Woche der Entscheidung

Letzte Umfragen: Scholz vorne, aber Laschet im Nacken - kann die Union noch einmal aufholen?

  • Maximilian Kettenbach
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Es ist die alles entscheidende Woche für die Parteien in Deutschland. Am kommenden Sonntag steht die Bundestagswahl an. Wir geben einen Überblick über die Umfragen.

München/Berlin - Deutschland hält vor dem Wahltag am 26. September 2021 den Atem an, denn so eng war es wohl noch nie. Die Tendenz der jüngsten Umfragen ist klar: SPD vor CDU/CSU und Grüne. Doch eine Woche vor der Wahl gibt es von Forschungsinstitut zu Forschungsinstitut kleine aber vielleicht entscheidende Abweichungen. Denn für eine Koalitionsbildung kann jeder halbe Prozentpunkt am Ende entscheidend werden. Armin Laschets (Union) letzte Hoffnung Boden gut zu machen dürfte ein weiterer Attacke-Auftritt gegen Olaf Scholz (SPD) im letzten TV-Triell von Prosieben/Sat.1 sein. Annalena Baerbocks (Grüne) letzter Trumpf dürfte der Klimastreik am Freitag vor der Wahl sein. Er könnte unentschlossene Bürger noch zu Grün ziehen. (Wahldaten, Liveticker, Hintergrundberichterstattung - alle Infos rund um die Bundestagswahl 2021 bekommen Sie in unserem Politik-Newsletter.)

Von den Zweier-Bündnissen reicht es aktuell höchstens zu einer Neuauflage der Koalition aus SPD und Union. Genügen würde es auch für eine Ampel aus SPD, Grünen und FDP, für eine Regierung aus CDU/CSU, Grünen und FDP („Jamaika-Koalition“), ein Bündnis aus SPD, CDU und FDP („Deutschland-Koalition“) sowie für Rot-Grün-Rot. Allerdings sind den Angaben zufolge etwa 38 Prozent der Wählerinnen und Wähler noch nicht sicher, wen oder ob sie wählen wollen.

Hier finden Sie die Umfragen der vergangenen Woche sowie die aus der entscheidenden Woche vor der Bundestagswahl in der Übersicht.

Bundestagswahl 2021: Allensbach-Umfrage vom 24. September:

Eine Allensbach-Umfrage kurz vor dem Wahltag zeigt ein Kopf-an-Kopf-Rennen: Demnach liegt die SPD mit 26 Prozent nur noch einen Prozentpunkt hinter der Union (25 Prozent). Im Vergleich zu rund zwei Wochen vorher bliebt CDU/CSU damit zwar stabil, doch die SPD verliert einen Prozentpunkt. Die Grünen auf Rand drei steigen nur leicht auf 16 Prozent (plus 0,5 Prozentpunkte). Die FDP gewinnt einen Punkt hinzu und liegt nun bei 10,5 Prozent. Die AfD hingegen verliert einen Punkt und landet bei 10 Prozent. Die Linke muss womöglich um den Einzug in den Bundestag bangen: Allensbach sieht sie bei 5 Prozent (minus 1 Punkt).

Umfragen vor der Bundestagswahl - Forsa-Umfrage vom 24. September:

In einer aktualisierten Forsa-Umfrage bleibt die SPD stärkste Kraft vor der Union. Die Sozialdemokraten landen mit 25 Prozent vor der CDU/CSU mit 22 Prozent. Die Grünen rangieren auf Rang drei mit 17 Prozent. Diese Werte bleiben im Vergleich zur Erhebung von vor einer Woche unverändert. Die FDP gewinnt einen Prozentpunkt hinzu und landet bei 12 Prozent, die AfD verliert leicht und wird auf 10 Prozent taxiert (-1). Die Linke kommt auf 6 Prozent und kann sich damit nach wie vor offenbar nicht aller Sorgen vor dem Verpassen der Fünf-Prozent-Hürde entledigen. 26 Prozent sind Nicht-Wähler oder noch unentschlossen.

Wahl eines neuen Bundestags - Insa-Sonntagstrend vom 20. September:

Vor der Bundestagswahl in einer Woche hat die Union in einer neuen Insa-Umfrage leicht zugelegt, liegt aber noch immer drei Prozentpunkte hinter der SPD. Die Sozialdemokraten mit ihrem Kanzlerkandidaten Olaf Scholz liegen im „Meinungstrend“ für die Bild bei 25 Prozentpunkten und verlieren damit einen Zähler. Die Union mit Kanzlerkandidat Armin Laschet kommt auf 22 Prozent, ein Prozentpunkt mehr als in der Vorwoche.

Die Grünen folgen mit deutlichem Abstand, die Partei von Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock verharrt bei 15 Prozent. Die FDP büßt einen Punkt ein und liegt bei 12 Prozent. Die AfD steht unverändert bei 11 und die Linke bei 6,5 Prozent. Die sonstigen Parteien kommen gemeinsam auf 8,5 Prozent.

Politbarometer, Deutschlandtrend und Co.: Die Umfragen im Überblick

*SPDUnionGrüneFDPAfDLinkeSonstige
Allensbach 24.09.202126251610,51057,5
Forsa 24.09.2021252217111068
Kantar 23.09.2021252116111179
Insa 20.09.202125221512116,58,5
Forschungsgruppe Wahlen 17.09.2021252216111169
Infratest dimap 16.09.2021262215111169
Civey 15.09.2021252317121067
Emnid 16.09.2021262017111268
YouGov 16.09.20212520151011811

Umfragen vor der Bundestagswahl - Politbarometer (Forschungsgruppe Wahlen) vom 17. September:

Im ZDF-„Politbarometer“ verharrte die CDU/CSU wie in den beiden Wochen zuvor bei 22 Prozent. In Führung blieb die SPD mit unverändert 25 Prozent. Die Grünen verloren einen Punkt auf 16 Prozent. Bei den Werten für die anderen Parteien bewegte sich nichts. FDP und AfD blieben bei elf Prozent, die Linkspartei bei sechs Prozent.

67 Prozent trauen Olaf Scholz das Kanzleramt zu. Unions-Kandidat Armin Laschet halten dagegen nur 29 Prozent für kanzlerfähig. Grünen-Kandidatin Baerbock steht hier bei 26 Prozent.

Im Durchschnitt liegt die SPD damit gerundet bei 26 Prozentpunkten, die CDU/CSU bei 22, Grüne bei 16, FDP und AfD bei rund 11 Prozentpunkten und die Linke bei 6.

Umfragen vor der Bundestagswahl - „Deutschlandtrend“ (Infratest dimap) vom 16. September:

Im Vergleich zur Erhebung Anfang September konnten die Sozialdemokraten im ARD-“Deutschlandtrend“ einen Punkt zulegen auf nun 26 Prozent. Die Union wächst sogar um zwei Punkte und kommt nun auf 22 Prozent. Auf Platz drei bleiben den Angaben zufolge die Grünen mit 15 Prozent (minus eins). FDP und AfD liegen gleichauf bei elf Prozent - die Liberalen verloren zwei Punkte, die AfD einen. Die Linke steht unverändert bei sechs Prozent.

Wäre der Bundeskanzler oder die Bundeskanzlerin direkt wählbar, würden sich laut „Deutschlandtrend“ 40 Prozent für SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz entscheiden (minus drei im Vergleich zu Anfang September). 19 Prozent (plus drei) wünschten sich den Unions-Kanzlerkandidaten Armin Laschet als Regierungschef, 13 Prozent (plus eins) waren für Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock. 28 Prozent (minus eins) wollten keine der drei Persönlichkeiten im Kanzleramt sehen.

  • Die derzeitigen Umfragen spiegeln die Stimmung zum Erhebungszeitraum. Sie sind keine Prognosen für den Wahltag. Die statistische Fehlertoleranz beziffern die Institute mit +/-2,5 Prozentpunkten.

Rubriklistenbild: © Ronny Hartmann / AFP

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