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Mike Schier.

Schlussoffensive

Kommentar: US-Präsident kämpft um sein Vermächtnis

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München - Barack Obama arbeitet in seinem letzten Jahr vor allen an dem, was von ihm bleiben wird. Dabei könnte sein Vermächtnis vor allem nach ihm entschieden werden. Ein Kommentar von Mike Schier.

Barack Obama bastelt weiter an seinem Bild in den Geschichtsbüchern. Auf die historische Annäherung an das sozialistische Kuba folgte die komplette Aufhebung des Waffenembargos gegen Vietnam. Und jetzt macht der US-Präsident auf seiner Abschiedstour auch noch in Hiroshima Station. Binnen weniger Wochen, in denen die USA im Bann des schrillen Vorwahlkampfes stehen, fegt der US-Präsident mal eben den angestaubten Ablagekasten mit überholter Außenpolitik von seinem Tisch im Oval Office.

Kein Wunder, dass der scheidende Präsident, der lange die großen Erwartungen nicht erfüllen konnte, am Ende seiner Amtszeit an Beliebtheit gewinnt. Den US-Amerikanern wird langsam klar, welch Schwergewicht Obama im Vergleich zu seinen Nachfolgern darstellt: Hier die noch immer von einer eher lächerlichen E-Mail-Affäre gebeutelte Hillary Clinton, die derzeit nicht einmal die eigenen Reihen überzeugt. Und dort Donald Trump, der ohnehin seinen ganz eigenen Wahlkampf führt – einen, der alle geltenden Regeln des Politgeschäfts außer Kraft setzt.

Bislang wurde der politische Gegner in US-Wahlkämpfen geradezu seziert: Jede Äußerung, jedes Abstimmungsverhalten der letzten Jahrzehnte kam auf die Goldwaage. Umgekehrt wurden die eigenen Positionen exakt an Meinungsumfragen und Zielpublikum ausgerichtet. Trump interessiert das alles nicht: Er redet ohne Rücksicht auf Verluste, die gemäßigten Republikaner haben sich daran die Zähne ausgebissen. Ob Clinton mehr Erfolg hat, ist offen. Gut möglich, dass sich die Amerikaner bald nach Obama zurücksehnen – und auch sein Bild in den Geschichtsbüchern über seinen Nachfolger definiert wird.

Mike Schier

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