Fernbus nach Berlin auf Autobahn verunglückt - viele Verletzte

Fernbus nach Berlin auf Autobahn verunglückt - viele Verletzte
+
Prinz Zeid Raad al-Hussein

UN-Menschenrechtskommissar

"Werden wir zuschauen, wie diese Intoleranz etwas Banales wird?"

New York - Der Menschenrechtskommissar der Vereinten Nationen hat zum weltweiten Eintreten gegen rechtspopulistische Demagogen aufgerufen. Vor allem in den Niederlanden, Frankreich und den USA.

In einer Rede in Den Haag kritisierte der Jordanier Zeid Raad al-Hussein am Montagabend namentlich den US-Präsidentschaftskandidaten Donald Trump, den ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orban und die Vorsitzenden der Rechtsaußen-Parteien in den Niederlanden und Frankreich, Geert Wilders und Marine Le Pen, die "mit Halbwahrheiten und Vereinfachungen" um die Stimmen verunsicherter Wähler kämpften.

"Sie alle versuchen, eine reine und glückliche Vergangenheit wieder zu beleben, in der Völker lebten, die durch Religion oder Volkszugehörigkeit geeint sind", sagte der Menschenrechtskommissar. "Es ist eine Vergangenheit, die es in Wirklichkeit so nirgendwo gegeben hat."

Wenn Intoleranz zu etwas ganz Banalem wird

Bei den Rechtspopulisten handle es sich um "Demagogen und politische Phantasten", die ihre Zielpublikum eine Vision verkauften, "die für andere Menschen schreckliche Konsequenzen" habe, sagte Hussein. Er sehe die Gefahr, "dass sich die Atmosphäre mit Gewalt auflädt", warnte der UN-Diplomat. Die Bürger müssten sich gegen diese Entwicklung engagieren - "oder werden wir weiter zuschauen, wie diese Intoleranz etwas ganz Banales wird?"

Hussein warnte, dass diese Rechtspopulisten und die Islamistenmiliz IS sich gegenseitig hochschaukelten. "Ich will das Vorgehen der nationalistischen Demagogen nicht mit dem des IS gleichsetzen, der wirklich monströs und abstoßend ist", sagte der UN-Diplomat. Allerdings zögen die Einen Nutzen aus dem Erstarken des jeweils Anderen.

Lügen, Manipulationen und Angstmacherei

Hussein hielt seine Rede bei der Einweihung der Stiftung für Frieden, Gerechtigkeit und Sicherheit in Den Haag. In den Niederlanden ist derzeit die Partei des Rechtspopulisten Wilders die stärkste Kraft in den Umfragen. Wilders will alle Moscheen in den Niederlanden schließen und den Koran verbieten.

Hussein warf Wilders in seiner Rede "Lügen und Halbwahrheiten, Manipulation und Angstmacherei" vor. Wilders zeigte sich unbeeindruckt von der Kritik. Der UN-Diplomat sei ein "absoluter Narr" und verkörpere einen "weiteren guten Grund, die UNO abzuschaffen", schrieb Wilders in einer SMS an die Nachrichtenagentur AFP.

AFP

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Bombendrohungen nach Trump-Kampagne des „Boston Globe“
Bei der US-Tageszeitung „The Boston Globe“ sind Medienberichten zufolge Bombendrohungen eingegangen, nachdem das Blatt eine Kampagne gegen die Medienpolitik von …
Bombendrohungen nach Trump-Kampagne des „Boston Globe“
Türkei-Krise spitzt sich zu - Trump droht Erdogan: „Wir setzen nach“
Die Türkei trifft die Ankündigung von höheren US-Strafzöllen schwer. Dabei will es Donald Trump offenbar aber nicht belassen. Alle News im Live-Ticker.
Türkei-Krise spitzt sich zu - Trump droht Erdogan: „Wir setzen nach“
Trump droht Türkei mit weiteren Sanktionen
Der Streit zwischen Washington und Ankara verschärft sich weiter. Die Türkei sucht unterdessen die Annäherung an Europa - vor allem an Deutschland. Zugleich landet aber …
Trump droht Türkei mit weiteren Sanktionen
Abstimmung über Sommerzeit beendet: Teilnehmerzahl wird heute veröffentlicht
Die EU-Kommission wollte durch eine Umfrage zur Zeitumstellung wissen, ob die Bürger die Abschaffung der Sommerzeit wollen. Das Warten auf das Ergebnis kann Wochen …
Abstimmung über Sommerzeit beendet: Teilnehmerzahl wird heute veröffentlicht

Kommentare