Silvio Berlusconi ist empört und gab Nicole Minetti Rückendeckung.

"Ungezogener Prolet": Berlusconi rastet in TV-Show aus

Rom - Der jüngste Sexskandal des Silvio Berlusconi schlägt hohe Wellen, die Nerven des Regierungschefs liegen blank. Mit wüsten Beschimpfungen schaltet er sich in eine kritische Talkshow ein.

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Der durch einen Sexskandal angeschlagene italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi zeigt Nerven. Der 74-Jährige, der im Visier der Mailänder Staatsanwälte wegen Begünstigung der Prostitution und Prostitution einer Minderjährigen steht, rastete am späten Montagabend in einer kritischen TV-Show aus und erging sich in wüsten Beschimpfungen gegen den Moderator und seine Gäste.

Berlusconi vergleicht Sendung mit einem Bordell

“Ich bin Zeuge einer widerwärtigen Talkshow unter einer verächtlichen, unflätigen und scheußlichen Moderation“, wetterte Berlusconi. Einen politischen Verbündeten, der an der Diskussionsrunde teilnahm, forderte er auf, “diesen unglaublichen Fernseh-Puff“ zu verlassen. Er hatte sich per Telefon live in die von dem TV-Kanal La 7 ausgestrahlte Talkshow “L'Infedele“ (Der Untreue) des Moderators Gad Lerner zugeschaltet, in der es um seine jüngste Sexaffäre ging.

Berlusconi gab dabei vor allem Nicole Minetti Rückendeckung. Die 26-jährige ehemalige Dentalhygienikerin des Ministerpräsidenten war im vergangenen Jahr dank Berlusconis Unterstützung zur Regionalabgeordneten in der Lombardei gewählt worden. Nun verdächtigen die gegen den Premier ermittelnden Mailänder Staatsanwälte sie der Beihilfe zur Prostitution.

Politiker und ihre Affären

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Der Regierungschef sprach empört von einer Verleumdungskampagne gegen Minetti, die er als “intelligente und ernsthafte Person“ bezeichnete - was er von den zu der Show eingeladenen Prostituierten nicht behaupten könne. Der Moderator konterte, Berlusconi sei ein “unerzogener Prolet“ und Rüpel.

Derweil beschäftigt sich eine Kommission des Parlaments in Rom mit dem Sexskandal rund um das Mädchen “Ruby“. Es geht dabei darum, ob Berlusconi vor einer Strafverfolgung geschützt werden sollte oder ob die Staatsanwälte in Mailand berechtigt sind, ihn zu vernehmen und womöglich vor Gericht zu bringen. Berlusconi hatte eine Vorladung zurückgewiesen, denn er hält die Staatsanwälte nicht für zuständig.

Der 74-jährige Medienmogul wird verdächtigt, eine Reihe junger Mädchen gegen Bezahlung zu orgienhaften Parties in seine Villa Arcore bei Mailand eingeladen zu haben. Zu dem Harem soll auch die damals noch minderjährige Marokkanerin Karima El-Marough alias “Ruby“ gehört haben. Minetti wird verdächtigt, die jungen Frauen ausgesucht und kontrolliert zu haben.

dpa

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