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Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) wird laut Umfragen nach der Landtagswahl in Brandenburg nicht mehr mit Rot-Rot regieren können.

Derzeit reicht es für Rot-Rot-Grün

Umfragen zur Landtagswahl in Brandenburg: AfD vorne, CDU nur auf Platz vier

Vor der Landtagswahl 2019 in Brandenburg deuten die Umfragen einen Regierungswechsel an. Weil vier Parteien nahezu gleichauf liegen, müsste eine Koalition wohl drei Parteien umfassen.

Update vom 18. Juli 2019: Laut einer aktuellen Umfrage kann die AfD die stärkste Partei bei der Landtagswahl in Brandenburg werden. Würde an diesem Sonntag gewählt, käme sie auf 21,3 Prozent der Stimmen. Zu diesem Schluss kommt eine Civey-Befragung für den Tagesspiegel und Spiegel Online. Die SPD erreicht demnach 17,2 Prozent und liegt damit knapp vor der Linken mit 16,9 Prozent. Die CDU kommt in dieser Umfrage mit 16,3 Prozent auf Rang vier vor den Grünen, die mit 15,1 Prozent Platz fünf belegen. Die FDP liegt bei 5,2 Prozent und kann nicht sicher damit rechnen, nach der Wahl in den Landtag in Potsdam einzuziehen.

Erstmeldung: Was sagen die Umfragen vor der Landtagswahl 2019 in Brandenburg?

Potsdam - Der Trend ist deutlich: Die Regierung in Brandenburg steht bei der Landtagswahl am 1. September 2019 vor der Abwahl. SPD und CDU schwächeln enorm, während Grüne und AfD im Aufwind sind. Somit würde das Rot-Rot-Bündnis aus SPD und Linke zum ersten Mal seit zehn Jahren die Mehrheit verlieren - doch für ein Dreierbündnis Rot-Rot-Grün würde es nach einer aktuellen INSA-Umfrage derzeit reichen (siehe Tabelle unten).

Vor allem die Sozialdemokraten könnte es im Vergleich zur letzten Wahl im Jahr 2014 richtig hart treffen: Haben die Genossen vor fünf Jahren noch über 31 Prozent der Wählerstimmen eingeheimst, rutschen sie laut aktuellen Umfrage-Werten unter 20 Prozent und fallen somit hinter AfD, Grüne und CDU. 

Landtagswahl Brandenburg 2019: Prognosen lassen CDU und SPD zittern

Der Trend der Europawahl setzt sich voraussichtlich auch bei der Landtagswahl in Brandenburg fort. Davon profitieren vor allem die Grünen und die AfD. Lagen die Rechtspopulisten 2014 noch bei 12,2 Prozent, könnten sie ab dem 1. September 2019 die stärkste Partei in dem Bundesland werden. Über 21 Prozent ergattert die Fraktion laut einer Infratest-Umfrage vom Juni. Damit wäre Brandenburg das zweite Bundesland nach Sachsen, in welchem die Alternative für Deutschland die Nummer eins werden kann. Das führte bei den sächsischen Nachbarn allerdings zu einem Problem: Die AfD hatte nach der Kommunalwahl 2019 nicht genügend Mitglieder, um die benötigten Plätze zu besetzen. Gerade im Osten der Republik liegt die Partei vorn. Doch warum können die Rechtspopulisten gerade in den Neuen Ländern so stark punkten?

Der amtierende Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) muss um seinen Posten in Brandenburg bangen.

Landtagswahl 2019 in Brandenburg: SPD laut Umfragen an den Rand gedrängt

Mit einer Trendwende dürfen die kriselnden Volksparteien SPD und CDU im Osten also nicht rechnen. Im Gegenteil: Sie müssen um ihr Fortbestehen fürchten. Der amtierende Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) könnte - so die Prognose in den Monaten vor der Wahl - wohl nur weiterregieren, wenn er die Grünen mit ins Boot holt. Diese klettern laut den Umfragen gemäß dem bundesweiten Trend auch in Brandenburg in der Wählergunst nach oben. Hatten sie bei der Landtagswahl 2014 mit 6,2 Prozent gerade Mal so den Einzug in den Landtag geschafft, liegen sie bei der Infratest-Befragung vom Juni bei 17 Prozent - und somit gleichauf mit der CDU und nur einen Prozentpunkt hinter der SPD. Die FDP stagniert bei fünf Prozent - sie muss also aufgrund der Fünf-Prozent-Hürde nach wie vor um den Einzug ins Landesparlament bangen. 

Währenddessen hat CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak einer Kooperationen von CDU und AfD - und damit auch einem Vorschlag von Hans-Georg Maaßen - eine klare Absage erteilt.

Wahlkampfauftakt der Grünen in Brandenburg

Landtagswahl 2019 in Brandenburg: So sieht der Landtag aus

Der Landtag in Brandenburg besteht grundsätzlich aus 88 Abgeordneten, 44 werden durch Mehrheitswahl in den Wahlkreisen, die übrigen durch Verhältniswahl nach den Landeslisten der Parteien und Vereinigungen gewählt. Überhang- und Ausgleichsmandate können diese Zahl dabei noch auf maximal 110 erhöhen. Die Einzelheiten dazu sind im Brandenburgischen Landeswahlgesetz festgelegt. Das Mindestalter für das aktive Wahlrecht liegt bei 16 Jahren. Somit darf jeder wählen gehen, der bis zum 1. September 2003 zur Welt gekommen ist. Letzter Geburtstermin für die Wählbarkeit eines Kandidaten ist der 1. September 2001. 

Die letzten Umfragen zur Landtagswahl 2019 in Brandenburg (alle Angaben in Prozent

Institut

Datum

CDU

SPD

GRÜNE

FDP

LINKE

AfD

Sonstige

Civey (Spiegel)

17.07.2019

16,3

17,2

15,1

5,2

16,9

21,3

8

INSA (BILD)

02.07.2019

18

19

16

6

16

19

BVB/FW 3

Sonst. 3

Infratest dimap (Auftraggeber: RBB)

11.06.2019

17

18

17

5

14

21

BVB/FW 4

Sonst. 4

INSA (BILD)

30.05.2019

20

19

12

5

18

20

BVB 3 

Sonst. 3

Infratest dimap (RBB, Antenne Brandenburg)

09.04.2019

20

22

12

5

16

19

6

INSA (BILD)

07.02.2019

21

21

10

5

17

19

BVB 4

Sonst. 3

pmg – policy matters (SPD-LV)

10.01.2019

21

23

10

3

18

21

4

Forsa (Märkische Allgemeine)

01.01.2019

19

20

12

5

17

20

7

Infratest dimap (Brandenburg)

19.09.2018

21

23

7

5

17

23

4

INSA (BILD)

17.08.2018

18

23

8

5

18

21

BVB 4

Sonst. 3

Infratest dimap (RBB, Antenne Brandenburg)

18.04.2018

23

23

7

4

17

22

4

Infratest dimap (RBB)

14.11.2017

22

23

6

7

17

20

5

Forsa (Märkische Allgemeine)

10.11.2017

22

25

6

5

18

18

6

Landtagswahl am 14.09.2014

23

31,9

6,2

1,5

18,6

12,2

BVB 2,7

NPD 2,2
Sonst. 1,9

*merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

Hundert Parteifunktionäre der AfD stellen sich gegen den Thüringer AfD-Landesvorsitzenden und Rechtsaußen Björn Höcke. Sie werfen ihm Spaltungstendenzen und einen „Personenkult“ vor.

Falls Sie noch nicht wissen, was Sie bei der Landtagswahl in Brandenburg auf dem Stimmzettel ankreuzen sollen, können Sie den Wahl-O-Mat nutzen, der Ihnen als Wahl-Entscheidungshilfe dienen kann.

Außerdem finden erhalten Sie alle Informationen zur gleichzeitig stattfindenden Wahl in Sachsen. Dazu gehören die jeweils aktuellen Prognosen und Umfragen vor der Landtagswahl in Sachsen.

joho

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Kommentare

SamedaySameyear lastday
(1)(0)

also die Mehrheit will AfD und sie bekommen RRG. Macht Sinn... nur in D.

P.Reinike
(0)(0)

Nach diesen Kriterien ist es objektivierbar ein "Kopf-an-Kopf-Rennen" von fünf Parteien und nicht von vieren: AfD, SPD, CDU, Linke und Grüne, alle zwischen 16% und 19%. Die Grünen können nicht in der Fläche, sondern im westlichen Speckgürtel Berlins punkten, wohin es viele Hauptstadtflüchtige verschlagen hat. Auch in Potsdam ist SPD und Linke noch stark, wenn auch längst nicht mehr wie in den Jahren unter Platzeck. Die SPD fängt bereits jetzt mit der Plakatierung an, wo die Plakate der EU Wahl zuweilen noch nicht abgehängt sind, was ein Signal für Panik ist. Brandenburg kann Geschichte schreiben. Und das gegen alle Agitation.

Hubertus Stadler
(0)(0)

// SPD und CDU schwächeln enorm, während Grüne und AfD im Aufwind sind.//
Den selben Trend wird es schon bald in ganz Deutschland geben. Denn sowohl SPD als auch CDU /CSU vernachlässigen ihre Wähler*innen seit Jahren. So sucht sich eben der Wähler eine neue politische Heimat.