+
Was hat er als nächstes vor? US-Präsident Donald Trumps Verhalten wirft auch außenpolitisch Fragen auf.

US-Präsident zeigt sich unnachgiebig

Das ist Trumps Zickzackkurs in der Außenpolitik

  • schließen

München - Donald Trump sorgt mit so ziemlich jeder Entscheidung für Aufsehen. Auch seine Außenpolitik wirft eine Menge Fragen auf. Wir fassen die Lage zusammen.

US-Präsident Donald Trump durchpflügt weiter die Politikfelder wie ein Monstertraktor. Vor allem in der Außenpolitik fährt er einen Zickzackkurs. Die Ziele? Bis auf Weiteres unklar. Hier ein Überblick:

Israel: Eigentlich tat Trump in den vergangenen Wochen alles, um sich an die Seite von Israels Ministerpräsident Netanjahu zu stellen. Am Donnerstagabend übt sich das Weiße Haus in Distanz. Wer neue Siedlungen baue oder bestehende über ihre Grenzen hinaus erweitere, gefährde damit womöglich die Friedensbemühungen im Nahen Osten, teilt Trumps Sprecher Sean Spicer mit. Israel hatte zuvor die Gründung einer neuen Siedlung im Westjordanland angekündigt.

UN-Botschafterin Nikki Haley.

Ukraine: Auch mit Blick auf den Ukraine-Konflikt äußert sich die Regierung überraschend deutlich. Bei ihrer ersten Sitzung im Sicherheitsrat wirft Nikki Haley, die neue UN-Botschafterin der USA, Russland ein aggressives Verhalten in der Ost­ukraine vor. Sie sagt zugleich, es sei unglücklich, dass sie sich so äußern müsse, wolle ihre Regierung doch eigentlich bessere Beziehungen zum Kreml.

Iran: Teheran testet eine neue Rakete, das US-Finanzministerium verhängt daraufhin neue Sanktionen gegen den Iran. Trumps Nationaler Sicherheitsberater Michael Flynn hatte diese harte Linie am Donnerstag umrissen. Die Konfrontation ist freilich nicht ohne Risiko. Die Stimmung zwischen beiden Ländern ist wegen des von Trump verhängten 90-tägigen Einreisestopps für Bürger des Irans ohnehin getrübt. Im Persischen Golf kam es in den vergangenen Monaten zudem immer wieder zu Vorfällen zwischen den iranischen Revolutionsgarden und Schiffen der US-Marine.

Auch wirtschaftspolitisch geht Trump in die Vollen: Am Freitag verfügte der Präsident eine Lockerung der Vorschriften für den Finanzsektor. Vorgesehen ist darin die Revision eines Gesetzes aus dem Jahr 2010 zur Regulierung der Banken.

Trumps Beraterin Kellyanne Conway.

Unterdessen verfälscht Trumps Beraterin Kellyanne Conway („alternative Fakten“) gar die Geschichte: Im Sender MSNBC erinnerte sie an „das Massaker in Bowling Green“, nach dem Obama das irakische Flüchtlingsprogramm mit einem sechsmonatigen Bann belegt habe. In Wahrheit gab es aber weder besagtes Massaker noch den Obama-Bann …

bw

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Rund 12.000 Menschen gehen in Berlin gegen die AfD auf die Straße
Im Berliner Regierungsviertel sind tausende Menschen aus Protest gegen die Alternative für Deutschland auf die Straßen gegangen. Die Organisatoren wollen damit gegen den …
Rund 12.000 Menschen gehen in Berlin gegen die AfD auf die Straße
Regierungspartei von Shinzo Abe mit klarem Sieg
Die konservative Regierungspartei um Ministerprsäident Shinzo Abe hat einen klaren Sieg bei bei den Neuwahlen in Japan eingefahren. Dies lassen zumindest erste …
Regierungspartei von Shinzo Abe mit klarem Sieg
WHO-Chef macht Rückzieher: Mugabe kein Sonderbotschafter mehr
Dem internationalen Protest ließ die WHO Taten folgen. Simbabwes Präsident Robert Mugabe ist nach nur wenigen Tagen seine Rolle als WHO-Sonderbotschafter los. Es war …
WHO-Chef macht Rückzieher: Mugabe kein Sonderbotschafter mehr
Euroskeptiker und Populist Babis gewinnt Wahl in Tschechien
Nach Polen und Ungarn siegt der Populismus nun auch in Tschechien - wenn auch unter anderen Vorzeichen. Viel hängt nun davon ab, mit wem der Milliardär Andrej Babis in …
Euroskeptiker und Populist Babis gewinnt Wahl in Tschechien

Kommentare