+
Die Syrer fliehen vor allem in die Nachbarländer Türkei, Libanon, Jordanien und Irak, aber auch nach Ägypten. Foto: Lucie Parsaghian/Archiv

UN: Mehr als vier Millionen Syrer ins Ausland geflüchtet

Das Leiden in Syrien kennt kein Ende. Immer mehr Menschen fliehen vor der Gewalt in Nachbarländer. Dort leben die meisten von ihnen in Armut. Aber auch in Syrien selbst sind Millionen auf der Flucht.

Genf (dpa) - Die Zahl der syrischen Kriegsflüchtlinge im Ausland ist auf mehr als vier Millionen und damit auf einen neuen Höchststand gestiegen. Das seien rund eine Million mehr Flüchtlinge als vor zehn Monaten, teilte das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) in Genf mit.

Mindestens 7,6 Million weitere Menschen seien im fünften Jahr des syrischen Bürgerkrieges Vertriebene im eigenen Land.

Die tatsächliche Zahl der Flüchtlinge dürfte noch höher liegen. Die Statistik des UNHCR erfasst nur Menschen, die sich bei dem Hilfswerk registriert haben. Die Syrer fliehen vor allem in die Nachbarländer Türkei, Libanon, Jordanien und Irak, aber auch nach Ägypten.

Die Türkei hat laut UNHCR mit 1,8 Millionen Flüchtlingen die meisten Menschen aufgenommen. In den Libanon sind fast 1,2 Millionen Menschen geflohen - das entspricht etwa einem Fünftel der bisherigen Bevölkerung des Landes. Bis Ende 2015 rechnen die UN mit mindestens 4,27 Millionen syrischen Flüchtlingen im Ausland.

Seit einer Generation habe kein anderer Konflikt derart großes Leid erzeugt und so viele Frauen, Kinder und Männer in die Flucht getrieben, sagte der UN-Hochkommissar für Flüchtlinge, António Guterres. "Diese Menschen benötigen die Hilfe der Welt, doch statt sie ausreichend zu bekommen, leben sie unter schrecklichen Bedingungen und sinken weiter in die Armut", beklagte er.

Syrische Regimetruppen wollen unterdessen mit einer Bodenoffensive die historische Oasenstadt Palmyra von der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) zurückerobern. Anhänger von Machthaber Baschar al-Assad rückten bis auf sechs Kilometer an den Ort in Zentralsyrien heran, wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mitteilte.

Der IS hatte die Stadt und ihr Unesco-Weltkulturerbe im Mai erobert. Seitdem versahen die Extremisten die antiken Ruinen Berichten zufolge mit Sprengstoff - vermutlich, um mögliche Angreifer abzuschrecken.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Hackerangriffe auf deutsches Spitzenpersonal aus Politik und Wirtschaft 
Spitzenvertreter aus Politik und Wirtschaft sind laut dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) derzeit einer Welle von "professionellen …
Hackerangriffe auf deutsches Spitzenpersonal aus Politik und Wirtschaft 
Trump stellt Unparteilichkeit von US-Sonderermittler in Frage
US-Präsident Donald Trump hat die Unbefangenheit vom Sonderermittler in der Russland-Affäre, Robert Mueller, in Frage gestellt. Grund sei die enge Freundschaft zu dem …
Trump stellt Unparteilichkeit von US-Sonderermittler in Frage
Vermögensteuer bleibt Reizthema beim SPD-Parteitag
Die Sozialdemokraten streiten über die Wiedereinführung der Vermögenssteuer. Aktuell ist sie im Steuerkonzept von Kanzlerkandidat Martin Schulz nicht vorgesehen. …
Vermögensteuer bleibt Reizthema beim SPD-Parteitag
Von der Leyen nimmt Bundeswehr-Uni in Schutz 
Die Ministerin verspricht bei einem Besuch der Bundeswehr-Universität München, gegen Rechtsextremismus vorzugehen. Grund sind zwei Soldaten, die wegen rechtsradikaler …
Von der Leyen nimmt Bundeswehr-Uni in Schutz 

Kommentare