+
Blick vom Ölberg auf Jerusalem. Links ist die vergoldete Kuppel des Felsendoms zu sehen. Foto: Roland Holschneider

Nahostkonflikt

US-Botschaft in Jerusalem soll im Mai eröffnen

Washington (dpa) - Die neue US-Botschaft in Jerusalem soll nach Plänen der Regierung von Präsident Donald Trump schon im Mai dieses Jahres eröffnet werden. Das bestätigte ein Sprecher des US-Außenministeriums.

Die Eröffnung falle mit dem 70. Jahrestag der Gründung Israels zusammen. Das Datum dafür ist der 14. Mai.

Die Botschaft solle zunächst in einem Gebäudekomplex im Stadtteil Arnona angesiedelt werden, in dem sich bislang ein Konsulat befindet, erklärte der Sprecher. Zunächst sollten US-Botschafter David Friedman und ein "kleines Team" von dort aus arbeiten.

Die Palästinenser reagierten entrüstet auf die Ankündigung. Chefunterhändler Saeb Erekat kritisierte auch scharf das Datum - einen Tag bevor die Palästinenser am 15. Mai der Nakba (Katastrophe) gedenken. Dabei geht es um den Verlust ihrer Heimat nach der Gründung des Staates Israel 1948. Während des ersten Nahostkriegs nach der Staatsgründung gab es nach unterschiedlichen Schätzungen rund 700.000 palästinensische Flüchtlinge.

Erekat sagte, dieses Vorhaben "zeigt die Entschlossenheit der US-Regierung internationales Recht zu verletzen, die Zwei-Staaten-Lösung zu zerstören und die Gefühle des palästinensischen Volkes zu provozieren".

Trump hatte Jerusalem Anfang Januar als Hauptstadt Israels anerkannt und die Verlegung der Botschaft angekündigt. Das stieß weltweit auf Kritik. Im Heiligen Land kam es zu Unruhen.

Das "Wall Street Journals" berichtete, das Außenministerium wolle den Komplex nach der Eröffnung weiter umrüsten, damit dort mehr Mitarbeiter untergebracht werden könnten. Das Ministerium erwäge zudem den Bau einer neuen Botschaftseinrichtung, schrieb die Zeitung weiter. Der amerikanische Kasinobesitzer Sheldon Adelson habe angeboten, dies finanziell zu unterstützen. Die Diskussionen darüber seien aber bislang informell.

Bericht Wall Street Journal

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

„Nicht über Einsatzzweck informiert gewesen“: Wende nach Todesfall im Hambacher Forst
Im Hambacher Forst ist bei einem Unfall ein Journalist ums Leben gekommen. Die Regierung von NRW setzt nun die Räumung aus. Der News-Ticker.
„Nicht über Einsatzzweck informiert gewesen“: Wende nach Todesfall im Hambacher Forst
Merkel verteidigt Maaßens Beförderung: SPD attackiert Seehofer - und Nahles
Eine Krisensitzung mit Horst Seehofer, Angela Merkel und Andrea Nahles brachte am Dienstag die Entscheidung in der Causa Maaßen. Widerstand regt sich nun in der …
Merkel verteidigt Maaßens Beförderung: SPD attackiert Seehofer - und Nahles
Drei TV-Chefs in Türkei verurteilt - sie gelten als Erdogan-Kritiker
Der Staatsbesuch des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan vom 27. bis zum 29. September rückt immer näher - und das Land steckt in der Krise. Der News-Ticker zur …
Drei TV-Chefs in Türkei verurteilt - sie gelten als Erdogan-Kritiker
ARD-Mann rechnet nach Maaßen-Deal ab - und hat Merkel und Seehofer im Visier
Nach der umstrittenen Personalentscheidung um Hans-Georg Maaßen sieht der Kommentator in den ARD-Tagesthemen, Thomas Baumann, einen Machtverlust Angela Merkels.
ARD-Mann rechnet nach Maaßen-Deal ab - und hat Merkel und Seehofer im Visier

Kommentare