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Der geständige islamistische Terrorist zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Foto: F. Gambarini

Prozess in Düsseldorf

IS-Terrorist bekommt viereinhalb Jahre Haft

Düsseldorf - Für den Islamischen Staat dürfte er inzwischen als Verräter gelten: Der Dinslakener Nils D. ist als IS-Terrorist verurteilt worden. Doch als Kronzeuge in weiteren Strafverfahren sicherte er sich mit seinem Geständnis erheblichen Strafrabatt.

Der geständige islamistische Terrorist Nils D. aus Dinslaken ist vom Düsseldorfer Oberlandesgericht zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Der 25-Jährige sei Mitglied der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) gewesen, habe ihr in Syrien auf vielfältige Weise gedient und ihrem Anführer die Treue geschworen, begründete die Vorsitzende Richterin Barbara Havliza am Freitag die Entscheidung. "Die Strafe wäre ohne Geständnis weitaus höher ausgefallen."

Der vorbestrafte Arbeitslose aus Dinslaken habe in einer Spezialeinheit des IS, dem sogenannten Sturmtrupp, reihenweise Menschen verhaftet und in Folter-Gefängnisse gebracht. Dazu sei er mit einer Kalaschnikow, einer Pistole und Handgranaten bewaffnet gewesen. Zeitweise habe er auch einen Sprengstoffgürtel getragen.

Das Gericht wertete die Schilderungen des Konvertiten als wahr: "Nach dem Freitagsgebet wurde geköpft." Auch Erschießungen und Kreuzigungen seien an der Tagesordnung gewesen.

Ein Komplize aus Deutschland habe mit einem abgeschlagenen Kopf an einem Kreisverkehr für ein Foto posiert. Auch D. sei auf einem Foto zu sehen: Darauf halte er einem gefesselten Gefangenen eine Pistole an den Hinterkopf.

Die Fotos, sichergestellte Facebook-Chats sowie abgehörte Telefonate und Gespräche in seinem Auto hätten den Angeklagten überführt. Sein Geständnis sei aber darüber hinaus in einer Reihe von anderen Strafverfahren wertvoll. Nach Angaben der Bundesanwaltschaft hat D. zwölf Komplizen belastet.

Der Konvertit habe sich in Syrien auf eine "Europa-Liste" des Islamischen Staats setzen lassen, so die Richterin. "Es sprechen einige Anhaltspunkte dafür, dass er mit einem Auftrag des IS nach Deutschland zurückgekehrt sein könnte", sagte Havliza. Noch zurück in der Heimat habe er den IS und seine Ideen verteidigt, erst im Prozess distanzierte er sich von der Terrormiliz. Mit seinem Geständnis habe er aus Sicht des IS "Verrat begangen", was eine Rückkehr in dessen Reihen ausschließen dürfte, sagte Havliza.

D. hatte beteuert, dass er sich nur auf besagte Liste habe setzen lassen, um aus Syrien und dem Machtbereich des IS zu entkommen. Genau so habe er zum Schein zugestimmt, für eine Prämie von 500 Euro seine kleine Tochter nach Syrien zu entführen, weil der IS den "Familien-Nachzug" gefördert habe. Deswegen habe er in die Türkei ausreisen können und sich absetzen dürfen.

Die Bundesanwaltschaft hatte für den 25-Jährigen vier Jahre und neun Monate Haft beantragt. Die Verteidiger hatten vier Jahre gefordert. Er gehörte einer Gruppe von Salafisten an, die sich aus Dinslaken-Lohberg nach Syrien abgesetzt hatte.

dpa

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