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Maike Röttger 

Zum UN-Mädchentag

Der schwere Kampf der Mädchen Afrikas

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München - Am Dienstag ist der UN-Mädchentag. Maike Röttger, Geschäftsführerin des Kinderhilfswerks Plan International kennt die Schwierigkeiten, mit denen Mädchen zu kämpfen haben, die in Afrika groß werden.

Worunter leiden Mädchen in Entwicklungsgebieten?

Sie müssen große Hürden überwinden, wenn sie nur eine Grundschulbildung erlangen wollen. 62 Millionen Mädchen gehen weltweit nicht zur Schule. Dort, wo die Ärmsten der Armen wohnen – zum Beispiel in Subsahara-Afrika – gilt das für 70 Prozent.

Was bedeutet das für die Mädchen im Alltag?

Das bedeutet, dass sie von allem ausgeschlossen sind. Der Schlüssel zu allem ist Bildung.

Welche Barrieren hindern Mädchen daran, zur Schule zu gehen?

Das ist Gewalt an Schulen, das sind viel zu frühe Schwangerschaften, und Frühverheiratungen im Alter von 12, 13 Jahren. Wenn Mädchen keine Bildung haben, werden sie diese Traditionen nicht durchbrechen – und auch nicht den Kreislauf der Armut.

Wie kann Bildung helfen?

Zahlen belegen, dass gebildete Mädchen weniger Kinder bekommen. Das heißt, sie können die Kinder, die sie haben, besser versorgen. Sie werden gebildeter aufwachsen. So verändern sich Nationen.

Plan International und andere arbeiten daran, Mädchen diese Bildung zu ermöglichen. Wie?

Wir tun mehr, als Schulen zu bauen. Wir wollen die Schulen mit Leben füllen. Wir schulen Lehrer und Eltern. Und manchmal reicht es, getrennte Toiletten zu bauen, und schon gehen die Einschulungsraten der Mädchen nach oben.

In einem Bericht haben Sie die Bundesregierung aufgerufen, mehr in Mädchen in Entwicklungsländern zu investieren.

Wir sehen, dass Deutschland mit 1,4 Milliarden Euro jährlich weltweit der größte Geber für Bildung ist. Das Enttäuschende ist nur, dass die Hälfte dieses Geldes letztlich nur auf dem Papier steht. Es geht an deutsche Hochschulen, um Studierende aus Entwicklungsländern zu unterstützen. An den Ärmsten gehen diese Milliarden vorbei. Nur 126 Millionen Euro bleiben für Grundbildung.

Was fordern Sie?

Die Regierung muss einen Plan vorlegen, wie genau diese Mittel für die Grundbildung gesteigert werden können.

Interview: Sebastian Horsch

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