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Migranten in Italien

Viele kommen übers Mittelmeer

UN-Flüchtlingskommissar fordert mehr Unterstützung für Italien

UN-Flüchtlingskommissar Filippo Grandi hat mehr Unterstützung für Italien in der Flüchtlingskrise gefordert. "Was sich vor unseren Augen in Italien abspielt, ist eine Tragödie", erklärte Grandi am Samstag in Genf.

Allein in der vergangenen Woche seien 12.000 Flüchtlinge an Italiens Küsten angekommen, seit Jahresbeginn seien schon 2300 Menschen auf dem Weg über das Mittelmeer ums Leben gekommen. Die Rettung und Unterbringung der Flüchtlinge könne aber "nicht nur ein Problem Italiens" sein. Es handele sich vielmehr um ein "Problem von internationaler Bedeutung", erklärte Grandi. Notwendig sei zudem "ein abgestimmtes regionales und kommunales Vorgehen". Der Sommer habe gerade erst begonnen, erklärte Grandi mit Blick auf die steigenden Flüchtlingszahlen in Schön-Wetter-Phasen. "Ohne ein gemeinsames Vorgehen können wir nichts anderes tun, als uns auf weitere Tragödien gefasst zu machen." Die übrigen europäischen Länder müssten mehr tun und insbesondere mehr legale Fluchtmöglichkeiten schaffen, forderte Grandi. Auf internationaler Ebene müssten vor allem Fluchtursachen bekämpft und der Schutz von Flüchtlingen auf der Durchreise verbessert werden. In Italien wurden seit Jahresbeginn schon rund 83.650 Flüchtlinge registriert. Das waren fast 20 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Am Mittwoch hatte Italien der EU damit gedroht, ausländischen Schiffen mit geretteten Flüchtlingen künftig die Einfahrt in seine Häfen zu verbieten. Das Land sieht sich nach eigenen Angaben nicht mehr in der Lage, die Situation zu bewältigen. Am Sonntag beraten die Innenminister Deutschlands, Frankreichs und Italiens in Paris über ein gemeinsames Vorgehen zur Unterstützung Roms in der Flüchtlingskrise. An dem Treffen nimmt auf Einladung des französischen Innenministers Gerard Collomb neben Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) und dem italienischen Ressortchef Marco Minniti auch EU-Flüchtlingskommissar Dimitris Avramopoulous teil. 

afp

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