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Behördenverlagerung der Staatsregierung

Umzug des Landesamts nach Fürth macht Schwierigkeiten

München - Die Staatsregierung will über 2000 Behördenstellen aufs Land verlagern. Doch Behördenumzüge bergen Tücken, wie ein internes Dokument des Innenministeriums belegt.

Der Umzug des Statistischen Landesamts von München nach Fürth verursacht Schwierigkeiten. Laut einem internen Bericht des Innenministeriums hat der Umzug so viele Versetzungen zur Folge, dass wertvolles Sachwissen verloren geht.

Viele der ursprünglich für den Umzug eingeplanten Mitarbeiter wollen nun doch nicht nach Fürth wechseln, außerdem war ohnehin eingeplant, dass viele Mitarbeiter neue Jobs bei anderen Behörden in München finden. „Dies und die Verlagerungen nach Fürth haben zur Folge, dass in Einzelfällen Sachgebiete fast vollständig mit neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern besetzt werden müssen und somit jahrzehntelange Erfahrungen ganzer Sachgebiete verloren gehen“, heißt es in dem Papier, das der Nachrichtenagentur dpa vorliegt. „Was auch dazu führen kann, dass Aufgaben nicht mehr vollumfänglich erfüllt werden können.“ Das Landesamt werde aber „alles tun, um eine Gefährdung der ordnungsgemäßen Aufgabenerfüllung zu vermeiden“.

Das Dokument wirft ein Schlaglicht auf die Tücken, die bei einem Behördenumzug entstehen können. Finanzminister Markus Söder (CSU) will in den nächsten Jahren über 2000 Behördenstellen von München in ländliche Regionen verlagern.

Ein Sprecher des Innenministeriums sagte: „Es gibt keine Probleme mit der Verlagerung, und zu internen Kabinettsvorlagen nehmen wir nicht Stellung.“

Die Opposition ist besorgt: „Es wird viel Spezialwissen auf der Strecke bleiben, das sich auch durch Nachschulungen neuer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht ohne weiteres ersetzen lässt“, kritisierte Grünen-Haushaltsexpertin Claudia Stamm. Die Schwierigkeiten im Landesamt seien keine Überraschung.

Die Behördenverlagerungspläne seien wichtig für das Ziel gleichwertiger Lebensverhältnisse in ganz Bayern, sagte Landtags-Vizepräsident Peter Meyer (Freie Wähler). „Die Probleme beim Umzug des Landesamtes zeigen bereits jetzt, welches Chaos bei Söders Ämterwanderung droht, falls der Minister aus diesen früheren Fehlern nicht lernt.“

dpa

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