Nach Anschlagsverdacht

Terrorverdacht nicht bestätigt - Syrer kommen frei

Der Verdacht der Anschlagsplanung gegen sechs in Deutschland festgenommene Syrer hat sich nicht erhärtet: Die Männer sollten daher am Mittwoch wieder freigelassen werden

Frankfurt am Main - Nach der Festnahme von sechs Syrern wegen Terrorverdachts hat sich nach Angaben der Frankfurter Generalstaatsanwaltschaft „kein hinreichender Tatverdacht“ ergeben. „Sie kommen in diesen Minuten auf freien Fuß“, sagte ein Sprecher der Behörde am frühen Mittwochabend. 

Die Auswertung der Daten der Mobiltelefone der Männer im Alter von 20 bis 28 Jahren hätten „zum jetzigen Zeitpunkt“ einen dringenden Verdacht nicht bekräftigen können, sagte der Sprecher der Deutschen Presse-Agentur. Es gebe auch keine entsprechend belastenden Hinweise auf eine Mitgliedschaft in der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) - wohl aber „IS-Bezüge“.

Konkrete Hinweise auf einen Anschlag, ein Anschlagsziel oder -szenario hätten bisher nicht nachgewiesen werden können. „Wir werten aber die Daten weiterhin aus.“ In ihren Aussagen hätten die Männer die ihnen zur Last gelegten Anschlagspläne auf ein öffentliches Ziel in Deutschland bestritten. „Sie zeigen sich kooperativ und haben Angaben zum Sachverhalt gemacht.“

Das bei Durchsuchungen in Essen, Hannover, Kassel und Leipzig sicher gestellte Material werde ebenfalls weiter ausgewertet. Polizisten hatten dort am frühen Dienstagmorgen Wohnungen durchsucht. Weder Waffen noch Sprengstoff wurden gefunden.

Behörden werten Aktion als Erfolg

Die Aktion der Ermittler in vier Bundesländern wertete der Behördensprecher aber gleichwohl als Erfolg. „Wir sind zu einem sehr frühen Zeitpunkt in die Maßnahme gegangen“, sagte der Sprecher zu den Durchsuchungen und Festnahmen am Dienstag, als die Ermittler von einem „frühen Stadium“ von Anschlagsvorbereitungen ausgingen. „Das Sicherheitskonzept hat reibungslos gegriffen.“ In Medienberichten waren der Essener Weihnachtsmarkt oder ein Einkaufszentrum in Essen als Ziele von Ausspähversuchen genannt worden.

Bei der Durchsuchung der Wohnungen der sechs Männer waren außer den Mobiltelefonen auch Laptops und Tablets sichergestellt worden. Die Auswertung des Materials wurde auch durch die notwendigen Übersetzungen aus dem Arabischen erschwert.

afp

Rubriklistenbild: © dpa

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