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Weil er nicht zum Friedensmarsch nach Paris gereist ist, ist Barack Obama von einem republikanischen Kongressabgeordneten mit Adolf Hitler verglichen worden.

Empörung in den USA

US-Republikaner vergleicht Obama und Hitler

Washington - Ein republikanischer Kongressabgeordneter hat mit einem Vergleich zwischen US-Präsident Barack Obama und Adolf Hitler für Empörung gesorgt.

Sogar Hitler habe es für wichtiger gehalten als Obama, nach Paris zu kommen, schrieb der Abgeordnete Randy Weber auf dem Onlinedienst Twitter. Weber spielte auf die Abwesenheit des US-Präsidenten beim Gedenkmarsch nach den islamistischen Anschlägen in der französischen Hauptstadt an. Am Dienstag entschuldigte sich Weber.

In seinem Tweet hatte der Abgeordnete aus dem Bundesstaat Texas mit Blick auf die Besatzung Frankreichs durch Nazi-Deutschland erklärt, dass es Hitler "aus den falschen Gründen" nach Paris gezogen habe. Obama sei dagegen trotz guter Gründe nicht in die französische Hauptstadt gefahren. Der Vergleich wurde in Washington mit Entrüstung aufgenommen. Das Büro von John Boehner, dem republikanischen Vorsitzenden im Repräsentantenhaus, nannte die Äußerung seines Parteikollegen "unangemessen".

17 Stunden nach dem Tweet bat Weber dann um Verzeihung: "Es war weder meine Absicht, den Holocaust zu verharmlosen, noch den Präsidenten mit Adolf Hitler zu vergleichen." Der Republikaner scheint aber eine Neigung zu haben, Kritik an Obama mit zweifelhaften Anspielungen auf die deutsche Geschichte zu garnieren. Vor Obamas Rede zur Lage der Nation im Januar 2014 twitterte er, dass das Repräsentantenhaus auf den "Kommandant-In-Chef" warte - eine holprige Übersetzung des Titels Commander-in-Chief, den der Präsident als Oberbefehlshaber der US-Streitkräfte trägt, ins Deutsche.

Obama war in die Kritik geraten, weil die USA bei dem Pariser Gedenkmarsch am Sonntag als einziges großes westliches Land nur auf Botschafterebene vertreten waren. Bei den Anschlägen und Geiselnahmen im Großraum Paris waren in der vergangenen Woche 17 Menschen getötet worden. Zu den Zielen gehörte die Satire-Zeitung "Charlie Hebdo", das mit der Veröffentlichung von Mohammed-Karikaturen den Zorn extremistischer Muslime auf sich gezogen hatte, sowie ein jüdischer Supermarkt.

Das Weiße Haus hatte am Montag eingeräumt, dass der Besuch eines höherrangigen US-Vertreters bei dem Gedenkmarsch angebracht gewesen wäre. Wegen der aufwändigen Sicherheitsvorkehrungen für eine Präsidentenreise sei es aber schwierig gewesen, Obamas Teilnahme so kurzfristig zu ermöglichen. Als Reaktion auf die Kritik soll nun US-Außenminister John Kerry nach Paris reisen und dort am Freitagmorgen Frankreichs Staatschef François Hollande treffen.

AFP

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