+
Bundeswehrsoldaten des UN Kontingents MINUSMA im Camp Castor in Gao in Mali.

Nördlich von Gao

Erstmals Bundeswehrsoldaten in Mali angegriffen

Bamako - Erstmals seit Beginn des Einsatzes in Mali vor drei Jahren sind Bundeswehrsoldaten während einer Patrouille direkt beschossen worden. Der Einsatz gilt als gefährlichste Mission weltweit.

Der Angriff auf eine Patrouille der UN-Mission für Mali (Minusma), bei der auch Soldaten der deutschen Bundeswehr angehören, erfolgte am Mittwoch gegen 14.15 Uhr nördlich von Gao während eines Stopps, wie die Bundeswehr am Donnerstag mitteilte. Verletzte gab es demnach nicht. Auch Fahrzeuge seien nicht beschädigt worden. Die Patrouille kehrte in ihren Stützpunkt Camp Castor in die nordmalische Stadt zurück.

„Es wurden keine deutschen Soldaten verwundet und keine Fahrzeuge beschädigt“, teilte die Bundeswehr am Donnerstag in Berlin mit. „Alle an der Patrouille beteiligten deutschen Soldaten befinden sich wieder im Camp Castor.“ Der Vorfall ereignete sich den Angaben zufolge am Mittwochnachmittag.

Zu dem Angriff bekannte sich zunächst niemand. Die Bundeswehr ist seit drei Jahren in dem westafrikanischen Krisenstaat im Einsatz. Im Rahmen der EU-Trainingsmission EUTM Mali bildet sie einheimische Soldaten aus. Als Teil der Minusma-Unterstützungsmission übernimmt sie vor allem Aufklärungsaufgaben. Der Einsatz gilt als die gefährlichste UN-Mission weltweit.

Vier Tote nach Anschlag im Juni

Erst Anfang Juni waren bei zwei Anschlägen auf die UN-Friedenstruppen in Mali vier Menschen getötet worden. Bei einem Anschlag beim Minusma-Lager in Gao wurde ein chinesischer Blauhelmsoldat getötet. Das Bundeswehrlager ist nur wenige Kilometer von dem Anschlagsort entfernt.

Kurz darauf wurden in einem anderen Stadtviertel von Gao UN-Minenräumer attackiert. Bei dem Angriff wurden laut der UN-Mission zwei malische Sicherheitsleute und ein "internationaler Experte" getötet. Zu beiden Anschlägen bekannte sich Al-Kaida im islamischen Maghreb (Aqmi), der nordafrikanische Ableger des Terrornetzwerks Al-Kaida.

Mali war nach einem Armeeputsch im März 2012 ins Chaos gestürzt. Die ehemalige Kolonialmacht Frankreich griff im Januar 2013 militärisch ein, um das Vorrücken islamistischer Milizen in den Süden des Landes, wo auch die Hauptstadt Bamako liegt, zu stoppen und die geschwächten Regierungstruppen zu unterstützen. Später übergaben die Franzosen die Verantwortung an die UN-Truppe Minusma. Sie wurde immer wieder ein Ziel von Angriffen islamistischer Aufständischer.

AFP

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Der Tag der Abrechnung: Welches Amt gibt Seehofer ab?
Die CSU, zerzaust vom erbitterten Machtkampf, wartet auf Horst Seehofers Personalvorschlag. Es werde keiner vor Zorn platzen, sagte er. Wie ihm das gelingen soll in der …
Der Tag der Abrechnung: Welches Amt gibt Seehofer ab?
Große Koalition: Widerstand in der SPD bröckelt
Die FDP hat einer Jamaika-Koalition den Todesstoß verpasst. Noch immer streiten die Parteien, wer der Schuldige ist - und ob es Neuwahlen geben soll. Alle News in …
Große Koalition: Widerstand in der SPD bröckelt
Ablehnungsfront in der SPD gegen Neuauflage großer Koalition bröckelt
Die Ablehnungsfront gegen eine große Koalition in der SPD bröckelt. Immer mehr SPD-Politiker stellten sich am Mittwoch gegen das klare Nein von Parteichef Martin Schulz.
Ablehnungsfront in der SPD gegen Neuauflage großer Koalition bröckelt
Wegen Spionage: U-Haft für 29 Verdächtigte in Ägypten
Wegen des Vorwurfs der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung und Spionagetätigkeiten im Auftrag der Türkei sind 29 Verdächtige in Ägypten in U-Haft …
Wegen Spionage: U-Haft für 29 Verdächtigte in Ägypten

Kommentare