USA, Newport News: Donald Trump, Präsident der USA, spricht auf einer Wahlkampfkundgebung.
+
Der US-Präsident wird auf vier Jahre ins Amt gewählt und darf maximal zwei Amtszeiten absolvieren.

Nur für amerikanische Staatsbürger

US-Präsident: Staatsoberhaupt, Regierungschef und Oberbefehlshaber

Der US-Präsident bekleidet das wichtigste Amt in den Vereinigten Staaten. Eine Amtszeit dauert vier Jahre. Nur Personen mit US-Staatsbürgerschaft können zum Präsidenten gewählt werden.

  • Der US-Präsident wird auf vier Jahre ins Amt gewählt und darf maximal zwei Amtszeiten absolvieren.
  • Er ist gleichzeitig Oberbefehlshaber der Armee.
  • Das Mindestalter beträgt 35 Jahre.

Washington, D.C. – Der US-Präsident gilt als eine der mächtigsten Personen der Welt. Er (oder vielleicht irgendwann sie) nimmt als Staatsoberhaupt und Oberbefehlshaber der Armee der letzten Supermacht der Welt eine Position von größter Bedeutung ein. Die politische Ausrichtung und Strategie des Präsidenten hat stets erheblichen Einfluss auf das Weltgeschehen.

Der US-Präsident und seine Aufgaben

Die Präsidentschaftswahlen finden in den USA alle vier Jahre statt. Ein amtierender US-Präsident kann dabei nur ein einziges Mal wiedergewählt werden. Nach spätestens acht Jahren muss er das Amt für einen Nachfolger räumen.

Der US-Präsident bekleidet gleich drei wichtige Positionen:

  • Staatsoberhaupt
  • Regierungschef
  • Oberbefehlshaber der Streitkräfte

Seine offizielle Residenz ist das Weiße Haus in Washington.

Als Regierungschef führt er das Kabinett an, zu dem außerdem der Vizepräsident, die 14 Bundesminister und andere ranghohe Beamte gehören. Dabei ist er berechtigt, Minister (Secretaries) jederzeit zu entlassen. Daneben wird er vom Executive Office unterstützt, einer weiteren Gruppe wichtiger politischer Berater.

Zu seinen Aufgaben als Staatsoberhaupt gehören das Abschließen von Verträgen im Namen der USA und die Entsendung von Diplomaten. Allerdings müssen von ihm geschlossene Verträge vom Senat mit Zweidrittelmehrheit ratifiziert werden. Weiterhin ernennt der US-Präsident mit Zustimmung des Senats neue Bundesrichter. Von größter Bedeutung sind hier die Richter des Obersten Gerichtshofs (Supreme Court), da diese auf Lebenszeit ernannt werden.

Der US-Präsident als Oberbefehlshaber des Militärs

Der US-Präsident bekleidet das Amt des Oberbefehlshabers der Streitkräfte (Commander-in-Chief of the United States Armed Forces). Allerdings sind die genauen Machtbefugnisse umstritten und hängen davon ab, wie viel Spielraum ihm der Kongress lässt. Dieser hat als einzige Institution das Recht, einen Krieg zu erklären.

In früheren Zeiten waren Präsidenten oft aktiv an militärischen Einsätzen beteiligt. Der erste US-Präsident George Washington führte 1794 noch selbst 12.000 Soldaten an, um die sogenannte Whiskey Rebellion in Pennsylvania niederzuschlagen. Andere Präsidenten, die sich aktiv mit dem täglichen Kriegsgeschehen befassten, waren:

  • Abraham Lincoln (US-Bürgerkrieg)
  • Franklin D. Roosevelt (Zweiter Weltkrieg)
  • Lyndon B. Johnson (Vietnamkrieg)

Sein Amt erlaubt dem US-Präsidenten auch den Einsatz der Nationalgarde (National Guard) in Krisenzeiten. Die Nationalgarde geht auf die Bürgerwehren der Kolonialzeit zurück. Heute handelt es sich um Soldaten, die hauptberuflich einem zivilen Job nachgehen und in ihrem Bundesstaat vom Gouverneur zum aktiven Dienst aufgerufen werden. Im Bedarfsfall kann der US-Präsident sie anfordern. Zuletzt setzte Donald Trump Nationalgardisten ein, um Ausschreitungen im Rahmen der „Black Lives Matter“-Demonstrationen im Sommer 2020 zu beenden.

Der US-Präsident und seine Amtszeit

Die Amtszeit des US-Präsidenten ist auf vier Jahre beschränkt. Ein amtierender Präsident kann ein einziges Mal wiedergewählt werden. Anders als in den meisten Ländern sind die Wahltermine in den USA dauerhaft festgelegt. Die Wahl zum Präsidenten findet grundsätzlich am Dienstag nach dem 1. November statt. Dies ist den Traditionen des Landes geschuldet. Wahlen sollten erst nach dem Ende der herbstlichen Erntezeit stattfinden und die Wähler nicht am sonntäglichen Kirchgang hindern.

Die Vereidigung des neuen Präsidenten (sofern ein neuer US-Präsident gewählt wurde), findet am 20. Januar des darauffolgenden Jahres statt. Die mehr als zweimonatige Frist zwischen den Wahlen und der Vereidigung wird er zur Zusammenstellung seiner Regierung nutzen. Die Amtszeit des Präsidenten beginnt am 20. Januar um 12.00 Uhr und endet vier Jahre später exakt zum gleichen Zeitpunkt. Welcher Kandidat bei den US-Wahlen 2020 die besten Chancen auf das Weiße Haus hat, verrät Ihnen unser Daten-Artikel zu den aktuellen Umfragen.

Die Begrenzung der Amtszeit

Schon George Washington hatte auf eine Kandidatur für eine dritte Amtszeit verzichtet, um den Weg für andere freizumachen. Seine Nachfolger hielten diese Tradition bei – mit zwei Ausnahmen. Theodore Roosevelt kandidierte 1912 ein drittes Mal, konnte aber nicht gewinnen.

Franklin D. Roosevelt wurde sogar dreimal wiedergewählt und regierte von 1933 bis 1945. Allerdings verstarb der gesundheitlich bereits angeschlagene Roosevelt kurz nach Beginn seiner vierten Amtszeit im April 1945. Vizepräsident Harry S. Truman übernahm seine Aufgaben. Als Folge von Roosevelts langer Amtszeit wurde 1947 ein Verfassungszusatz erlassen, der nur noch eine einmalige Wiederwahl zuließ.

Ein vorzeitiges Ende der Präsidentschaft kann durch ein Amtsenthebungsverfahren (Impeachment) erfolgen. Bislang kam es dreimal zu einem Impeachment:

  • Andrew Johnson (1868)
  • Bill Clinton (1999)
  • Donald Trump (2020)

Alle drei Verfahren scheiterten.

Richard Nixon kam einem Impeachment infolge des Watergate-Skandals 1974 durch Rücktritt zuvor.

US-Präsident: Ein gefährlicher Job

Nicht alle US-Präsidenten überlebten ihre Amtszeit. Vier Präsidenten starben im Amt eines natürlichen Todes, vier fielen einem Attentat zum Opfer.

Eines natürlichen Todes während der Amtszeit starben:

  • William Henry Harrison (starb 1841 nur einen Monat nach Amtsantritt an Lungenentzündung)
  • Zachary Taylor (starb 1850 an Gastroenteritis)
  • Warren G. Harding (starb 1923 an einem Herzinfarkt oder Schlaganfall)
  • Franklin D. Roosevelt (starb 1945 an einer Hirnblutung)

Ermordet wurden:

  • Abraham Lincoln (wurde 1865 von John Wilkes Booth bei einer Theateraufführung angeschossen und verstarb am folgenden Tag)
  • James A. Garfield (erlag 1881 nach elf Wochen den Folgen einer Schussverletzung durch Charles J. Guiteau)
  • William McKinley (wurde 1901 von Leon Czolgosz, einem polnischen Anarchisten, angeschossen und starb acht Tage später)
  • John F. Kennedy (wurde 1963 während einer Fahrt durch Dallas mutmaßlich von Lee Harvey Oswald erschossen)

Zahlreiche andere Attentate scheiterten durch die rechtzeitige Festnahme oder schiere Unfähigkeit der Attentäter – manchmal auch durch Glück. Ronald Reagan wurde bei einem Attentat 1981 von John Hinckley Jr. schwer verletzt, überlebte jedoch.

Der US-Präsident und sein Gehalt

Dem US-Präsidenten steht ein jährliches Gehalt von 400.000 US-Dollar zu. Weiterhin profitiert er von zahlreichen Privilegien zur Erfüllung seiner Aufgaben:

  • Nutzung des Weißen Hauses als Büro und privater Wohnsitz
  • Verwendung der Air Force One und anderer Verkehrsmittel
  • Nutzung des Landsitzes Camp David in Maryland
  • Schutz durch den Geheimdienst (auch nach Amtsende)
  • Zuschüsse für Büromitarbeiter

Dazu erhält der US-Präsident nach dem Ausscheiden aus dem Amt eine Pension in Höhe von 191.300 US-Dollar pro Jahr.

Einige US-Präsidenten verzichteten aufgrund ihres persönlichen Reichtums auf das Jahresgehalt und spendeten es, darunter John F. Kennedy und zuletzt Donald Trump. Als Vorbild diente George Washington, der seinerzeit als wohlhabender Plantagenbesitzer auf sein Gehalt von 25.000 US-Dollar verzichtete.

Neben dem offiziellen Gehalt haben die US-Präsidenten oft noch andere Einnahmequellen wie die Erlöse aus dem Verkauf ihrer Bücher und Vortragshonorare.

US-Präsident werden: Mindestalter und andere Voraussetzungen

Nicht jede in den USA lebende Person kann sich zum Präsidenten wählen lassen. So gilt ein Mindestalter von 35 Jahren, um das wichtigste Amt im Staat zu bekleiden. Der jüngste direkt gewählte US-Präsident war John F. Kennedy 1961 mit 43 Jahren. Noch jünger war Theodore Roosevelt, der 1901 mit 42 Jahren als Vizepräsident die Amtsgeschäfte des nach einem Attentat verstorbenen William McKinley übernahm.

Bislang ältester US-Präsident beim Antritt seines Amts war Donald Trump 2016 mit 70 Jahren. Sollte Joe Biden die folgende Wahl gewinnen, wird er mit 79 Jahren einen neuen Rekord aufstellen.

Natural Born Citizen

Präsidentschaftskandidaten müssen seit mindestens 14 Jahren in den USA leben und als „Natural Born Citizen“ gelten. Als solche werden alle Amerikaner bezeichnet, die aufgrund ihrer Geburt auf amerikanischem Boden die amerikanische Staatsbürgerschaft besitzen.

Zweimal kam es in den letzten Jahren dadurch zu Problemen. So war die Kandidatur von John McCain umstritten, weil er außerhalb der US-Grenzen auf einem US-Militärstützpunkt in Panama zur Welt kam. Der republikanische Präsidentschaftskandidat Ted Cruz wurde im kanadischen Calgary als Sohn eines Kubaners und einer US-Amerikanerin geboren. Die Staatsbürgerschaft der Mutter war letztendlich ausreichend, ihn als Kandidaten zuzulassen.

Verschwörungstheoretiker, die sich selbst „Birther“ nennen, zweifelten die Geburt Barack Obamas im US-Bundesstaat Hawaii an, scheiterten aber mit ihrer Kampagne.

Zuletzt sah sich auch die demokratische Senatorin Kamala Harris, die als Vizepräsidentschaftskandidatin mit Joe Biden den Wahlkampf 2020 bestreitet, Angriffen ausgesetzt, da ihre aus Indien und Jamaika eingewanderten Eltern zum Zeitpunkt ihrer Geburt noch keine US-Staatsbürger gewesen seien.

Auch interessant

Kommentare