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Sean Spicer Holds Daily Press Briefing At The White House

Video dokumentiert Vorfall

US-Eklat: Trump-Sprecher Spicer schleicht sich aus Pressekonferenz

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Washington - Ohne Vorankündigung hat der Sprecher des US-Präsidenten seine eigene Pressekonferenz verlassen. Das erzürnt Journalisten und Netzgemeinde gleichermaßen. 

Am Ende wurde es noch einmal laut im Saal. Die Hände der Journalisten schossen in die Höhe, manche standen gar ungläubig auf, von überall erhoben sich nun Stimmen, erst nur ein leises Nuscheln, dann wütende Rufe. „Sean! Ach, jetzt komm’ schon, Sean! Seaaaan.“ Doch da war es bereits zu spät. Denn der Protagonist der Szene, er entschwand just in diesem Moment durch die Hintertüre und war bald hinter einer Armada aus Beratern nicht mehr zu sehen. Sean Spicer, so viel war in diesem Augenblick klar, hatte mit all dem nichts mehr zu tun. Blöd nur, dass es seine eigene Pressekonferenz war, die der Sprecher des US-Präsidenten Donald Trump hiermit - ohne eine einzige Frage zu beantworten - verließ.

Ganze 53 Sekunden hat Spicer auf seiner eigenen PK zu den Medienvertretern gesprochen und diese Zeitspanne vornehmlich damit verbracht, seine Gäste, namentlich John Kelly (Chef des US-Heimatschutzes) und Mick Mulvaney (Haushaltsdirektor des Weißen Hauses), vorzustellen. Als diese nach 40 Minuten ihre Vorträge abgeschlossen hatten, hielt es der Trump-Sprecher scheinbar für eine gelungene Gelegenheit, auf die Beantwortung etwaiger Nachfragen zu verzichten - und verschwand wortlos in Richtung Ausgang. Die hektischen Nachfragen und „Sean“-Rufe überhörte er einfach; samt Kolonne zog er von dannen. Erklärungsversuche gab es nicht. 

Verwirrung um Trump-Tweet - Keine Antwort 

Die Enttäuschung bei den Journalisten war dementsprechend groß. Wie die Washington Post erfuhr, wollten einige Journalisten in der Nachfrage-Runde einen Tweet des US-Präsidenten thematisieren, in dem Trump von einem „guten Shutdown“ sprach. 

Hintergrund: Unter einem Shutdown wird gemeinhin ein Regierungs-Stillstand bezeichnet, bei dem alle Regierungseinrichtungen des Landes aufgrund mangelnder Finanzierung schließen und Staatsbedienstete in den Zwangsurlaub geschickt werden müssen. Erst vor kurzem hatten sich Demokraten und Republikaner nach langen Diskussionen jedoch auf einen gemeinsamen Haushaltsplan geeinigt - und damit einen drohenden „Government Shutdown“ zumindest bis September verhindert. Wie Trumps Tweet in diesem Kontext zu interpretieren ist, bleibt also nach wie vor unklar. Auf eine ergänzende Erklärung des Sprechers des Weißen Hauses warteten die Journalisten jedenfalls vergebens. 

lpr

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