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Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan.

Kritische Journalisten angeklagt

Umstrittener Prozess: Erdogan warnt ausländische Diplomaten

Istanbul - Die Kontroverse um die Anwesenheit ausländischer Diplomaten bei dem umstrittenen Prozess gegen zwei regierungskritische Journalisten in der Türkei spitzt sich zu.

Präsident Recep Tayyip Erdogan warnte am Sonntag den britischen Generalkonsul Leigh Turner, ohne dessen Namen zu nennen. „Wenn diese Person noch immer ihren Dienst in der Türkei fortführen kann, ist das unserem Edelmut und unserer Gastfreundschaft zu verdanken“, sagte Erdogan nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu auf einer Veranstaltung in Istanbul.

Hintergrund ist eine Twitter-Nachricht Turners vom Samstag. Er hatte geschrieben, die Türkei entscheide selbst, was für ein Land es sein möchte. Erdogan sagte, mit dem Tweet sei eine Grenze überschritten worden. Woanders würden Diplomaten, die ein solches Benehmen an den Tag legten, nicht einen Tag geduldet.

Mehrere diplomatische Vertreter, darunter der deutsche Botschafter Martin Erdmann und der britische Generalkonsul Turner, hatten am Freitag in Istanbul den Beginn des Prozesses gegen die Journalisten Can Dündar und Erdem Gül beobachtet. Ihnen wird unter anderem Spionage und Unterstützung einer terroristischen Vereinigung vorgeworfen. 

Erdogan hatte die Anwesenheit der Diplomaten schon am Samstag scharf kritisiert. "Dies ist nicht Ihr Land, dies ist die Türkei", empörte er sich in einer vom Fernsehen übertragenen Rede. Die Diplomaten könnten im Rahmen ihrer Vertretungen tätig werden, ansonsten sei eine Erlaubnis nötig.  Erdogan warf den Diplomaten nun vor, sie hätte "Stärke demonstrieren" wollen. "Wer sind Sie? Was machen Sie da?", rief er wütend in seiner Rede aus.

dpa/afp

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