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NRW-Medien-Staatssekretär Marc Jan Eumann ( SPD)

Uni prüft Doktorarbeit von SPD-Politiker 

Düsseldorf - Die Technische Universität Dortmund überprüft nach Plagiatsvorwürfen die Doktorarbeit des nordrhein-westfälischen Medien-Staatssekretärs Marc Jan Eumann (SPD).

Es geht um die Frage, wie stark die Arbeit, für die er 2011 den Doktortitel erhielt, auf seiner 20 Jahre vorher vorgelegten Magisterarbeit beruht.

Eumann bestätigte am Dienstagabend, sein Doktorvater Professor Horst Pöttker habe eine kritische Rezension zum Anlass genommen, die Kommission zur Sicherstellung guter wissenschaftlicher Praxis an der TU Dortmund zu bitten, die Doktorarbeit zu überprüfen. Darüber hatte zuvor der Recherche-Blog der WAZ Mediengruppe berichtet.

Die Überprüfung sei auch in seinem Interesse, sagte Eumann in einer schriftlichen Stellungnahme: „Dabei habe ich keinen Zweifel, dass meine Arbeit unter vielerlei Gesichtspunkten eine "inhaltlich-substanzielle Erweiterung" meiner unveröffentlichten Arbeit im Rahmen meines Magister-Artium-Studiums darstellt. Dies festzustellen ist jetzt Sache der Kommission.“ In der Doktorarbeit geht es um die Geschichte der Nachrichtenagentur „Der Deutsche Presse-Dienst“ in der britischen Zone von 1945 bis 1949.

Affären: Diese Politiker sind NICHT zurückgetreten!

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In der Doktorarbeit legt Eumann offen, dass er Recherche-Ergebnisse für seine Magisterarbeit später für die Doktorarbeit noch einmal aufgriff: „Glücklicherweise habe ich die damals gewonnenen Informationen aufbewahrt, um sie schließlich - über 15 Jahre später - verwenden zu können“, heißt es in der Vorbemerkung der Doktorarbeit. Bei der Überprüfung dürfte es daher vor allem um die Frage gehen, ob Inhalte, die erneut verwendet wurden, auch ausreichend gekennzeichnet sind.

Im WAZ-Recherche-Blog heißt es außerdem, Eumanns Doktorvater Pöttker habe nach der Verleihung des Doktortitels von der NRW-Staatskanzlei eine Förderung in Höhe von 210 000 Euro erhalten. Pöttker betonte, diese Drittmittelförderung für ein Hochschulprojekt habe nichts mit Eumanns Doktorarbeit zu tun. Er persönlich habe von der Summer keinen Cent bekommen, sagte er der dpa am Dienstagabend.

Die Fördersumme werde ausschließlich für Mitarbeiter sowie Fahr- und Sachkosten ausgegeben. Das werde von der TU Dortmund und vom Regierungspräsidium Arnsberg kontrolliert. „Hier wie auch bei anderen Drittmittelprojekten wird der verantwortliche Hochschullehrer nicht honoriert. Durch das Projekt hat sich an meinem Beamtengehalt als Universitätsprofessor nichts geändert“, fügte Pöttker hinzu.

Eumann erklärte sich nach eigener Aussage bei den Beratungen der Staatskanzlei über Pöttkers Projekt für befangen. „An der Förderentscheidung zugunsten des Projekts des Instituts für Journalistik an der TU Dortmund war ich in keiner Weise beteiligt - weder der Vorschlag, noch die weiteren Entscheidungen sind von mir beeinflusst worden“, schrieb er am Dienstag in seiner schriftlichen Stellungnahme.

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