+
Donald Trump (l.) mit seinem neuen US-Außenminister Mike Pompeo. 

Nach erfülltem Wahlkampfversprechen

US- Außenministerium sichert Botschaften in islamischer Welt

Das US-Außenministerium hat offenbar schon Wochen vor der geplanten Eröffnung der US-Botschaft in Jerusalem die Sicherheit an seinen Vertretungen in der islamischen Welt verstärkt.

Washington - Demnach rechnet die US-Regierung mit Protesten gegen den Umzug sowie Ausschreitungen, wie der Sender CNN am Samstag unter Berufung auf einen nicht namentlich genannten Beamten berichtete. Die Lage in Nahost hatte sich zuletzt auch wegen des Ausstiegs der USA aus dem internationalen Atomabkommen mit dem Iran zugespitzt.

US-Präsident Donald Trump hatte im Dezember in einem historischen Alleingang Jerusalem als Hauptstadt Israels anerkannt und die Verlegung der Botschaft aus Tel Aviv angekündigt. Trump erfüllte damit ein Wahlkampfversprechen.

Der Schritt wird international kritisiert. Viele sehen darin eine Bevorzugung Israels gegenüber den Palästinensern, die Ostjerusalem als Hauptstadt eines unabhängigen Staates für sich reklamieren. Israel hat den Ostteil Jerusalems 1967 erobert und beansprucht die ganze Stadt als Hauptstadt. Nach Ansicht der internationalen Gemeinschaft muss der Status Jerusalems in Friedensgesprächen beider Parteien festgelegt werden.

Friedensprozess zwischen Israel und Palästina erlitt womöglich einen entscheidenden Rückschlag

Kritiker befürchten, dass der Friedensprozess zwischen Israel und den Palästinensern durch einseitige Maßnahmen zugunsten einer Konfliktpartei erschwert wird. Aus Sicht eines ranghohen Vertreters der US-Regierung wird dagegen die Verlegung der Botschaft zu größerem Realitätssinn bei den Palästinensern führen und den Friedensprozess beschleunigen.

Auch interessant: Weitere Eskalation in Israel vor Jubiläum und US-Botschaftseinweihung befürchtet 

„In dieser höchst gespannten Lage haben wir durch den Ausstieg aus dem Atomabkommen mit den Iran jetzt noch Benzin ins Feuer gegossen“, sagte der Sicherheitsexperte Bruce Riedel von der Denkfabrik Brookings Institution dem Sender. Mit der Eröffnung der Botschaft in Jerusalem sei US-Präsident Donald Trump nur noch wenige Tage davon entfernt, „einen weiteren Kanister Benzin ins Feuer zu werfen.“ Der Umzug sende ein Signal, dass die USA den Iran konfrontieren wollten. „Und das ist ein Signal, dass die Israelis und die Saudis nur allzu gerne hören.“

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Bericht über riesige illegale Summe an AfD: War der Spender doch ein anderer?
2017 zog die AfD mit satten 12,6 Prozent in den Bundestag ein und wurde drittstärkste Kraft. Doch auf den Erfolg könnte sich nun ein Schatten legen. Eine Großspende aus …
Bericht über riesige illegale Summe an AfD: War der Spender doch ein anderer?
Streit um Tonaufnahmen zu Khashoggis Ermordung: Frankreich, Türkei und Kanada widersprechen sich
Im Fall des ermordeten saudiarabischen Journalisten Jamal Khashoggi hat der türkische Präsident Erdogan mitgeteilt, dass er die aufgezeichneten Tonaufnahmen der …
Streit um Tonaufnahmen zu Khashoggis Ermordung: Frankreich, Türkei und Kanada widersprechen sich
Panne bei Hessen-Wahl: 900 Stimmen aus Frankfurt falsch zugeordnet - das sagt der zuständige Stadtrat
Nach der Hessen-Wahl sollte eigentlich längst über Koalitionen verhandelt werden. Stattdessen kommen immer weitere Pannen ans Tageslicht. Der News-Blog.
Panne bei Hessen-Wahl: 900 Stimmen aus Frankfurt falsch zugeordnet - das sagt der zuständige Stadtrat
AfD-Politikerin Weidel wegen Parteispenden in Bedrängnis
Rund 130.000 Euro in kleinen Teilen, bestimmt für Alice Weidel, kurz vor der Bundestagswahl 2017: Die AfD gerät wegen einer Großspende aus der Schweiz heftig unter …
AfD-Politikerin Weidel wegen Parteispenden in Bedrängnis

Kommentare