Aktivisten vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland demonstrieren am 12. Mai vor dem Bundestag in Berlin gegen den Einsatz des Pflanzenschutzmittels Glyphosat.
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Aktivisten vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland demonstrieren am 12. Mai vor dem Bundestag in Berlin gegen den Einsatz des Pflanzenschutzmittels Glyphosat.

Neue Studie vor EU-Entscheidung erschienen

UN-Experten: Glyphosat wahrscheinlich nicht krebserregend

Genf - Glyphosat ist ein Milliarden-Geschäft. Seit langem steht das Unkrautvernichtungsmittel im Verdacht, krebserregend zu sein. Vor einer wichtigen EU-Entscheidung sorgt eine neue Studie für Aufsehen.

Wenige Tage vor entscheidenden EU-Beratungen über das umstrittene Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat hat eine UN-Studie den Krebsverdacht nicht bestätigt. Tiertests mit für Menschen relevanten Dosen des Mittels hätten gezeigt, dass Glyphosat bei der Nahrungsaufnahme nicht zu genetischen Zellveränderungen führe.

Glyphosat ist der weltweit am meisten eingesetzte Wirkstoff in Pflanzenschutzmitteln. Zur Krebsgefahr hatte es bereits in der Vergangenheit widersprüchliche Studien gegeben. In den kommenden Tagen soll in der EU über eine Verlängerung der Zulassung des Herbizids entschieden werden.

Glyphosat ist in vielen Pflanzenschutzmitteln enthalten. Es wird unter der Produktbezeichnung "Roundup" auch von privaten Hausbesitzern verwendet, um etwa Garagenzufahrten von Unkraut freizuhalten.

In dem jetzt veröffentlichten Glyphosat-Bericht heißt es, auch Veränderungen des menschlichen Erbguts hätten nicht zweifelsfrei nachgewiesen werden können. In dem Bericht werden Ergebnisse eines Arbeitstreffens von Experten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) zusammengefasst, das vom 9. bis 13. Mai in Genf stattfand. Allerdings wird auch darauf hingewiesen, dass es bei Tests mit Mäusen bei sehr hohen Dosen Krebsverdacht gab.

Die Gefahr durch Glyphosat ist seit langem höchst umstritten. Die jüngsten Aussagen stehen im Gegensatz zu Feststellungen der mit der WHO verbundenen Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC) in Lyon, die Glyphosat 2015 als wahrscheinlich krebserregend eingestuft hatte. Dagegen war die EU-Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa) zum Schluss gekommen, der Wirkstoff berge vermutlich keine Krebsgefahr für den Menschen. Das entspricht auch der Einschätzung des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) in Berlin.

Der zuständige EU-Ausschuss für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit will in dieser Woche entscheiden, ob die Zulassung für Glyphosat verlängert werden soll oder nicht. Der Ausschuss, in dem Vertreter der 28 Mitgliedstaaten sitzen, trifft sich am 18. und 19. Mai. Das Europaparlament hatte im April empfohlen, Glyphosat nur noch für 7 Jahre zuzulassen, nicht für 15 Jahre.

Das Thema ist in der Bundesregierung umstritten. Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) ist für eine Verlängerung. Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD) verlangt dagegen, es müsse erst zweifelsfrei geklärt werden, ob Glyphosat gesundheitlich unbedenklich sei.

Video: Erhöhte Glyphosat-Werte im deutschen Bier

dpa

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