+
An einer Grundschule war eine Zweitklässlerin von älteren Schülern aus muslimischen Familien als Jude beschimpft worden. Foto: Hendrik Schmidt

Meldepflicht gefordert

Kauder: "Null Toleranz" bei Judenfeindlichkeit an Schulen

Schulen sollen verpflichtet werden, antisemitische Vorfälle zu melden. Mit der Ankündigung von "null Toleranz" reagiert Unions-Fraktionschef Volker Kauder auf Berichte über Bedrohungen jüdischer Schüler.

Berlin (dpa) - Die Union im Bundestag fordert eine Meldepflicht für judenfeindliche Vorfälle an Schulen. In jedem Bundesland sollten die Schulen verpflichtet werden, solche Vorfälle konsequent der Schulverwaltung zu melden", sagte Fraktionschef Volker Kauder (CDU) der "Welt am Sonntag".

Es sei wichtig, belastbare Angaben über das Ausmaß des Antisemitismus und dessen Ursachen zu bekommen, damit die Kultusminister der Länder auch schulübergreifend Maßnahmen prüfen könnten.

Kauder forderte, an den Schulen müsse jeder Einzelfall konsequent geahndet werden. "Gerade bei diesem Thema muss es heißen: Null Toleranz!"

Kauder warnte zugleich davor, das Thema Intoleranz auf die Bekämpfung von Antisemitismus zu reduzieren: "Mich haben die Aussagen des Vaters des jüdischen Mädchens in Berlin, deren Fall die Diskussion ausgelöst hat, sehr nachdenklich gemacht. Er sprach davon, dass einige Jungs aus muslimischen Elternhäusern auch anderen Mitschülern übel mitspielten, egal ob sie Juden, Christen oder selbst Muslime sind, wenn diese zum Beispiel in die falsche Moschee gingen."

An einer Berliner Grundschule war eine Zweitklässlerin von älteren Schülern aus muslimischen Familien als Jude beschimpft worden. Ein Mitschüler soll gedroht haben, sie umzubringen, weil sie nicht an Allah glaube. So erzählte es der Vater des Mädchens der "Berliner Zeitung".

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Brexit: May übersteht Misstrauensvotum - Brüssel schickt Notfall-Experten in EU-Hauptstädte - 14 Bereiche massiv betroffen 
Die Abstimmung über den Brexit-Deal endet im britischen Unterhaus mit einem „No“. May übersteht das Misstrauensvotum. Brüssel befürchtet 14 Bereiche, in denen ein …
Brexit: May übersteht Misstrauensvotum - Brüssel schickt Notfall-Experten in EU-Hauptstädte - 14 Bereiche massiv betroffen 
USA und China treffen sich zu neuen Handelsgesprächen
Der Handelskrieg zwischen den USA und China sorgt für globale Instabilität. So übt Finanzminister Scholz in Peking den Schulterschluss. Doch die Lage ist hochfragil.
USA und China treffen sich zu neuen Handelsgesprächen
Bei „Maischberger“: Lindner und Habeck zoffen wegen Hartz-IV-Empfänger   
In der Talk-Show „Maischberger“ ist am Mittwochabend heftig über die Hartz-IV-Sanktionen diskutiert worden. Christian Lindner griff dabei einen Hartz-IV-Empfänger …
Bei „Maischberger“: Lindner und Habeck zoffen wegen Hartz-IV-Empfänger   
May offen für Nachverhandlungen zum Brexit-Abkommen
Das Misstrauensvotum hat die britische Premierministerin überstanden. Doch eine Lösung für ihr Brexit-Dilemma ist damit nicht in Sicht. Sie muss nun bald einen Plan B …
May offen für Nachverhandlungen zum Brexit-Abkommen

Kommentare