Kinder der aus Myanmar geflohenen Volksgruppe der Rohingya in einem Flüchtlingslager in Bangladesch. Foto: Kay Nietfeld
1 von 5
Kinder der aus Myanmar geflohenen Volksgruppe der Rohingya in einem Flüchtlingslager in Bangladesch. Foto: Kay Nietfeld
Luftaufnahme des Flüchtlingslagers Kutupalong in Bangladesch. Allein in diesem Lager leben rund 82.7000 aus Myanmar geflüchtete Rohingya. Foto: Kay Nietfeld
2 von 5
Luftaufnahme des Flüchtlingslagers Kutupalong in Bangladesch. Allein in diesem Lager leben rund 82.7000 aus Myanmar geflüchtete Rohingya. Foto: Kay Nietfeld
Das UNHCR ist das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen. Foto: Kay Nietfeld
3 von 5
Das UNHCR ist das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen. Foto: Kay Nietfeld
Syrische Migranten springen aus dem Schlauchboot um in Richtung der griechischen Insel Kos zu schwimmen. Noch nie sind auf der Welt so viele Menschen auf der Flucht gewesen, wie derzeit. Foto: Yannis Kolesidis/ANA-MPA/Archiv
4 von 5
Syrische Migranten springen aus dem Schlauchboot um in Richtung der griechischen Insel Kos zu schwimmen. Noch nie sind auf der Welt so viele Menschen auf der Flucht gewesen, wie derzeit. Foto: Yannis Kolesidis/ANA-MPA/Archiv
Eine UNHCR-Mitarbeiterin kümmert sich im ugandischen Sebagoro um wartende Flüchtlinge. Foto: Henry Wasswa/Archiv
5 von 5
Eine UNHCR-Mitarbeiterin kümmert sich im ugandischen Sebagoro um wartende Flüchtlinge. Foto: Henry Wasswa/Archiv

Zahlen von UNHCR

Trauriger Rekord: Nie gab es weltweit so viele Flüchtlinge

Niemals in der Nachkriegszeit waren so viele Menschen auf der Flucht wie 2017. Auf der Suche nach Schutz fliehen sie unter oft erbärmlichen Bedingungen, müssen mitunter hungern und frieren. Eine Altersgruppe ist besonders betroffen.

Genf (dpa) - Die Zahl der Flüchtlinge weltweit ist auf einem neuen Rekordstand. Kriege und Konflikte ließen die Zahl der Flüchtlinge im Jahr 2017 auf 68,5 Millionen steigen, berichtete das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR am Dienstag.

Drei von fünf Vertriebenen fanden im eigenen Land Zuflucht. Von denen, die über Grenzen flohen, stammten nach UNHCR-Angaben fast 70 Prozent aus nur fünf Ländern. Es handelt sich dabei um Syrien, Afghanistan, den Südsudan, Myanmar und Somalia. "Wenn es Lösungen für diese Länder gäbe, könnten die Zahlen deutlich sinken", sagte UNHCR-Chef Filippo Grandi.

Der Eindruck, die reichen Länder seien durch Flucht- und Migrationsbewegungen besonders betroffen, ist nach den Worten Grandis falsch. 85 Prozent der Geflüchteten hätten nahe ihrer Heimat in Ländern mit niedrigen und mittleren Einkommen Zuflucht gefunden. Deutschland beherbergte demnach im vergangenen Jahr 970.400 Vertriebene. Es stand damit hinter der Türkei, Pakistan, Uganda, dem Libanon und dem Iran an sechster Stelle.

Nach Angaben von UNHCR sind mehr als die Hälfte der weltweit 68,5 Millionen Flüchtlinge jünger als 18 Jahre. Die Hilfsorganisation SOS-Kinderdörfer forderte die Regierungen dazu auf, mehr für den Schutz der Flüchtlingskinder zu tun. "Wir brauchen dringend internationale Vereinbarungen und Maßnahmen, um diese Kinder und Jugendlichen vor Ausbeutung, Missbrauch und Tod zu bewahren", sagte Louay Yassin, Pressesprecher der SOS-Kinderdörfer weltweit, in einer Mitteilung vom Dienstag.

In vielen Orten auf der Welt sei die Lage der Kinder und Jugendlichen miserabel, kritisieren die SOS-Kinderdörfer. Gerade unbegleitete oder von ihren Familien getrennte Kinder seien in einer prekären Situation. In Griechenland etwa befänden sich derzeit 22.500 Flüchtlingskinder, darunter 3150 unbegleitete Minderjährige. Weil es kaum legale Wege gebe, um Landesgrenzen zu überwinden, seien sie oft auf Schleuser angewiesen. "Viele müssen sich prostituieren, um zu überleben", erklärt der Leiter der SOS-Kinderdörfer in Griechenland, George Protopapas.

Unterdessen sinkt die Zahl der Asylbewerber in Deutschland deutlich. Zwischen Januar und März beantragten 34.400 Menschen internationalen Schutz in der Bundesrepublik, wie die EU-Statistikbehörde Eurostat am Dienstag in Luxemburg mitteilte. Das waren 25 Prozent weniger als im letzten Quartal des Vorjahres - europaweit aber noch immer die meisten. EU-weit ging die Zahl der Asylbewerber den Angaben zufolge um 15 Prozent von 154.000 auf 131.000 zurück.

Auch die Zahl der Migranten, die über das Mittelmeer nach Europa kommen, ist zurückgegangen. Bis Mitte Juni kamen gut 40.000 Menschen, halb so viele wie im gleichen Zeitraum des Vorjahres, berichtete die Internationale Organisation für Migration (IOM) am Dienstag in Genf. Im gleichen Zeitraum 2016 waren es mehr als 215.000 gewesen. Nach der IOM-Statistik starben auch deutlich weniger Menschen bei der Überfahrt: 2016 waren es bis Mitte Juni fast 3000, im vergangenen Jahr knapp über 2000 und in diesem Jahr bislang 857. Hilfsorganisationen gehen jedoch davon aus, dass kleinere Boote verunglücken und Menschen ertrinken, ohne dass die Organisationen davon erfahren.

Auch interessant

Meistgesehene Fotostrecken

Trump und Putin wagen verkrampften Versuch des Neuanfangs
Russland jubelt, in den USA hagelt es Kritik am eigenen Präsidenten: Das Treffen von Wladimir Putin und Donald Trump in Helsinki sollte vor den Augen der Welt einen …
Trump und Putin wagen verkrampften Versuch des Neuanfangs
Frankreich begeht Nationalfeiertag mit großer Militärparade
Traditionell fährt Frankreichs Armee zum Nationalfeiertag große Geschütze auf. Doch bei der Parade unter den Augen von Präsident Emmanuel Macron geht einiges schief. …
Frankreich begeht Nationalfeiertag mit großer Militärparade
Trump düpiert May: Kritik an Brexit-Kurs, Lob für Johnson
Bei seinem Besuch in Großbritannien tritt Donald Trump diplomatische Gepflogenheiten mit Füßen. In einem Interview teilt er gegen Premierministerin May aus. Lässt sich …
Trump düpiert May: Kritik an Brexit-Kurs, Lob für Johnson
Trump bringt Nato-Gipfel an den Rand des Scheiterns
Hinter verschlossenen Türen stößt US-Präsident Trump offene Drohungen gegen seine Nato-Partner aus. Kurz darauf gibt er sich plötzlich zufrieden. Denn es scheint …
Trump bringt Nato-Gipfel an den Rand des Scheiterns

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.