Es kommentiert Merkur-Korrespondent Friedemann Diederichs

Ihm fehlen wichtige Eigenschaften

Kommentar zu Trump in Europa: Das Ende der Berechenbarkeit

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Es fällt schwer, in der Kritik gegen US-Präsident Donald Trump sachlich zu bleiben. Er wirkt stets ungeduldig, uninformiert und unfähig zum Dialog, kommentiert Merkur-Korrespondent Friedemann Diederichs.

Irgendwie passte es perfekt zur ersten Auslandsreise von Donald Trump, dass sein Vorgänger gleichzeitig in Berlin weilte. So bekam vor allem das deutsche Publikum ein fast schon brutales Kontrastprogramm zweier Weltmacht-Repräsentanten. Kein Wunder, dass sich ein Großteil der Deutschen Obama zurückwünschen dürfte - trotz dessen gerne vergessener Drohnentötungs-Strategie, trotz seiner Bespitzelung von Bündnispartnern und Verfolgung von Journalisten und „Whistleblowern“, und trotz seines Rückzugs aus der Verantwortung in den Krisengebieten des Nahen und Mittleren Ostens.

Denn auf der anderen Seite steht eine Persönlichkeit, bei der es gelegentlich schwer fällt, in der Kritik sachlich zu bleiben. Donald Trump wirkt stets ungeduldig, uninformiert, unfähig zu einem Dialog frei an Plattitüden. Zudem gab es Augenblicke, in denen eine wohl unkurierbare Rüpelhaftigkeit deutlich wurde, die sich sowohl im persönlichen wie politischen Bereich manifestiert.

Trump mag das Gefühl haben, mit diesem Verhalten bei anderen aufzutrumpfen. Doch am Ende dürfte dies nur – vor allem bei den Europäern – zu einem reflexhaften Rückzug aus dem transatlantischen Verhältnis führen. Politische Partnerschaft lebt vor allem von Zuverlässigkeit. Bei Trump, der mit grandioser Selbstüberschätzung über die Weltbühne stolpert, fehlt diese Eigenschaft völlig.

Lesen Sie hier: Im Bierzelt in München-Trudering macht Angela Merkel ihrem Trump-Ärger Luft. Und in der Talkshow „Anne Will“ am Sonntagabend im Ersten lautete die einhellige Meinung: Er muss weg.

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