Interner Bericht

UN-Blauhelme schrecken vor Waffeneinsatz zurück

 New York - Aus Furcht vor Gerichtsverfahren schrecken UN-Blauhelme laut einem internen Bericht der Vereinten Nationen vor dem Einsatz von Waffen zurück, selbst wenn dies zum Schutz von Zivilisten notwendig wäre.

 Nur in 20 Prozent von insgesamt 507 untersuchten Vorfällen, bei denen Zivilisten betroffen waren, habe es überhaupt eine Reaktion von den Friedenstruppen gegeben. "Und selbst dann wurde fast nie Gewalt eingesetzt, auch nicht als letztes Mittel", hieß es in dem in dieser Woche veröffentlichten Bericht.

Das UN-Büro für interne Überprüfung (OIOS) hatte die Studie erstellt und einem Ausschuss der UN-Vollversammlung übergeben. Untersucht wurden zehn Blauhelm-Missionen, unter anderem im Kongo, im Südsudan und in Darfur. Es ging um Einsätze, für die der UN-Sicherheitsrat ein robustes Mandat erteilt hatte.

Als wichtigsten Grund für die Zurückhaltung wurde die Furcht der Soldaten genannt, wegen des Waffeneinsatzes vor den Internationalen Strafgerichtshof oder ein anderes Gericht gestellt zu werden. Weitere Gründe waren die Wahrnehmung, es gebe für einen Einsatz zu wenig Personal oder Ausrüstung.

Der Chef der UN-Friedenstruppen, Hervé Ladsous, übte Kritik an der Studie. Diese nehme "umfassende politische Lösungen" nicht ausreichend in den Blick. Außerdem berücksichtige sie die Rolle der Länder zu wenig, in denen die Blauhelme eingesetzt würden.

afp

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Frau von Orlando-Attentäter festgenommen
Rodeo - Sieben Monate nach dem tödlichen Anschlag auf einen Schwulenclub in Orlando ist die Ehefrau des Attentäters festgenommen worden.
Frau von Orlando-Attentäter festgenommen
Kerry nennt Trumps Äußerungen über Merkel "unangebracht"
Washington - Der scheidende US-Außenminister John Kerry hat die Kritik von Donald Trump an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) als "unangebracht" bezeichnet.
Kerry nennt Trumps Äußerungen über Merkel "unangebracht"
Wahl am Dienstag: Wer beerbt Schulz als EU-Parlamentspräsident?
Straßburg - Um die Nachfolge für den mächtigen EU-Parlamentspräsidenten Martin Schulz gab es in den vergangenen Wochen gehöriges Gerangel. Am Dienstag schreiten die …
Wahl am Dienstag: Wer beerbt Schulz als EU-Parlamentspräsident?
Obama warnt Trump: Deal mit Iran das „Ergebnis jahrelanger Arbeit“
Washington - US-Präsident Barack Obama hat seinen Nachfolger Donald Trump davor gewarnt, das Atomabkommen mit dem Iran über Bord zu werfen.
Obama warnt Trump: Deal mit Iran das „Ergebnis jahrelanger Arbeit“

Kommentare