier Koalitionen denkbar:

  • Grün-Schwarz mit 386 Mandaten
  • „Ampel“-Koalition aus Grünen, SPD und FDP mit 405 Mandaten
  • Rot-Rot-Grün mit 360 Mandaten
  • Schwarze Ampel aus Union, SPD und FDP mit 371 Mandaten

Bei direkter Kanzler-Wahl: Baerbock nächste Kanzlerin

Für die schwachen Umfragewerte der Union geben Befragte verschiedene Gründe an. Etwa 29 Prozent sehen deren als schlecht empfundene Corona-Politik als Ursache für die derzeitige Schwäche von CDU und CSU an. Auch die Zerstrittenheit der Union, die sich vor allem nach der Kanzlerkandidaten-Suche zeigte, sei ein Grund. Etwa 24 Prozent der Befragten führen die schlechten Umfragewerte der Union auf den „falschen Kanzlerkandidaten“ Armin Laschet zurück. Die Hochphase der Grünen hingegen begründet sich auch in der Zustimmung zur Kanzlerkandidatur Annalena Baerbocks.

Dürften die Bürger den Kanzler oder die Kanzlerin direkt wählen, würde Baerbock 31 Prozent der Stimmen erzielen. 17 Prozent würden für Laschet und 12 Prozent für SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz stimmen. Ganze 40 Prozent würden keinen der drei Kandidaten wählen. Nur in einem Bundesland würde Armin Laschet seine Konkurrentin Baerbock schlagen. Denn in Sachen-Anhalt würden 24 Prozent für Laschet stimmen, 13 Prozent für Annalena Baerbock. Eine andere Umfrage zeigt, dass die CSU auf Bundesebene aktuell mindestens neun Prozent bei der Bundestagswahl erzielen würde.

Die Daten wurden vom Markt- und Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag der Mediengruppe RTL vom 27. April bis 3. Mai 2021 erhoben. Es wurden 2508 Personen befragt. (jsch)

Rubriklistenbild: © Sven Simon/IMAGO

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