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Zeltstadt des UNHCR im Irak.

51 Millionen Vertriebene

UNHCR fordert mehr Asyl von reichen Ländern

Berlin - Zum Weltflüchtlingstag am Freitag appelliert das UN Hilfswerk (UNHCR) an reiche Länder mehr Asylbewerber aufzunehmen. Rund 51 Millionen Menschen sind weltweit auf der Flucht.

Zum Weltflüchtlingstag an diesem Freitag hat der Vertreter des UN-Hilfswerks UNHCR in Deutschland, Hans ten Feld, die reichen Länder zur Aufnahme von Asylsuchenden aufgefordert. „Die Grenzen müssen offen bleiben“, sagte er der Zeitung „Neues Deutschland“ (Freitag). Er bezog sich auf aktuelle Zahlen des Flüchtlingshilfswerks: Laut UNHCR gibt es derzeit weltweit 51,2 Millionen Vertriebene - damit sind erstmals wieder so viele Menschen auf der Flucht wie im Zweiten Weltkrieg, die Hälfte davon Kinder.

25 Jahre nach dem Mauerfall dürften in Europa keine neuen Mauern aufgebaut werden, so ten Feld. Es könne nicht sein, dass sich nur einzelne Länder um die Asylsuchenden kümmern. Auch die Gesetzgeber seien gefragt - das europäische Asylsystem sei nicht einheitlich genug. „Es darf zwischen den Ländern keine Unterschiede geben, ob ein syrischer Flüchtling Schutz bekommt oder nicht, wenn er einen Asylantrag stellt“, sagte ten Feld.

Papst fordert mehr Hilfe

Auch Papst Franziskus hat zum Weltflüchtlingstag mehr Hilfe für Flüchtlinge angemahnt. Millionen Familien erlebten Dramen und Verletzungen, die nur schwer geheilt werden könnten, sagte er am Mittwoch in Rom. „Machen wir uns zu ihren Nachbarn, teilen wir ihre Ängste und ihre Sorge um die Zukunft und lindern wir konkret ihr Leiden.“ Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International sieht den UN-Sicherheitsrat in der Pflicht: Er solle sich entschlossener für den Schutz von Zivilisten in Syrien einsetzen und Schuldige vor den Internationalen Strafgerichtshof stellen.

Asylbewerber in der EU

Die 28 EU-Länder haben im vergangenen Jahr insgesamt 135 700 Asylbewerber als schutzberechtigt anerkannt - vor allem wegen des Bürgerkriegs in Syrien. Im Jahr davor wurden mit 116 200 Menschen noch rund 14 Prozent weniger anerkannt. Das teilte das Europäische Statistikamt Eurostat mit. Bei Entscheidungen in erster Instanz wurden 34 Prozent der Antragsteller anerkannt.

Die Gesamtzahl der positiven Entscheide sei die höchste seit Beginn der Statistik im Jahr 2005. Die EU ist ein wichtiges Ziel für Flüchtlinge, die vor Bürgerkrieg, Hunger und Verfolgung in ihren Ländern fliehen. Die meisten anerkannten Asylbewerber stammen laut Eurostat wie im Vorjahr aus dem Bürgerkriegsland Syrien (35 800). Darauf folgen Afghanistan (16 400) und Somalia (9 700).

60 Prozent der Syrer wurden laut Eurostat von Schweden und Deutschland anerkannt, wobei Schweden mit 12 000 Menschen deutlich mehr aufnahm als Deutschland (9 600). Insgesamt nahm die Bundesrepublik mehr als 26 000 Menschen auf.

dpa

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