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Vor der Klimakonferenz: Johnson dämpft Erwartungen - und zieht Vergleich mit Fußball und römischem Reich

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Boris Johnson rauft sich die Haare
Boris Johnson - hier beim G20-Gipfel - warnt mit eindringlichen Vergleichen vor dem Start der UN-Klimakonferenz vor einem Scheitern. © Jacques WITT / POOL / AFP

Fatale Folgen des Klimawandels, wie mehr Extremwetter, sind sichtbar. Die Weltklimakonferenz soll das Ruder herumreißen - doch selbst der britische Gastgeber äußert Zweifel.

Glasgow - Großbritannien ist Gastgeber der UN-Klimakonferenz, die am Sonntag im schottischen Glasgow beginnen soll. Der britische Premierminister Boris Johnson* äußerte sich am Rande des G20-Gipfels sehr skeptisch, was den Erfolg der Konferenz angeht - und mahnte sowohl krasse Defizite der Staatengemeinschaft im Kampf gegen die steigende Erderhitzung an, als auch eine internationale Aufholjagd.

Dafür wählte er einen Vergleich aus der Welt des Fußballs: „Die Menschheit, als Ganzes, liegt zur Halbzeit 1:5 hinten“, sagte Johnson am Samstag auf dem Flug zum G20-Gipfel in Rom. „Wir haben die Möglichkeit auszugleichen, die Position zu retten, zurückzukommen - aber es wird eine Menge Kraft kosten“, sagte er nach britischen Medienberichten. Die Konferenz sei „die letzte Möglichkeit“, eine Erderwärmung um mehr als 1,5 Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zu verhindern.

Vor der UN-Klimakonferenz: UN-Generalsekretär Antonio Guterres drängt zu starkem Signal

Ähnlich hatte sich zuvor UN-Generalsekretär Antonio Guterres geäußert. Er drängte die wichtigsten Industrienationen beim G20-Gipfel am Wochenende in Rom, ein starkes Signal zu senden vor der Weltklimakonferenz. „Das ist ein entscheidender Moment für den Planeten“, sagte Guterres dort. „Wir laufen ernsthaft Gefahr, dass Glasgow nicht liefern kann.“

Hoffnungen auf ein starkes Signal der G20 an den Klimagipfel wurden aber gedämpft, da es Uneinigkeit über neue Zusagen im Kampf gegen die Erderwärmung gab. In Glasgow beraten auf Einladung der Vereinten Nationen Regierungsvertreter aus rund 200 Staaten zwei Wochen lang, wie die Menschheit die beschleunigte Erderhitzung noch auf ein erträgliches Maß eindämmen kann. Es reisen voraussichtlich etwa 25 000 Menschen an, auch Tausende Journalisten und Aktivisten.

UN-Klimakonferenz in Glasgow: Johnson fürchtet, „dass wir einen Absturz unserer Zivilisation sehen könnten“

Mit Blick auf die unzureichenden Zusagen der allermeisten Staaten zum Klimaschutz verwies Johnson auf die Geschichte. „Wenn etwas schief geht, kann es mit außergewöhnlicher Geschwindigkeit schief gehen“, sagte er. „Das hat man beim Fall des Römischen Reichs gesehen, und ich fürchte, dass wir auch einen Absturz unserer Zivilisation, unserer Welt sehen könnten, falls wir es nicht schaffen, den Klimawandel zu bekämpfen.“

Johnson äußerte sich zurückhaltend zu den Erfolgsaussichten des Treffens in Glasgow. „Wir werden den Klimawandel nicht so bald stoppen. Und wir werden ihn sicherlich nicht bei der COP26 stoppen.“ Es werde „äußerst schwierige“ Verhandlungen zwischen den Entwicklungsländern und reicheren Staaten geben, beim Ziel, den Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase zu senken.

Alarmiert äußerte sich auch der Präsident des Europäischen Parlaments, David Sassoli, zu Klimakonferenz. „Wir können es uns nicht leisten, dass sie scheitert“, erklärte er. „Wenn es uns ernst damit ist, einen Anstieg um mehr als 1,5 Grad zu verhindern, dann müssen aus netten Ambitionen klare und realisierbare Maßnahmen werden.“ (dpa) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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