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UN-Generalsekretär Ban Ki Moon gratulierte Donald Trump zu seinem Wahlsieg.

Nach Wahl-Erfolg des Unternehmers

UN-Botschafter wollen Trump ohne Vorurteile begegnen

New York - Die Reaktionen von Diplomaten und UN-Mitarbeitern auf den Wahlsieg von Donald Trump waren bislang sehr verhalten. Der zukünftige US-Präsident gilt nicht als Fan internationaler Organisationen.

Höfliches Lächeln und zurückhaltend formulierte Gratulationen: Im UN-Hauptquartier am New Yorker East River wird der Wahlerfolg von Donald Trump mit sehr gemischten Gefühlen begrüßt. So mancher Diplomat verweist auf die offiziellen Äußerungen seiner Regierung. Andere betonen, die Auswirkungen der Trump'schen Politik auf das internationale Parkett müssten erst einmal abgewartet werden.

Generalsekretär Ban Ki Moon gratulierte dem Republikaner zum Sieg nach einem „hart umkämpften und oft polarisierenden Wahlkampf“, und äußerte den Wunsch nach einer weiterhin starken Rolle der USA. Fragen zur Zukunft der UN unter Präsident Trump wollte Ban am Mittwoch aber nicht beantworten.

Die verhaltene Reaktion in den Korridoren des UN-Hauptquartiers überdeckt Gefühle von Schock und Besorgnis. In den Monaten vor der Wahl hatten der Immobilienmogul und die Diplomaten keinen Hehl aus ihrer gegenseitigen Ablehnung gemacht.

„Wann sieht man die Vereinten Nationen jemals?“, fragte Trump im April. „Lösen die jemals irgendetwas?“, sagte er und deutete an, es werde zu viel Geld für die UN ausgegeben.

UN-Diplomaten hatten US-Wahl unterschätzt

Mit seinem Sieg hatte auch kaum ein UN-Diplomat gerechnet. Seine Ansichten, die oft im Gegensatz zur offiziellen Position Washingtons in internationalen Fragen stehen, quittierte so mancher mit Grinsen und Augenrollen.

Wolodymyr Jeltschenko, der ukrainische UN-Botschafter, etwa hatte zunächst nur ein Schulterzucken für Trumps Ankündigung übrig, er könne sich vorstellen, Russlands Annexion der Krim anzuerkennen. „Wenn das seine Meinung als US-Präsidentschaftskandidat ist, nun, dann ist das seine Meinung“, sagte er im Juli.

Jene, die Trumps Kandidatur ernst nahmen, warnten vor seiner Wahl. Der Hochkommissar für Menschenrechte, Zeid Ra'ad al-Hussein, kritisierte vor der UN-Generalversammlung „volksverhetzende Eiferer, die durch Vorurteile und Hinterlist versuchen, an die Macht zu gelangen, oder diese zu erhalten.“

Nach Trumps Triumph jedoch betonte Bans Sprecher Stéphane Dujarric, dass die UN sich auf den Wechsel von Präsident Barack Obama zu Trump konzentrieren würden, der auch mit dem Amtsantritt des neuen UN-Chefs Antonio Guterres zusammenfalle. Es gebe bereits Gespräche, der Wahlkampf und seine Rhetorik seien vorbei.

UN-Botschafter: „Gibt keinen Rat, den man ihm geben kann“

Die UN-Botschafter der konfliktgebeutelten Staaten Irak und Jemen wollen einem Weißen Haus unter Trump ebenfalls ohne Vorurteile begegnen. Sein Land hoffe, dass Trump positiv zur Lösung der Nahostkrise beitragen werde, sagte der jemenitische Botschafter Chaled Hussein Mohammed Aljemani. „Wir wissen, dass er jetzt sein Team haben wird und das Team seine Pläne ausarbeiten wird.“

Iraks Botschafter Mohammed Ali Alhakim sagte, er habe noch keinen genauen Eindruck, wie Trump die Rolle der USA bei den UN sieht. „Ich glaube, es gibt wirklich keinen Rat, den man ihm geben kann. Außer, dass die USA weiterhin überall den Terrorismus bekämpfen sollen, denn diese Frage ist für alle Staaten wichtig“, sagt er.

Was sich aber mit ziemlicher Sicherheit ändern wird, ist das Gesicht der USA bei den Vereinten Nationen. US-Botschafterin Samantha Power witzelte bereits im Vorfeld, dass sie im Januar einen neuen Job brauchen werde. Die Demokratin und ehemalige Mitarbeiterin Obamas ist seit 2013 im Amt und wäre auch unter einer Präsidentin Hillary Clinton wahrscheinlich ersetzt worden - sie hatte Clinton in einem Interview 2008 als „Monster“ bezeichnet. Nach dem Sieg Trumps ist ein Jobwechsel vermutlich unausweichlich.

dpa

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