Historische Zeichnung aus der US-amerikanischen Geschichte im 19. Jahrhundert, Portrait von Andrew Johnson, 1808 - 1875, der 17. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika
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Andrew Johnson war der 17. Präsident in den USA

17. US-Präsident Andrew Johnson

Andrew Johnson: Leben und Karriere des US-Präsidenten 

Nachdem US-Präsident Abraham Lincoln am 15. April 1865 bei einem Attentat in Washington ums Leben kam, übernahm Vizepräsident Andrew Johnson seinen Posten.

  • Andrew Johnson war von 1865 bis 1869 US-Präsident für die Demokratische Partei.
  • Er war zuvor von März bis April 1865 US-Vizepräsident.
  • 1868 wurde gegen Andrew Johnson erstmals in der Geschichte ein Amtsenthebungsverfahren eingeleitet.

Washington – Andrew Johnson (*29.12.1808, †1875) war der 17. Präsident in der Geschichte der USA. Er stammte aus ärmlichen Verhältnissen und galt als ungebildet. Vor seiner Zeit als US-Präsident war Johnson unter anderem Abgeordneter im Repräsentantenhaus, Gouverneur des Bundesstaates Tennessee, US-Senator und Militärgouverneur während des Bürgerkriegs. Nachdem US-Präsident Abraham Lincoln (*12.02.1809, †1865) am 15. April 1865 bei einem Attentat in Washington ums Leben kam, übernahm Vizepräsident Andrew Johnson seinen Posten.

Andrew Johnson – Das Leben des US-Präsidenten

Andrew Johnson wurde am 29. Dezember 1808 in Raleigh im Bundesstaat North Carolina geboren. Sein Geburtshaus kann heute immer noch im Mordecai Historical Park in Raleigh besucht werden. Das Haus ist auf Google Maps wenige Blocks nördlich der William Peace University zu finden.

Nachdem sein Vater 1812 an einem Herzinfarkt starb, wuchs Johnson gemeinsam mit seinen zwei jüngeren Geschwistern in ärmlichen Verhältnissen auf. Die Schule besuchte er nur unregelmäßig, ehe er sich im Alter von zehn Jahren dazu entschied, genau wie sein Bruder eine Lehre als Schneider zu beginnen. Während dieser Zeit lernte der späterer US-Präsident das Lesen und das Schreiben von seinen Kollegen. Nach seiner Lehre arbeite Johnson als Schneider in Alabama und Tennessee. Sein Interesse für die Politik entdeckte er erst später.

Andrew Johnson – Seine Familie und seine Kinder

Wie für die Zeit üblich heiratete Johnson sehr früh. Im Alter von 19 Jahren heiratete Johnson Eliza McCardle (*04.10.1810, †1876), die Tochter eines Schusters. Die Trauung fand am 17. Mai 1827 statt. Gemeinsam eröffnete das Ehepaar in Greeneville in Tennessee eine Schneiderei, die sehr erfolgreich war. Heutzutage ist in der ehemaligen Schneiderei ein Museum über Andrew Johnson. Johnson und McCardle blieben bis zu seinem Tod im Jahr 1875 verheiratet. Das Paar hatte fünf Kinder.

Andrew Johnson – Der Beginn seiner politischen Laufbahn

Schon während Johnson als Schneider arbeitete, entwickelte er ein großes Interesse für Debatten. Genau dieses Interesse brachte den späteren US-Präsidenten in die Politik. In den 1830er Jahren übernahm er sein erstes politisches Amt und wurde Bürgermeister seines damaligen Heimatortes Greeneville. In den darauffolgenden Jahren übernahm er diese Tätigkeiten:

  • Ab 1835 – Abgeordneter im Repräsentantenhaus von Tennessee
  • Ab 1841 – Mitglied im Senat des Staates
  • 1843 bis 1853 – Abgeordneter im Repräsentantenhaus der USA
  • Herbst 1844 – Helfer im Präsidentschaftswahlkampf für James K. Polk

Bereits in seiner Jugend wurde Johnson enorm von dem ehemaligen US-Präsident Andrew Jackson (*15.03.1767, †1845) geprägt, der ebenfalls nicht aus der gehobenen Oberschicht stammte. Andrew Johnson nutzte seine rhetorischen Fähigkeiten und machte Politik für die einfache, vornehmlich ungebildete Unterschicht. Als geborener Südstaatler, Sklavenhalter und aktiver Unterstützer der Sklaverei in den Südstaaten war Johnson Rassist. Er gilt außerdem als einer der ersten populistischen Präsidenten der USA. Während seiner politischen Karriere machte er stets Politik für das einfache, weiße Bürgertum und verachtete die Oberschicht. Vor allem in der weißen Unterschicht war Johnson daher enorm beliebt.

Andrew Johnson – Die Demokratische Partei

Andrew Johnson gehörte zu der Demokratischen Partei. Als Rassist und Befürworter der Sklaverei löste er allerdings immer wieder innerparteiliche Konflikte aus. Diese Konflikte führten unter anderem dazu, dass die Demokratische Partei in den 1850er Jahren bei der Wahl der Abgeordneten für das Repräsentantenhaus von Tennessee einen zweiten Kandidaten, nämlich Landon Carter Haynes (*02.10.1816, †1875) aufstellten, in der Hoffnung, dass Andrew Johnson so seinen Platz im Repräsentantenhaus von Tennessee verlieren würde. Allerdings wurde Johnson von seiner starken Basis im Bürgertum wiedergewählt.

Andrew Johnson – Gouverneur von Tennessee

Trotz aller innerparteilichen Konflikte konnte Andrew Johnson in den 1850er Jahren noch immer auf den Rückhalt seiner demokratischen Amtskollegen setzen. Im Jahr 1853 wurde er von seiner Partei für das Amt des Gouverneurs von Tennessee nominiert. Sein Gegenkandidat war Gustavus Adolphus Henry (*04.10.1804, 1880) von der Whig Partei. Im August 1853 fand dann die Wahl zum Gouverneur von Tennessee statt, die Johnson mit 63.413 Stimmen zu 61.163 Stimmen für sich entscheiden konnte. Auch die Gouverneurswahl von 1855 gewann Johnson knapp.

Während seinen vier Jahren als Gouverneur von Tennessee setzte sich Johnson besonders dafür ein, Bildungseinrichtungen besser auszustatten. Um dieses Vorhaben auch finanziell umsetzten zu können, erhöhte er die Steuern im gesamten Bundesstaat Tennessee.

Andrew Johnson – US-Senator

Andrew Johnson entschied sich 1857 dazu, nicht ein drittes Mal als Gouverneur von Tennessee zu kandidieren. Stattdessen stellte er sich als Kandidat für den US-Senat auf, in den er im Oktober 1857 dann auch gewählt wurde. Für diesen Posten verließ er nach mehr als 30 Jahren seinen Heimatort Greeneville und zog nach Washington.

In seiner Zeit als US-Senator setzte sich Johnson unter anderem für ein Besiedlungsgesetz ein, das allerdings nicht verabschiedet wurde. Außerdem trat er weiter vehement für die Sklaverei ein. Er argumentierte, dass sich der Satz „Alle Menschen sind gleich geschaffen“ aus der Unabhängigkeitserklärung nur auf die „weiße Rasse“ und nicht auf Afroamerikaner beziehe.

Andrew Johnson als Militärgouverneur während des Amerikanischen Bürgerkriegs

Nachdem im April 1861 der Bürgerkrieg zwischen dem Norden und dem Süden der USA begann, wurde Andrew Johnson vom damaligen US-Präsidenten Abraham Lincoln zum Militärgouverneur berufen. Er erhielt diesen Posten, da er sich in den stark gespaltenen USA immer wieder für eine Einheit des Landes ausgesprochen hatte.

Während des Krieges änderte Johnson, zögerlich und widerwillig, seine öffentliche Meinung bezüglich der Sklaverei. Er argumentierte, sie müsse zerstört werden, wenn sie in der Lage dazu sei, die Einheit des Landes zu gefährden. Außerdem wurden unter der Führung von Johnson immer mehr afroamerikanische Bürger für die Armee rekrutiert.

Andrew Johnson – Wahl zum Vizepräsidenten

Da sich sowohl die Republikaner unter der Führung von Lincoln als auch einige Demokraten wie Andrew Johnson klar gegen eine Verhandlung mit der Konföderation im Süden und für die Fortsetzung des Bürgerkriegs aussprachen, schlossen sich beide Gruppen zu einer gemeinsamen Partei, der National Union Party, zusammen. Im Jahr 1864 trat diese Partei mit Lincoln als Präsidentschaftskandidaten und Johnson als Vizepräsidentschaftskandidaten bei der Präsidentschaftswahl an. Das Gespann setzte sich mit einer deutlichen Mehrheit von 212 zu 21 Wahlmännern durch, wodurch Lincoln erneut Präsident und Johnson Vizepräsident wurde. Die Vereidigung fand am 4. März 1865 statt.

Andrew Johnson – Der Aufstieg zum US-Präsidenten

Knapp einen Monat nach der Vereidigung, am 14. April 1865, wurde Abraham Lincoln durch ein Attentat getötet. Dadurch wurde Andrew Johnson für das Ende der vorgesehenen Amtszeit zum US-Präsidenten. Am 15. April 1865 wurde er vereidigt.

Als Präsident war Johnson in der Zeit unmittelbar nach dem grade beendeten Bürgerkrieg vor allem dafür verantwortlich, die ehemalige Konföderation der Südstaaten wieder in die USA zu integrieren. Allerdings führte diese „Reconstruction“ unter der Führung Johnsons zu einigen Konflikten mit den Republikanern. Während die Republikaner beispielsweise weitreichende Bürgerrechte für die befreiten Sklaven erwirken wollten, sprach sich Johnson dagegen aus, da er Afroamerikaner als intellektuell und moralisch unterlegen ansah. Die Konflikte gipfelten darin, dass das Repräsentantenhaus am 24. Februar 1868 für ein Amtsenthebungsverfahren stimmte. Allerdings wurde diese Absetzung im Mai 1868 mit einer Stimme verfehlt, sodass Johnson bis 1869 US-Präsident blieb. Johnson war damit der erste US-Präsident, gegen den ein Amtsenthebungsverfahren angestrebt wurde.

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