Wahlkampf

Die Union und das Griechenland-Problem

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Im Wahlkampf droht der Union noch eine echte Zerreißprobe: Denn die Rückkehr der Griechenland-Krise steht kurz bevor. Ein Kommentar von Sebastian Horsch.

Woche für Woche legt Martin Schulz in den Umfragen zu. CDU und CSU wirken beinahe missionarisch beim Versuch, den angeblichen Blender aus Würselen als solchen zu entlarven. Trump-Rhetorik wirft ihm Finanzminister Wolfgang Schäuble vor. Zudem weisen er und andere Unionspolitiker immer wieder darauf hin: Das ist der Mann, der Eurobonds wollte. „Seid zu den Griechen großzügig“, habe dieser Schulz als Präsident des EU-Parlaments gesagt. Wollt ihr den wirklich?

Dabei dürfte die Union bald vor ihrer ganz eigenen Euro-Baustelle stehen. Spätestens im Sommer braucht Griechenland neues Geld. Schäuble pocht darauf, dass der Internationale Währungsfonds (IWF) sich weiter beteiligt. Der Bundestag hatte sein „Ja“ 2016 schließlich auf diese Grundlage gestellt – nach wochenlangem Gezerre und Unmut innerhalb der Unions-Fraktion. Der IWF jedoch hält die Schuldenlast der Griechen aktuell für nicht bewältigbar. Seinem Vorschlag, einer Schuldenerleichterung durch die Euro-Staaten, kann wiederum Schäuble im Wahlkampf keinesfalls zustimmen. Eine erneute Zuspitzung der Euro-Krise wird so wohl zur echten Zerreißprobe geraten. Für Europa und für die Union.

Rubriklistenbild: © Haag

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