+
Die Hilfsorganisationen sind mit der Situation in der Region überfordert. Foto: Kristin Palitza

Unicef: 1,4 Millionen Kinder auf der Flucht vor Boko Haram

Johannesburg (dpa) - Die Gewalt der islamistischen Terrororganisation Boko Haram hat im Nordosten Nigerias und den Anrainerstaaten schätzungsweise 1,4 Millionen Kinder zur Flucht gezwungen.

Etwa eine Million weitere Kinder sind noch in Gebieten gefangen, die von Boko Haram kontrolliert werden oder für Helfer nicht zu erreichen sind, wie das UN-Kinderhilfswerk Unicef erklärte. Die Krise gehöre auf der globalen Agenda zu Migration und Flucht nach oben gesetzt, forderte der Unicef-Direktor für West- und Zentralafrika, Manuel Fontaine.

Rund 475.000 Kinder werden zudem nach Unicef-Schätzungen in der Region des Tschad-Sees an akuter Mangelernährung leiden. Davon können sich Kinder nur mit Hilfe einer spezialisierten Ernährungstherapie wieder völlig erholen. Zur Region des Tschad-Sees gehören neben Nigeria auch Kamerun, Tschad und der Niger. Das Welternährungsprogramm (WFP) hatte erst kürzlich gewarnt, dass sich die Zahl der auf Nahrungsmittelhilfe angewiesenen Menschen dort seit März auf rund 4,5 Millionen Menschen fast verdoppelt hat.

Hilfsorganisationen seien angesichts der wachsenden Bedürfnisse überfordert, erklärte Fontaine. Unicef etwa hat demnach bislang nur 13 Prozent von den rund 308 Millionen Dollar (272 Millionen Euro) erhalten, die das Kinderhilfswerk für die Unterstützung von Kindern und Familien in der Region bräuchte.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Kauder: „Das war eine unfassbare Aussage“
Berlin - US-Präsident Donald Trump sorgt auch nach seinem Amtsantritt für Nervosität in der deutschen Politik. Die Forderungen schwanken zwischen Abwarten und Handeln.
Kauder: „Das war eine unfassbare Aussage“
Schäuble will bei der Maut mehr Geld sehen
Berlin - Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) besteht bei der Umsetzung der geplanten Pkw-Maut darauf, dass der Staat unter dem Strich Geld einnehmen wird.
Schäuble will bei der Maut mehr Geld sehen
Aigner fordert: Trump-Bashing beenden
München - Die Amtseinführung von US-Präsident Donald Trump hat weltweit für Empörung gesorgt. So kann das nicht weitergehen, findet Bayerns Wirtschaftsministerin Ilse …
Aigner fordert: Trump-Bashing beenden
Trump: Das sind die Hauptthemen der ersten Woche
Washington - Jetzt muss er liefern: Donald Trump startet in seine erste Woche als US-Präsident. Auf Twitter gibt er einen Ausblick, was er vor hat.
Trump: Das sind die Hauptthemen der ersten Woche

Kommentare