+
Denis Cuspert alias Abu Talha al-Almani ist der bekannteste deutsche Dschihadist. Foto: SITE Intelligence Group/Twitter

Pentagon: Deutscher IS-Dschihadist Cuspert ist tot

In Berlin machte sich "Deso Dogg" einen Namen in der Rapper-Szene. Bekannter wurde er als Kämpfer aufseiten der Terrormiliz IS, Anfang Februar setzten die Amerikaner ihn auf ihre Terrorliste. Nun wurde der Deutsche bei einem US-Luftangriff getötet.

Washington/Aleppo/Berlin (dpa) - Der IS-Terrorist und frühere Berliner Rapper Denis Cuspert ist nach US-Angaben tot. Der 39-Jährige sei bei einem Luftangriff auf die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien umgekommen, sagte eine Pentagonsprecherin der Deutschen Presse-Agentur.

Der Angriff sei am 16. Oktober nahe der IS-Hochburg Al-Rakka erfolgt. Von den Sicherheitsbehörden in Deutschland gab es am Freitag keine Bestätigung. Der Extremist war bereits mehrfach für tot erklärt worden.

Cuspert, der früher als Rapper "Deso Dogg" auftrat, hatte unter dem Namen Abu Talha al-Almani in zahlreichen IS-Videos zu Gewalt aufgerufen und mit islamistischen Anschlägen gedroht. "Er bedrohte den Präsidenten der Vereinigten Staaten und deutsche Bürger öffentlich", sagte die Pentagonsprecherin. Cuspert soll damit beauftragt gewesen sein, Deutsche für den IS zu rekrutieren.

Bereits seit Tagen gab es Berichte, das Fahrzeug von Cuspert sei bei Luftschlägen in der Region von Tabkah unweit von Al-Rakka getroffen worden, der inoffiziellen Hauptstadt des IS. In sozialen Medien zirkulierten Bilder, die angeblich den Leichnam Cusperts zeigen.

Die USA hatten den gebürtigen Berliner Anfang des Jahres auf ihre Terroristenliste gesetzt. Er galt damit für die USA als jemand, der einen terroristischen Akt begangen hat oder ein ernsthaftes Risiko für die nationale Sicherheit darstellt. Zudem stand er auf der Terrorliste der Vereinten Nationen.

Nach Erkenntnissen des Bundesamts für Verfassungsschutz und des Bundeskriminalamts sind seit Beginn der Kämpfe in Syrien im Jahr 2011 insgesamt mehr als 750 Islamisten aus Deutschland in das Krisengebiet ausgereist. Gerade in den vergangenen Monaten - mit dem Vormarsch der IS-Terrormiliz - beschleunigte sich die Entwicklung. Ende 2013 zählte der Verfassungsschutz noch etwa 240 Ausgereiste. Ende 2014 waren es schon mehr als 550.

Die Sicherheitsbehörden haben in 120 Fällen Hinweise, dass Islamisten aus Deutschland in Syrien oder im Irak ums Leben gekommen sind.

Ein Drittel der Ausgereisten ist inzwischen wieder in Deutschland. Mehr als 70 davon haben nach Einschätzung der Verfassungsschützer Kampferfahrung. Diese Rückkehrer gelten als besonders gefährlich.

Bericht CNN

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Ex-Staatssekretär Holm verliert Uni-Posten
Berlin - Die Stasi-Affäre hat für Andrej Holm weitere Konsequenzen: Nach dem Staatssekretärs-Posten in Berlin verliert er auch den Job an der Humboldt-Universität. Er …
Ex-Staatssekretär Holm verliert Uni-Posten
Biden: Russland will liberale Ordnung zum Einsturz bringen
In seiner letzten Grundsatzrede im Amt keilt US-Vizepräsident Joe Biden kräftig gegen Russland aus. Kremlchef Putin wünsche sich die Zeit von Einflusssphären zurück und …
Biden: Russland will liberale Ordnung zum Einsturz bringen
Verfassungsfeindliche NPD soll kein Geld vom Staat mehr bekommen
Berlin - Verboten hat das Bundesverfassungsgericht die NPD nicht. Aber die Richter haben ihr Verfassungsfeindlichkeit bescheinigt. Nun wollen Politiker der Partei den …
Verfassungsfeindliche NPD soll kein Geld vom Staat mehr bekommen
Gauck sieht Demokatie in Deutschland in Gefahr
Wie soll es aussehen, unser Land? Diese Frage hatte Bundespräsident Gauck vor fünf Jahren voller Zuversicht gestellt. Zum Ende seiner Amtszeit ist seine Sicht deutlich …
Gauck sieht Demokatie in Deutschland in Gefahr

Kommentare