1. Startseite
  2. Politik

EU-Chefin mit Skandal-Flug: Von der Leyen fliegt 50 Kilometer im Privatjet

Erstellt:

Von: Fabian Müller

Kommentare

Ursula von der Leyen kommt beim G20-Gipfel in Rom an.
Ursula von der Leyen kommt beim G20-Gipfel in Rom an. © Youtube/G20 Italy

Ursula von der Leyen muss als EU-Kommissionspräsidentin immer wieder weit verreisen. Aber ist ein Flug von Wien ins nahe Bratislava wirklich notwendig? Die Kritik ist groß.

München - Rund um den Klimagipfel in Glasgow gab es zahlreichen Protest. Politiker täten zu wenig, um den menschengemachten Klimawandel aufzuhalten, war das Credo vieler Demonstranten, darunter Greta Thunberg und Luisa Neubauer. Wie ein Schlag ins Gesicht muss für viele dabei gewirkt haben, dass nahezu alle Staatsoberhäupter und Delegationen der Länder per Flugzeug anreisten, bekanntermaßen eine der größten CO2-Sünden, die man begehen kann.

Aber es scheint, dass eine Politikerin in diesem Sommer ihre Kolleginnen und Kollegen in dieser Hinsicht massiv übertrumpfte: Ursula von der Leyen. Das berichten mehrere Medien, darunter als erstes der britische Telegraph. Die EU-Kommissionspräsidentin soll im Sommer, als sie von europäischer Hauptstadt zu Hauptstadt reiste, um EU-Corona-Hilfsgelder zu verteilen, einen Privatjet angemietet haben.

Von der Leyen mit Privatjet unterwegs: 47 Kilometer von Wien nach Bratislava

Was zunächst wie eine übliche Amtshandlung klingt, wird spätestens dann aufsehenerregend, wenn man sich die einzelnen Strecken anschaut. Am 21. Juni flog von der Leyen von der österreichischen Hauptstadt Wien in die slowakische Hauptstadt Bratislava. Luftlinie von Flughafen zu Flughafen: 47 Kilometer. Die Bild berechnete den CO2-Verbrauch auf 1130 Kilogramm. Per Auto oder Zug braucht man für diese Strecke etwa eine Stunde - und emittiert einen Bruchteil dessen.

Die Kritik ist natürlich groß. Noch im Mai hatte von der Leyen gesagt: „Wir brauchen die Bahn als nachhaltigen Verkehrsträger mehr denn je zuvor, um unsere Ziele den Europäischen Green Deal zu erreichen.“ Ihre EU-Kommission hatte 2021 zum „Jahr der Schiene“ ausgerufen.

Ursula von der Leyen im Privatjet: Vorreiterin oder doch Umweltsünderin?

Mit den Vorwürfen konfrontiert, sagte ein Sprecher der EU-Kommission der Bild: „Mit Abflug und Ankunft in Belgien waren es bei dieser Reise der Präsidentin sieben Länder in zwei Tagen. Alternativen wurden geprüft, doch es gab logistisch keine andere Möglichkeit. Die Präsidentin musste noch am Abend mit demselben Flugzeug von Bratislava nach Riga fliegen.“ Hinzu käme, dass es wegen Corona Bedenken gebe, Linienflüge oder Züge zu nutzen. „Die Crew, die alle sechs Flüge betreut hat, war komplett Corona-getestet.“

Video: Von der Leyen: 19-Minuten-Kurzstreckenflug

Laut Telegraph nutzte von der Leyen bei 18 ihrer insgesamt 34 Dienstreisen einen Privatjet. Dabei präsentiert sich die EU-Präsidentin als Vorreiterin im Kampf gegen den Klimawandel, in Glasgow beim Klimagipfel sagte sie: „Wir alle, weltweit, müssen viel mehr Tempo machen.“ Wie das zu ihren teils speziellen Trips passt, wird wohl selbst von der Leyen nicht ganz klar ein. (fmü)

Auch interessant

Kommentare