+
US-Präsident Donald Trump.

Ex-Sicherheitsberater sagt aus 

Trump nennt Untersuchung zu Russland-Kontakten "Hexenjagd"

Washington - US-Präsident Donald Trump hat die Untersuchungen der US-Behörden zu mutmaßlichen Russland-Kontakten seines Wahlkampfteams als "Hexenjagd" bezeichnet. Die Urheber meint er auch zu kennen.

Hier gehe es um eine "Entschuldigung" für die "große Niederlage" der US-Demokraten bei der Wahl im November, erklärte Trump am Freitag. Der im Zuge der Affäre zurückgetretene Sicherheitsberater Michael Flynn will einem Zeitungsbericht zufolge gegen Zusicherung von Straffreiheit aussagen.

"Mike Flynn sollte Straffreiheit beantragen", heißt es in einer von Trump verbreiteten Twitter-Nachricht. Die "Hexenjagd" in dieser Angelegenheit werde von den bei der Wahl unterlegenen Demokraten und von den Medien betrieben.

Flynn war im Februar nach nur dreieinhalb Wochen von seinem Posten als Nationaler Sicherheitsberater zurückgetreten. Zuvor war herausgekommen, dass er schon Wochen vor seinem Amtsantritt mit dem russischen Botschafter Sergej Kisljak über gegen Russland verhängte US-Sanktionen gesprochen hatte. Diesen Gesprächsinhalt hatte Flynn verschwiegen. Entlarvt wurden seine Falschangaben durch Mitschnitte des FBI, das den Botschafter routinemäßig abhört.

Laut "Wall Street Journal" unterbreitete Flynn der US-Bundespolizei FBI und zwei Kongressausschüssen nun das Angebot, gegen Zusicherung von Straffreiheit zu den mutmaßlichen Kontakten zwischen Trumps Wahlkampfteam Trumps und Russland auszusagen.

Anwalt: Flynn hat "ganz sicher etwas zu erzählen“

Flynn habe "ganz sicher etwas zu erzählen, und er möchte es sehr gern erzählen, wenn die Umstände dies zulassen", erklärte der Anwalt des 58-Jährigen, Robert Kelner, am Donnerstagabend. Entsprechende Gespräche habe es mit den Geheimdienstausschüssen von Senat und Repräsentantenhaus gegeben.

Die "New York Times" zitierte einen Kongressvertreter mit den Worten, die Ermittler schreckten bislang vor einem Deal mit Flynn zurück, solange sie keine genaueren Hinweise darauf hätten, was für Informationen er anzubieten hat.

Der auf Fälle der nationalen Sicherheit spezialisierte Jurist Mark Zaid sagte der Zeitung, er würde in Flynns Angebot "nichts hineindeuten". In derart politisch aufgeladenen Fällen sei es üblich, dass Beteiligte als Erstes nach Straffreiheit fragten. Sowohl die Kongressausschüsse als auch das FBI wollten vermutlich erst noch weitere Beweise sammeln, bevor sie Flynn Immunität zusichern würden.

Flynn hatte schon vor seinem Rücktritt wegen seiner engen Russland-Kontakte im Zwielicht gestanden. So hatte er bei einem vom russischen Staatsfernsehen organisierten Gala-Diner in Moskau neben Präsident Wladimir Putin gesessen. Die Teilnahme an der Gala ließ er sich vom russischen Fernsehen mit 33.000 Dollar vergüten, wie Mitte März herauskam. Für Lobby-Aktivitäten zugunsten der Türkei soll Flynn 530.000 Dollar kassiert haben.

AFP

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Dramatisches Finale der Jamaika-Sondierungen - Ausgang völlig offen
Bei den Jamaika-Sondierungen sollte es am Sonntag einen „letzten Versuch“ für eine Einigung geben. Die selbstgesetzte Frist bis 18 Uhr wurde weit überschritten.
Dramatisches Finale der Jamaika-Sondierungen - Ausgang völlig offen
Nach Wahl-Debakel: SPD will Frauen in der Partei mehr fördern
Die SPD will nach dem Debakel bei der Bundestagswahl alte Wahrheiten hinterfragen und in einem neuen Grundsatzprogramm ihr Selbstverständnis als Volkspartei …
Nach Wahl-Debakel: SPD will Frauen in der Partei mehr fördern
SPD will neues Grundsatzprogramm
Wie kann sich die SPD als Volkspartei behaupten? Wie kann der Reformprozess gelingen? Nach der schmerzhaften Wahlniederlage wollen die Sozialdemokraten neue Antworten …
SPD will neues Grundsatzprogramm
Palästinensische Polizei hilft israelischen Kollegen: Gestohlene Tora-Rollen wieder da
Diese schöne Meldung weckt Hoffnung auf ein friedvolles Zusammenleben im Heiligen Land: Die palästinensische und israelische Polizei arbeiteten nun zusammen in einem …
Palästinensische Polizei hilft israelischen Kollegen: Gestohlene Tora-Rollen wieder da

Kommentare