Offiziell! Bayern-Star verlängert Vertrag - Salihamidzic-Aussage überrascht

Offiziell! Bayern-Star verlängert Vertrag - Salihamidzic-Aussage überrascht
+
Urteil im NSU-Prozess: Beate Zschäpe.

Kommentar

Urteil gegen NSU-Täterin Zschäpe: Hart und gerecht

  • schließen

Lebenslang und eine besondere Schwere der Schuld für Beate Zschäpe – das ist eine gerechte und angemessen scharfe Strafe. Ein Kommentar.

Es ist ein Urteil mit Symbolcharakter. Die Verurteilung Zschäpes wegen zehnfachen Mordes war ja, anders als es die öffentliche Erwartungshaltung suggerierte, juristisch gesehen keine Banalität. Schließlich hat Zschäpe, nach allem was man weiß, die Opfer des NSU nicht selbst erschossen. Sie war Mitwisserin, Mitplanerin, ein logistischer Ankerpunkt für das Mörderduo Böhnhardt/Mundlos, das von Sachsen aus sieben Jahre lang zu immer neuen Untaten loszog – aber sie war wohl keine Direkttäterin. 

Nachdem Sicherheitsbehörden jahrelang bei Ermittlungen gegen das mörderische Trio schlampten, hat sich der Rechtsstaat nun gegen organisierten Rechtsterrorismus von seiner wehrhaften Seite gezeigt. Zu hoffen ist, dass dies die verständlicherweise verbitterten Angehörigen der Toten etwas versöhnlich stimmt.

Lesen Sie auch den Ticker zum NSU-Prozess: Rangeleien nach NSU-Urteil - Rund 3000 Menschen demonstrieren in München

Viele Aspekte machen diese kaltblütige rechte Mordserie zu einem traurigen Lehrstück. Das NSU-Trio tauchte ja nicht aus dem Nichts auf. Es war aufgewachsen in den 1990er-Jahren im Osten der Republik, fasziniert von der damaligen Welle der Gewalt gegen Ausländer, angeleitet durch ältere Neonazis, ehe es ab 1998 abtauchte. Wenn das Beschwören des „Nie wieder“ einen Sinn haben soll, dann diesen: Einen solchen Dunstkreis von Unterstützern und Sympathisanten, in dem sich das Mordtrio ungehindert bewegen konnte, darf es nicht mehr geben.

NSU-Urteil: Bilder vom Gerichtsprozess gegen Beate Zschäpe

In Zeiten zunehmend aggressiver Stimmung gegen Ausländer ist diese Mahnung aktueller denn je. Sie lenkt zugleich den Blick auf mögliche Unterstützer und Mitwisser, die das Gericht nicht ermittelte – es ist ja auch kein Untersuchungsausschuss, der rechtsextreme Milieus nach Belieben ausleuchten könnte. Aber Helfershelfer und Tippgeber muss es gegeben haben – das ist sicher. Das Gericht hat Recht gesprochen, die Aufklärung vieler diffuser Hintergründe muss weitergehen.

Lesen Sie auch: Unvergessen: Die zehn NSU-Opfer

Vielleicht interessiert Sie auch dieses Thema: Asyl-Verhandlungen: Total geeint und „tätig“ statt „willig“ - das sagen Seehofer und Kickl

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Premier Johnson wegen Coronavirus auf der Intensivstation
Er gab sich nach seiner Corona-Infektion noch optimistisch, wirkte aber schon ziemlich angeschlagen. Plötzlich hat sich Boris Johnsons Zustand so stark verschlechtert, …
Premier Johnson wegen Coronavirus auf der Intensivstation
Nach Covid-19-Erkrankung: Friedrich Merz wird deutlich: „Normalität wird es so schnell nicht geben“
Nachdem Friedrich Merz an Covid-19 erkrankt war, meldet sich der CDU-Politiker nun zurück - mit verblüffenden Worten in Richtung Merkel und einer Prognose. 
Nach Covid-19-Erkrankung: Friedrich Merz wird deutlich: „Normalität wird es so schnell nicht geben“
Corona-Shutdown in Deutschland: Ende in Sicht? Teile der Exit-Strategie enthüllt!
Die Maßnahmen gegen das Coronavirus legen das Leben in Deutschland weitestgehend lahm. Kanzleramtschef Helge Braun gab nun einen Einblick in die Exit-Strategie der …
Corona-Shutdown in Deutschland: Ende in Sicht? Teile der Exit-Strategie enthüllt!
Deutsche haben relativ wenig Angst vor Corona-Erkrankung
Traditionell fragt eine Versicherung seit fast 30 Jahren nach den Ängsten der Deutschen. Das Besondere der repräsentativen Studie ist ihr Langzeit-Faktor. Rüttelt die …
Deutsche haben relativ wenig Angst vor Corona-Erkrankung

Kommentare