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US-Außensekretär Rex Tillerson bietet Nordkorea Gespräche „ohne Vorbedingungen“ an.

Lob aus Russland

Sinneswandel aus den USA: Tillerson bietet Nordkorea Gespräche im Atomstreit an

Während Südkoreas Präsident Moon Jae In in Peking über die Nordkorea-Krise berät, kommen aus den USA plötzlich versöhnliche Töne - Wie realistisch sind Verhandlungen?

Washington/Peking/Moskau - Im Streit über die Atomwaffen Nordkoreas hat US-Außenminister Rex Tillerson dem abgeschotteten kommunistischen Regime neue Gesprächsbereitschaft signalisiert. „Wir sind für ein erstes Treffen ohne Vorbedingungen bereit. Lasst uns einfach zusammenkommen“, sagte Tillerson in einer Ansprache im außenpolitischen Forschungsinstitut Atlantic Council. Das Thema der Gespräche spiele keine Rolle, solange sich beide Seiten gegenüber säßen. Unterhändler könnten dann gemeinsam Ziele abstecken.

Die Spannungen in der Region hatten sich in den vergangenen Monaten deutlich verschärft, nachdem Nordkorea mehrfach Raketen sowie Anfang September eine weitere Atombombe getestet und damit gegen UN-Resolutionen verstoßen hatte. Nordkorea kann nach eigenen Angaben jetzt das gesamte US-Festland mit Atomsprengköpfen angreifen.

Tillersons machte die Bemerkungen kurz vor dem ersten Staatsbesuch des südkoreanischen Präsidenten Moon Jae In in China. Moon war am Mittwoch in Peking eingetroffen, um während seines viertägigen Besuchs mit der chinesischen Führung neben bilateralen Themen auch über die Nordkorea-Kirse zu sprechen.

Moon in Zwickmühle

Moon befindet sich in einer Zwickmühle: Ein Streit wegen der Stationierung eines neuen US-Raketenabwehrsystems in Südkorea hatte die Beziehungen zu China monatelang belastet. Die Wiederherstellung des Vertrauens habe deshalb bei seinem Besuch Vorrang, hatte Moon vor seiner Abreise gesagt. Gleichzeitig will Moon aber auch seine US-Verbündeten nicht verärgern.

Die Aufstellung des Abwehrsystems THAAD sei eine „unvermeidliche“ Entscheidung für Südkorea gewesen, um sich gegen potenzielle Raketenangriffe durch Nordkorea zu schützen.

Peking hatte wiederholt die Stationierung kritisiert, weil das zu THAAD gehörende Radarsystem den Luftraum weit nach China hinein ausspionieren kann. Trotz der Differenzen hatten sich Seoul und Peking Ende Oktober darauf geeinigt, den Austausch und die Zusammenarbeit in allen Bereichen wiederherzustellen.

Trotz einer Verschärfung der internationalen Sanktionen hatteNordkorea Ende November erneut eine Interkontinentalrakete getestet. Die Führung erklärte kurze Zeit später, das Land könne jetzt das gesamte US-Festland mit Atomsprengköpfen angreifen.

Nach einem Wirtschaftsforum am Mittwoch wird Moon am Donnerstag zu Gesprächen mit Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping zusammenkommen

Russland begrüßt US-Bereitschaft zu Gesprächen mit Nordkorea 

Russland begrüßt die von US-Außenminister Rex Tillerson erklärte Bereitschaft zu direkten Gesprächen mit Nordkorea. Vizeaußenminister Sergej Rjabkow sagte am Mittwoch in Moskau, im Konflikt über das nordkoreanische Atomwaffenprogramm seien Verhandlungen der einzig mögliche Weg. „Wichtig wäre jetzt aber der Beleg, dass den Worten auch Taten folgen“, sagte Rjabkow der Agentur Interfax zufolge.

Der Dialog mit Nordkorea könne auch nur funktionieren, wenn die USA sich mit Militäraktionen zurückhielten, „die in Pjöngjang als Drohung aufgefasst werden könnten“. Zugleich wies Rjabkow Vorwürfe Tillersons zurück, dass Russland beim Einsatz nordkoreanischer Arbeiter gegen UN-Sanktionen verstoße.

Eine Delegation des russischen Verteidigungsministeriums traf am Mittwoch zu Gesprächen in Nordkorea ein, wie Interfax unter Berufung auf die Botschaft in Pjöngjang meldete. Zum Ziel des Besuchs wurden keine Angaben gemacht.

dpa

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