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Umweltbundesamt: Erreichen der Klimaziele für 2030 und 2045 gefährdet

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Umweltbundesamt (Symbolbild).
Umweltbundesamt (Symbolbild). © Richard Wareham/Imago

Das Umweltbundesamt (UBA) sieht die Klimaziele ohne zusätzliche Maßnahmen gefährdet.

Berlin in Deutschland - Das geht aus dem Projektionsbericht 2023 der Regierung hervor, den das UBA am Dienstag in Berlin veröffentlichte. Hauptursache sind demnach Zielverfehlungen im Verkehrssektor, aber auch im Gebäudebereich und der Industrie.

Nach jetzigem Stand ist demnach damit auszugehen, dass bis 2030 die Treibhausgasemissionen in der Summe um 194 bis 331 Millionen Tonnen höher liegen würde als vorgeschrieben. Laut den vorherigen Prognosen des UBA von 2021 hatte die erwartete Lücke bis 2030 allerdings noch 1100 Millionen Tonnen CO2 ausgemacht.

Untersucht wurden zwei Szenarien. Der Wert von 331 Millionen Tonnen würde sich dann ergeben, wenn nur Maßnahmen berücksichtigt wurden, die zum Beginn der Berechnungsphase bereits in Kraft waren. Das zweite, günstigere Szenario berücksichtigt auch Maßnahmen, die konkret geplant, aber noch nicht umgesetzt oder definitiv beschlossen sind.

Der Zielwerte des Klimaschutzgesetzes, bis 2030 die Emissionen um 65 Prozent im Vergleich zu 1990 zu verringern, würde nach dem zweiten Szenario erreicht. Die Lücke bei der Emissionssumme ergibt sich also aus Zielverfehlungen in den Jahren zuvor. Im ersten Szenario, ohne die noch nicht fest beschlossenen Maßnahmen würde eine Minderung bis 2030 um 63 Prozent erreicht.

Die größten Zielverfehlungen im zweiten Szenario einschließlich der bereits konkret geplanten Maßnahmen gibt es laut dem Projektionsbericht im Verkehr (187 Millionen Tonnen), gefolgt von der Industrie (54 Millionen Tonnen) und dem Gebäudesektor (34 Millionen Tonnen). Die Bereiche Energie, Landwirtschaft und Abfallwirtschaft würden demnach ihre Ziele übererfüllen.

Der Bericht macht zudem deutlich, dass Deutschland im günstigeren Szenario auch die Vorgaben der Europäischen Lastenteilungsverordnung (ESR) im Zeitraum 2021 bis 2030 um 152 Millionen Tonnen verfehlen würde. Der Verordnung zufolge müsste Deutschland dies durch den Zukauf von Emissionsrechten aus anderen EU-Staaten ausgleichen, soweit dies möglich ist.

Ebenfalls ohne zusätzliche Anstrengungen deutlich verfehlt würde die Verpflichtung, bis 2045 Treibhausgasneutralität zu erreichen. Auch im günstigeren Szenario würde laut Projektionsbericht bis dahin nur eine Minderung um 86 Prozent erreicht.

Der Hinweis des UBA auf die drohenden Zielverfehlungen deckt sich im Grundsatz mit der ebenfalls am Dienstag vorgelegten Stellungnahme des Expertenrats der Bundesregierung zum geplanten Klimaschutzprogramm sowie dessen Prüfberichts zu Maßnahmen in den Bereichen Verkehr und Gebäude. bk/mt

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