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Jetzt spricht Bundeskanzlerin Angela Merkel wieder mit den Grünen über eine mögliche Koalition.

SPD muss warten

Union sondiert mit den Grünen

Berlin - Für wahrscheinlich halten die Grünen eine Koalition mit der Union nicht. Doch den Eindruck, sie meinten es nicht ernst, wollen sie vor der zweiten Sondierungsrunde unbedingt vermeiden.

Trotz Skepsis haben mehrere Grünen-Abgeordnete vor der zweiten Sondierung mit CDU und CSU in interner Sitzung darauf bestanden, dass ihre Partei die Gespräche offen führt. Wenn es in der Runde am Abend Fortschritte geben sollte, müsse man auch weitere Gespräche offen halten. Das sei die Forderung von Abgeordneten überwiegend des Realo-Flügels gewesen, wie Teilnehmer einer Fraktionssitzung am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur sagten.

Der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann versicherte in Stuttgart, es werde ausgelotet, wo Bewegung möglich sei. Auf die Frage, ob er eine Chance für Koalitionsverhandlungen mit der Union sehe, sagte Kretschmann: „Die Sondierungsgespräche haben den Sinn, das rauszufinden.“

Der grüne Wahlkampf-Spitzenkandidat Jürgen Trittin sagte, etwa beim Thema Mindestlohn müsste sich die Union mit den Grünen mindestens genauso stark bewegen wie mit der SPD. Fraktionschef Anton Hofreiter sagte: „Wir werden uns sehr, sehr tief inhaltlich auseinandersetzen.“ Er bekräftigte, danach werde zügig entschieden, was die Verhandler der Ökopartei dem Grünen-Parteitag am Wochenende empfehlen.

Der Grünen-Abgeordnete und bayerische Landeschef Dieter Janecek sagte der dpa, erst nach wirklich ernsthaften Gesprächen mit der Union dürfe entschieden werden. „Wir wissen nicht, wie es ausgeht.“ Sein Fraktionskollege Sven-Christian Kindler kritisierte, dass die CDU kurz nach der Wahl eine Großspende der BMW-Großaktionäre angenommen habe. Dies lege die Vermutung nahe, dass es einen Zusammenhang zum vorläufigen Scheitern geplanter CO2-Grenzwerten für Autos in der EU gebe. „Das zeigt schon, dass es die Union mit uns nicht ernst meint“, sagte Kindler.

dpa

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