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Ursula von der Leyen bei der Gedenkminute am Montag.

Nach Terrorserie in Paris

Ursula von der Leyen: Derzeit kein Bündnisfall

Passau - Nach der Terrorserie in Paris hat Verteidigungsministerin von der Leyen gefordert, weiterhin Flüchtlinge aufzunehmen. Schließlich seien die Migranten vor dem barbarischen Terror in ihrem Land geflohen. Bei einem Besuch in Bayern fordert sie weiterhin eine Willkommenskultur.

Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hat die Terrorserie von Paris als grauenhaften Anschlag auf die Demokratie und die Freiheitsrechte gewertet. Es gelte nun, volle Solidarität gegenüber Frankreich zu zeigen, sagte die Ministerin im Rahmen der bundesweiten Schweigeminute am Montag beim Besuch einer Flüchtlingseinrichtung im oberbayerischen Erding. „Wir trauern mit unseren französischen Freunden.“ Zu Forderungen vor allem aus der CSU nach schärferen Grenzkontrollen äußerte sich von der Leyen skeptisch. Die Terroranschläge von Paris seien professionell und von langer Hand vorbereitet worden. Dazu bedürfe es nicht der Flüchtlingsrouten.

Die CDU-Politikerin warnte vor einem Nachlassen der Willkommenskultur. „Die Flüchtlinge aus Syrien sind vor dem barbarischen Terror geflohen“, sagte von der Leyen. Zwar seien auch Kontrollen an den Grenzen und die Registrierung von Flüchtlingen notwendig; dies dürfe aber nichts an der freundlichen Aufnahme von Migranten ändern. Beides gehöre zusammen.

Bei einem anschließenden Treffen mit Kommunalpolitikern in der besonders von der Flüchtlingskrise betroffenen Region Passau an der österreichischen Grenze versprach von der Leyen, dass sie die dort eingesetzten Soldaten in absehbarer Zeit nicht abziehen werde. „Die Bundeswehr bleibt. Uns ist klar, dass wir uns auf dauerhafte Hilfe hier einstellen müssen“, betonte die Ministerin. Bundesweit sind nach Angaben von der Leyens 8000 Soldaten zur Bewältigung der Flüchtlingskrise im Einsatz. Insgesamt werde die Bundeswehr Platz für 40 000 Flüchtlinge zur Verfügung stellen.

Zu einem möglichen Bündnisfall nach der Terrorserie in Paris äußerte sich die Ministerin bei ihrem ganztägigen Besuch in Bayern nicht eindeutig. „Die Franzosen zeigen derzeit keinerlei Zeichen, dass sie die Nato anrufen werden“, sagte von der Leyen am Abend in Passau. Ein Hoffnungsschimmer sei jedoch, dass sich selbst widerstreitende Mächte an einen Tisch setzten, und hoffentlich bald gemeinsam beschließen, wen sie bekämpfen und wen sie beschützen wollen.

Sie halte nichts davon, ein militärisches Eingreifen konsequent auszuschließen, betonte die Ministerin bei einem Gespräch im Verlagshaus der Drei-Flüsse-Stadt. „Die Verantwortung zu schützen, kann auf unser Land zukommen.“ Sie sei sicher, dass der IS militärisch bekämpft werden müsse, die langfristige Lösung sei jedoch die Politik.

dpa

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