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Propaganda-Botschaft

Unheimlich: Erdogan schaltet sich zum Putsch-Jahrestag in Handys der Türken ein

Wollten die Türken am Samstag jemanden anrufen, hörten sie die Stimme Erdogans. Zum Jahrestag des Putschversuchs hatte er sich ins Netz eingeschaltet, um eine politische Botschaft zu überbringen.

Zum Jahrestag des Putschversuchs in der Türkei hat sich Präsident Recep Tayyip Erdogan mit einer politischen Botschaft in die Handys seiner Landsleute eingeschaltet. Die Kunden der wichtigsten Handy-Anbieter Turkcell und Vodafone hörten am Samstag eine aufgenommene Ansage Erdogans, wenn sie versuchten, jemanden anzurufen. "Als Präsident überbringe ich Ihnen meine besten Wünsche zum Tag der Demokratie und der nationalen Einheit", mussten die Handy-Nutzer sich anhören. Erdogan gedachte der Opfer des Putsches und wünschte den "Helden" des Widerstands alles Gute.

Reaktionen: „Das ist ein Alptraum“

In den sozialen Netzwerken löste das noch nie dagewesene Vorgehen des Präsidenten eine Welle von Reaktionen aus. Während die Anhänger des islamisch-konservativen Staatschefs, dem von seinen Kritikern ein autoritäres Vorgehen vorgeworfen wird, die Botschaft von Erdogan begrüßten, sprachen seine Gegner von einem Eingriff in die private Telekommunikation. "Es reicht. Jetzt schaltet er sich sogar in unsere Telefone ein. Das ist ein Alptraum", schrieb der Abgeordnete der Oppositionspartei CHP, Aykut Erdogdu, im Onlinedienst Twitter.

Der Präsident sandte auch schon einmal eine SMS an alle

Direkt nach dem fehlgeschlagenen Putsch am 15. Juli vergangenen Jahres hatten Millionen Türken eine SMS ihres Präsidenten erhalten. Damals hatte er dazu aufgerufen, den "heroischen Widerstand" fortzusetzen - unterschrieben mit "R. T. Erdogan". Erdogan hatte am Samstag bis spät in die Nacht an einer ganzen Reihe von Gedenkveranstaltungen zu dem Putsch teilgenommen. Dabei äußerte er sich mit martialischen Worten und forderte abermals die Wiedereinführung der Todesstrafe.

afp

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