Angelika Niebler, als CSU-Vize schon vorgeschlagen

Söders Personalvorschlag

Ungebetener Rat vom fränkischen Freund

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München – Oberbayerns CSU reagiert einsilbig auf Söders Personalvorschlag, Angelika Niebler zu Seehofers Vize zu machen.

In der CSU wird, wenn mal wieder irgendein Gscheidhaferl mit Vorschlägen nervt, gern die Weisheit bemüht, dass „auch Ratschläge Schläge sind“. Einen dieser zielgerichteten Ratschläge hat auch Markus Söder gesetzt. Im Interview mit unserer Zeitung schlug der fränkische Minister als neuen CSU-Vize eine Frau aus Oberbayern vor: Angelika Niebler. Bei Niebler und ihren Freunden wird das folgerichtig mehr als Schlag denn als Rat aufgefasst.

Um oberbayerische Kandidaten kümmere sich Oberbayern schon selber, heißt es leicht genervt aus dem Verband. In Söders Schritt, ausgerechnet eine enge Vertraute seiner Konkurrentin Ilse Aigner vorzuschlagen, meint man eine gewisse Gemeinheit zu erkennen. Kriegt sie den Posten, kann Söder sagen, es sei ja seine Idee gewesen. Bekommt sie ihn nicht – ihr Problem. In der Sitzung des Parteivorstands am Montag soll Aigner gerügt haben, Personalthemen sollten intern gehalten werden. Auch Niebler teilt auf Nachfrage mit, man solle doch bitte in Ruhe die Vorschläge des Parteivorsitzenden Horst Seehofer abwarten und seinen Fahrplan achten. Freude klingt anders.

Kurios: Die stellvertretenden Vorsitzenden der CSU, für die sich das ganze Jahr keiner interessiert und die faktisch nichts zu sagen haben, rücken nun mal für ein paar Wochen ins politische und mediale Interesse. Vier gibt es, sorgsam nach allerlei Proporz austariert: die unterfränkische Landtagspräsidentin Barbara Stamm, der mittelfränkische protestantische Bundesminister Christian Schmidt, der Oberbayer Peter Ramsauer und – bis zu seinem Rücktritt in der Osterwoche – der Münchner Peter Gauweiler. Gauweiler ist beim Parteitag im Herbst nachzubesetzen, vermutlich wird auch Ramsauer ausgetauscht, der nicht mal mehr in Oberbayern eine Mehrheit haben dürfte. Vielleicht hört auch die unumstrittene Barbara Stamm auf, die heuer 71 wird.

Seehofer hat zugesagt, bis Juni, wenn sich die CSU zu den Bezirksparteitagen trifft, ein Personaltableau zu basteln. Er sprach gestern mit Stamm, ab heute mit dem Rest der engsten Führung. Auch mit Niebler übrigens, die er als „exzellent“ preist. Dafür, dass sie Vize wird, spricht auch, dass sie den Kreisvorsitz in ihrer Heimat Ebersberg aufgab – das wäre inkompatibel mit dem Stellvertreter-Amt gewesen. Vorsitzende der Frauen-Union dürfte sie bleiben.

Dass sich jetzt viele so für die Vergabe der Posten interessieren, hat auch einen anderen Grund: Wer heuer in Seehofers Führungsmannschaft darf, insgesamt gut ein Dutzend, dem traut der Chef offenbar eine herausragende Rolle für die Wahlkämpfe 2017 und 2018 zu. „Zukunftsmannschaft“ oder „Kompetenzteam“ nennt er das.

Für Übereifrige hat auch Seehofer einen Rat-Schlag. Es gebe verschiedene Modelle des Machtübergangs, sagt er: Das schlechteste sei eine Übergabe im Konflikt. Diesmal darf sich Söder angesprochen fühlen.

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