Bundestagswahl 2021

Nächster Umfrage-Rückschlag für Laschets Union: Söder stellt nun Trend-Ultimatum

In einer zweiten aktuellen Meinungsumfrage erreichen CDU und CSU zusammen nur 20 Prozent. CSU-Chef Markus Söder warnt vor einer verpassten Regierungsbeteiligung.

Update vom 5. September, 22.22 Uhr: Die Union befindet sich in Sachen Umfragen aktuell im freien Fall. Fünf Prozent beträgt der Vorsprung der SPD nun schon, wie der Insa-„Sonntagstrend“ im Auftrag der Bild nun feststellte (siehe Erstmeldung). CSU-Chef Söder meint, dass die Union nun in der kommenden Woche die Trendwende schaffen muss.

„Die Umfragewerte sind in der Tat nicht gut“, sagte der bayerische Ministerpräsident drei Wochen vor der Abstimmung am Sonntagabend im „heute journal“ des ZDF. „Die nächste Woche ist da jetzt ganz entscheidend, da muss der Trend gebrochen werden.“

Nächster Umfrage-Knall: Union und Grüne verlieren - Scholz` SPD weiter auf dem Vormarsch

Erstmeldung vom 5. September: Berlin - Nicht nur das „Politbarometer“ (ZDF). Nicht nur der „Deutschlandtrend“ (ARD). Nun stellt auch der „Sonntagstrend“ (Insa) fest: Die SPD baut ihren Vorsprung vor CDU/CSU aus. Markus Söder ist alarmiert, Jens Spahn teilt aus.

Die SPD um ihren Kanzlerkandidaten Olaf Scholz gewann in der Umfrage im Auftrag der Bild am Sonntag (BamS) gegenüber der Vorwoche einen Prozentpunkt hinzu und liegt bei 25 Prozent. CDU und CSU mit ihrem Kanzlerkandidaten Armin Laschet kommen gemeinsam auf 20 Prozent, ein Punkt weniger als vor einer Woche - und laut der Zeitung ein historischer Tiefstand.

Wahlumfragen sind generell immer mit Unsicherheiten behaftet. Grundsätzlich spiegeln sie nur das Meinungsbild zum Zeitpunkt der Befragung wider und sind keine Prognosen auf den Wahlausgang.

Bundestagswahl 2021: Spahn wirft Scholz „Erbschleicherei“ vor

Auf dem dritten Platz büßen die Grünen von Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock einen Punkt ein und liegen nun bei 16 Prozent - gefolgt von der FDP, die unverändert auf 13 Prozent kommt. Jeweils einen Punkt zulegen können laut den Meinungsforschern des Instituts Insa die AfD mit 12 Prozent und die Linke mit 7 Prozent. Die sonstigen Parteien kommen gemeinsam auf 7 Prozent (minus 1).

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) bezeichnete unterdessen Scholz‘ gute Umfragewerte als „ein bisschen Erbschleicherei“, und war bei einer Fragestunde während der Veranstaltung „Lange Nacht der ZEIT“ in Hamburg. Die Raute-Geste zeigend sagte Spahn: „Ihr ehemaliger Bürgermeister steht da so und tut so, als wäre er Merkel in männlich, was aber ja nicht die Politik trifft, die in seinem Programm steht“. Dieser Eindruck hätte sich dennoch bei den Menschen bislang halten können. Die CDU müsse im Wahlkampf nun offensiver werden, so Spahn.

Armin Laschet und Markus Söder (Archivbild)

Bundestagswahl-Umfragen: Söder warnt vor verpasster Regierungsbeteiligung für Union

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder warnt angesichts der schwachen Umfrageergebnisse die Union sogar vor einer verpassten Regierungsbeteiligung. Der Welt am Sonntag (WamS) sagte der CSU-Parteichef, zwar sei eine Trendwende noch möglich, „es ist aber in der Tat sehr ernst, und es wird knapp“. Sollten CDU und CSU nicht in der Regierung sein, „kommen schwerste Zeiten auf die Partei zu“.

Ziel müsse es sein, stärkste Fraktion im Bundestag zu werden, um einen Linksrutsch durch eine rot-grün-rote Regierung zu verhindern, forderte er. Die Union müsse „noch deutlicher machen“, dass es „nur zwei“ Möglichkeiten gebe: „Entweder einen Linksrutsch mit der Linkspartei oder mit einer Ampel“. Denn auch die Ampel - ein Bündnis aus SPD und Grünen mit der FDP - sei ein „verdünnter Linksrutsch“, da die Liberalen kleinste Partei wären.

„Die Alternative ist dagegen ein Bündnis unter bürgerlicher Führung.“ Am Ende von Rot-Grün sei Deutschland schon einmal mit fünf Millionen Arbeitslosen fast bankrott gewesen. „Ein Linksrutsch führt immer in die Arbeitslosigkeit und Verschuldung“, sagte Söder der WamS.

Bundestagswahl 2021: Generalsekretäre attackieren Kanzlerkandidaten

Derweil haben die Generalsekretäre von CDU und SPD, Paul Ziemiak und Lars Klingbeil, die Kanzlerkandidaten der jeweiligen Konkurrenz scharf angegangen. „(Armin) Laschet tritt sehr dünnhäutig auf. Er wechselt gerade panisch aus dem Schlafwagen ins Wild-Um-Sich-Schlagen“, sagte Klingbeil der BamS. „Die Ernsthaftigkeit, die man im Kanzleramt braucht, lässt Laschet völlig vermissen.“

Ziemiak sagte in dem Streitgespräch zur Weigerung von Scholz, eine Koalition mit der Linken auszuschließen: „Das ist übelste politische Trickserei. Da wird rumlaviert, um die Wähler in Sicherheit zu wiegen und am Ende zu täuschen.“ Natürlich würden SPD und Grüne, sobald es eine Stimme Mehrheit gebe, mit den Linken koalieren. „Diese Unehrlichkeit finde ich empörend. Wer so die Wähler hinters Licht führt, darf kein Land führen.“

Klingbeil verwies darauf, dass sich ein Regierungsbündnis unter einem Kanzler Scholz zu Nato, Bundeswehr und EU bekennen müsse: „Jeder im Land weiß, dass Olaf Scholz für Seriosität steht und Prinzipien einhält. Von einer Partei, die in Maskendeals und andere Affären verstrickt ist, braucht die SPD keine moralischen Ratschläge.“ (dpa/AFP/frs)

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