+
Deutschland und die Vereinten Nationen fordern nach den gewaltsamen Zusammenstößen in der libyschen Hauptstadt einen Waffenstillstand.

Ebenso wie Deutschland

Libyen: UNO fordert Waffenstillstand

Berlin - Nach den gewaltsamen Zusammenstößen in der libyschen Hauptstadt Tripolis haben die Bundesregierung und die UNO an alle Beteiligten appelliert, die Waffen ruhen zu lassen.

"Ich rufe Regierung, Parlament und alle politischen Kräfte nachdrücklich auf, sich für einen friedlichen und demokratischen Übergangsprozess in einem geeinten Libyen einzusetzen", erklärte der amtierende Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) am Samstag. Das Recht auf freie Meinungsäußerung und der Schutz friedlicher Proteste müssten gewährleistet bleiben. Die UN-Mission für Libyen, UNSMIL, bezeichnete Angriffe auf Zivilisten als prinzipiell "absolut verwerflich".

Am Freitag war eine friedliche Demonstration hunderter Libyer gegen die Präsenz von Milizen in der Hauptstadt in blutige Gewalt umgeschlagen. Laut dem Stadtrat wurde aus dem Hauptquartier einer Miliz auf unbewaffnete Demonstranten geschossen. Dabei wurden nach Angaben des Justizministeriums vom Samstag mehr als 40 Menschen getötet und mehr als 400 weitere verletzt. In einem östlichen Vorort von Tripolis gab es am auch Samstag wieder Kämpfe zwischen bewaffneten Milizionären.

Nach dem Sturz des langjährigen Machthabers Muammar al-Gaddafi im Jahr 2011 hatten viele Libyer die Milizionäre zunächst als Helden gefeiert. Diese weigern sich jedoch seither, ihre Waffen abzugeben oder sich in die neuen Sicherheitskräfte einzugliedern. Die Milizen bekämpfen sich auch gegenseitig und widersetzen sich der Aufforderung der schwachen Zentralregierung, die Hauptstadt Tripolis zu verlassen. Im Oktober hatten Milizionäre sogar Regierungschef Seidan entführt und stundenlang festgehalten, bevor sie ihn wieder freiließen.

AFP

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Srebrenica: Wie viel Schuld trifft die Niederlande?
Den Haag (dpa) - Mehr als 20 Jahre nach dem Völkermord von Srebrenica im Bosnienkrieg wird ein Gericht in Den Haag heute über eine Mitverantwortung der Niederlande …
Srebrenica: Wie viel Schuld trifft die Niederlande?
Report zur sozialen Lage an Hochschulen
Woher die 2,8 Millionen Studenten kommen, wie Bafög zum Leben reichen kann, ob es genug günstigen Wohnraum gibt: Darum geht es im Sozialreport des Studentenwerks. Kurz …
Report zur sozialen Lage an Hochschulen
Merkel rückt vom Nein der CDU zur Ehe für alle ab
Die SPD hat der Kanzlerin einen "Anschlag auf die Demokratie" vorgeworfen. Und die Ehe für alle zur Bedingung für eine Koalition gemacht. Doch im Handstreich nimmt …
Merkel rückt vom Nein der CDU zur Ehe für alle ab
Angela Merkel bei Frauen-Talk: „Ich werde immer einsamer“
Normalerweise redet Angela Merkel über Politik. Bei einem Frauen-Talk am Montag verriet sie mal private Details. Zum Beispiel, warum sie eine kuriose Macke immer …
Angela Merkel bei Frauen-Talk: „Ich werde immer einsamer“

Kommentare